John Woo ist heutzutage ein Kultregisseur doch auch er fing einst an mit dem Filmemachen. Gelernt hatte er bei Chang Cheh und den Shaw Brothers. Interessiert wird es aber bei seinem ersten eigenständigen Film. Dieser heißt Kung-Fu – Der Schrecken von Honkong oder auch als Der Pate von Hongkong bekannt. Denn er wird in den Credits nicht aufgehört, dabei hat er den Film fast komplett alleine gedreht. Nur konnte er halt nicht genannt werden als Regisseur wegen seiner Verträge mit den Shaw Brothers. Dazu wollte Katy Chin Shu Mei als Drehbuchautorin Fußfassen, so steht sie als Regisseur in den Credits. Die Frage ist natürlich auch, sieht man den Film schon das Talent von John Woo an. Es gibt in diesem Actionfilm eindeutige Momente, die schon zeigen was Woo gut 10 Jahre später ausmacht, doch man sieht auch deutlich, dass hier vieles noch nicht ausgereift ist.

Die Handlung spielt irgendwann am Anfang des 20. Jahrhunderts, es gibt schon Autos aber manchmal hat man auch das Gefühl man ist in der typischen Genrewelt. Unser Held Man Tshu hasst die Opium Händler und hat auch ein Problem mit der Regierung, denn sie haben das Land an Ausländer und China verkauft. So zieht er durch seine Stadt oder Dorf und legt sich mit den Opiumdealer. Als er ein Versteck anzündet und ein paar Böse tötet, rettet er eine Frau aus dem Feuer. Sie war die Ehefrau eines der Bad Guys ist aber auch noch eine Prostituierte. Das gibt sie schnell auf und beide verlieben sich. Doch die Männer im Hintergrund wollen Man Tshu töten.

Man merkt deutlich, dass John Woo hier noch am Anfang seiner Kariere ist und der Film wohl auch nur als Versuch entstand. Man nahm die typischen Elementen eines Kung Fu Films und verschiebt es etwas in der Zeit und schon hat man etwas neues aber was am Ende nicht viele neues bietet. Macht das jetzt Sinn? Nein, Ok, weiter im Text. Jedenfalls ist es ein typischer Martial Arts Genre Film, der aber von John Woo gedreht wurde.

Typische Genrehandlung in einer etwas anderen Zeit bei Der Pate von Hongkong

Die 70er Jahre waren das Jahrzehnt für viele Exploitationsfilmen und natürlich gehört da auch der Martial Arts Film dazu. Da gab es bei der Fülle an Filmen auch sehr viele die eine sehr ähnliche Handlung hat. Als Fans des Genres stört so was weniger. Dennoch fällt es immer wieder auf. Auch bei Der Pate von Hongkong ist es der Fall. Hier kämpft man gegen böse Opiumdealer und der Gute taucht immer wieder auf und verprügelt alle. Dazwischen lernen wir noch etwas die Charaktere kennen. Dabei fällt auf, dass man hier schon deutlich merkt, dass John Woo bei seinem Lehrmeister Chang Cheh aufgepasst hat und hier schon etwas mehr Dramatik ins Spiel bringt. Vor allem im Finale geht es dramatischer zu und scheinbar wollte man wohl auf Biegen und brechen dem Zuschauer ein Happy End verwehren.

Es gibt vieles in dem Film das zeigt, dass man einen Genrefilm hat. Die guten sind gut, obwohl man am Anfang nicht genau weiß was Man Tshu nun vorhat und warum er die Typen am Strand verprügelt. Nach und nach erfahren wir mehr über ihn, obwohl die Nebencharaktere und vor allem die weibliche Hauptfigur hier mehr Hintergrundgeschichte bekommen als unser Held. Dieser trägt noch seinen Shaolinzopf und zeigt somit seine Verbundenheit. Doch er zweifelt an der Welt und wenn er wirklich ein Rebel werden will, muss er sich diesen abschneiden. Das ist ein typisches Motiv der Martial Arts Filme, wenn man gegen die Regierung kämpft, schneiden sich die Shaolin Kämpfer immer ihr Haar ab. Doch hier kämpft er nur gegen die bösen Männer, ob da auch die Regierung mit drin steckt, lässt man offen.

