Baby Driver

Der britische Regisseur Edgar Wright hat in den vergangenen Jahren kaum Filme gedreht, nach The World’s End dauerte es vier Jahre bis er Baby Driver drehte. Es war auch eine Phase des sich Selbstfinden. Denn einst sollte er für Marvel Ant Man verfilmen entschied sich aber um, wegen Kreativerststreitigkeiten. Wright hat schon früher gezeigt, das er Actionfilme mag, mit seiner Parodie Hot Fuzz zeigte er seine Liebe für das Genre. So ist es vielleicht auch kein Wunder, das sein aktueller Film auch genau in das Genre passt. Dennoch zeigt er auch die Liebe zum Soundtrack und damit auch wie wichtig die Musik in einem Film ist. Natürlich gibt es auch viele popkulturelle Anspielungen.

Die Handlung dreht sich um die jungen Fluchtwagenfahrer Baby, dieser hört immer Musik und hat Kopfhörer auf. Auch sonst scheint er gern seine Umgebung zu ignorieren. Doch er ist der beste Fahrer und somit stellt ihn Doc immer wieder ein. Eines Tages in seinem Lieblings Diner trifft Baby auf Debora und beide verlieben sich. Als er denkt, er ist fertig mit der Fluchtwagenfahrerei, taucht Doc wieder auf, er soll noch mal ein Autofahren, denn er ist immer noch nicht frei. Dabei will Baby nur eins, Musikhören und durch die USA fahren mit Debora.

Man merkt sehr deutlich an der Handlung von Baby Driver, dass man es mit einem Genrefilm zu tun hat. Dabei spielt aber Edgar Wright auch immer wieder auf Klassiker des Actionfilms an oder besser gesagt, des Subgenres wo Fluchtwagen gefahren werden oder es viele Verfolgungsjagden gibt. Dennoch ist der Film so eigenständig wie es nur geht. Man wird in die Welt von Baby hineingezogen und fast zwei Stunden gut unterhalten. Dabei merkt man als Zuschauer auch, wie kinetisch der Film ist und das die Kamera fast ständig in Bewegung ist aber dazu gleich mehr.

Photo by Wilson Webb – © 2017 TriStar Pictures, Inc. and MRC II Distribution Company L.P. All Rights Reserved.. **ALL IMAGES ARE PROPERTY OF SONY PICTURE

Liebesgeschichte in Mitten eines Genrefilms bei Baby Driver

In Baby Driver treffen zwei Welten aufeinander, auf der einen Seite haben wir den Heist Film, wo eine Gruppe von Menschen einen Coup plant, hier sind es sogar ein paar mehr. Es dreht sich alles darum wie Baby fährt und das immer wieder. Doch dazwischen geht es auch um die Liebe von Baby zu Debora. Beide lernen sich in dem Diner kennen und verlieben sich. Es ist schon fast zu unkitischig und die Dialoge der beiden dreht sich viel um Musik. Wie vieles in dem Film. Doch diese Unterbrechung gibt uns als Zuschauer auch etwas verschnauf pause von dem Tempo, was hier vorgelegt wird. Obwohl auch bei der Love Story immer wieder aufs Gas gedrückt wird, geht es hier um beide Charaktere. Wir erfahren mehr über Baby und seine Vergangenheit und auch warum er Musik so mag und sie immer hört. Debora mag auch Musik und sucht nach Songs mit Namen, die Beide hören kennen, während sie ihren Road Trip durch die USA haben.

Im Heist Teil von Baby Driver lernen wir die anderen Charaktere kennen. Hier haben wir die schon fast stereotypischen Bösen, die alle Baby unterschätzen außer Doc, der wohl auch noch ein gutes Herz hat aber seine Regeln. Mit diesen Menschen muss Baby immer wieder zusammenfahren. Natürlich geht am Ende etwas schief und so beginnt das Finale und hier geht man in die vollen in den letzten 30 Minuten des Films. Einige Wendungen passieren. Davor hat man immer wieder Szenen wo man sieht, was geplant wird und wie die Menschen die Gegend auskundschaften. Dabei fällt aber auch auf. Man legt hier nicht so viel Wert auf den eigentlich Coup, sondern mehr auf das was danach passiert. Ähnlich wie bei Reservoir Dogs, wo man diesen Teil des Heist Genres auch auslässt.

Action, Optik und Soundtrack

Ein Film wie Baby Driver kann einiges falsch machen bei der Action, zum Glück hat Edgar Wright wirklich Talent und zeigt wie es geht. Denn die Verfolgungsjagden sind voller Tempo und sehr gut gefilmt und durch den Soundtrack kommt extra Tempo dazu. Alles passt sich der Musik an und das immer wieder im Film. Hier zeigt man dann sehr schnell wo der Hammer hängt. Schon der Anfang macht deutlich, man ist ein Genrefilm und man sieht Baby warten und dabei Musik hören, für ihn passt die Musik perfekt dazu und im Verlauf des Films kann es auch sein das er mal ein Lied neustartet, dass es besser zur Situation passt.

Dazu zeigt Baby Driver wie wichtig Schnitt in einem Film sein kann, obwohl es hier auch viele long Takes gibt. So nutzt man auch den Schnitt dazu um eine Actionszene zugestallten und das ganze passt man der