Es sind die klassischen Genreelemente, welche hier aber in ein etwas modernes Setting gesteckt werden aber auch dies ist nicht neu und hier zeigt sich die Handlung von Der Pate von Hongkong auch nicht kreativ. Dennoch sind es die Ansätze über Liebe und Freundschaft, welche später John Woo und seine Filme ausmachten. Der Verrat fehlt noch, obwohl es ihn auch an einer Stelle gibt.

Action

Bei der Action merkt man deutlich, dass man hier noch einen klassischen Martial Arts Film drehen wollte. Unser Held steht über allem und verteilt immer wieder sehr viele Schläge, er wird als fast unbesiegbar gezeigt, bis die richtigen Bösen eingeführt werden. Hier muss er dann auch einstecken. Bei den Actionszenen merkt man dann auch deutlich, dass John Woo noch ein Anfänger ist aber schon sehr viel von Chang Cheh gelernt hat. Denn hier kann er sich von der Masse doch immer wieder etwas abheben. Vor allem bei der Kamera. Sonst bekommt man sehr viele typische schlägerein geboten. Vor allem am Anfang verprügelt Man Tshu immer nur Gruppen. Erst im Finale gibt es dann auch einzelne Gegner.

Etwas sehr typische für John Woo findet auch bei Der Pate von Hongkong Einklang. Denn es gibt erste Szenen wo Menschen mit Feuerwaffen getötet werden. Das alles zeigt schon wohin es Jahre später gehen wird. Hier ist alles noch in einem sehr limitierten Rahmen aber man sieht schon deutlich, dass hieraus Heroic Bloodsheed werden wird. Dabei ist alles in Zeitlupe gefilmt und Menschen sterben schon wie in einem Tanz. Das Finale ist typisch für die Chang Cheh Schule lang und Hart. Zwar nicht so blutig wie andere Martial Arts Filme dieser Zeit aber dennoch geht es sehr rabiat zur Sache.

Optik

Der Stil von John Woo ist meist unverkennbar, jedenfalls denkt man dass. Doch bei seinem ersten Film würde man nicht unbedingt darauf kommen, dass er hier Regie geführt hat. Denn auch hier deutet alles eher auf die Schule von Chang Cheh hin und das man das Können bei den Shaw Brothers erlernt hat. Nur fehlt es hier an einem Studio und man dreht viel an richtigen Sets. Dennoch gibt es typische Kamerafahrten und auch Zooms. Leider gibt es von Der Pate von Hongkong kein vernünftiges Master oder eine Version in HD, so muss man sich mit VHS Qualität begnügen.

Wie schon erwähnt, sieht man in einigen Szenen schon was einem später noch erwarten wird von John Woo. Hier ist das alles aber noch roh und ungeschliffen. Auch fehlen die religiösen Elemente oder die weißen Tauben. Viel mehr ist Der Pate von Hongkong ein klassischer Martial Arts Film, dennoch gibt man sich mühe und die Actionszenen sind sehr dynamisch. Auch sonst ist der Film immer wieder viel in Bewegung, was manchmal zu ein paar merkwürdigen Zooms führt, wenn man auf das Gesicht zoomt und dann zurück.

Fazit:

Der Pate von Hongkong ist ein unterhaltsamer Martial Arts Film, der deutlich zeigt, dass John Woo bei Chang Cheh gelernt hat. Dennoch ist der Spielfilm weit davon entfernt ein Highlight zu sein. Dennoch ist es für Fans des Regisseur sicherlich ein Blick wert.

Der Pate von Hongkong

Movie title: Der Pate von Hongkong

Director(s): Katy Chin Shu Mei, John Woo,

Actor(s): Kim Jin-pal, Shirley Huang, Ku Wen-Chung, Cheng Lei, Chiang Nan, Feng Yi, Fung Hak-On, Chow Yun Gin, John Woo, Huang Pei-Chi, Lau Kar-Wing, Lee Chiu

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 7/10
    Action - 7/10
6.0/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)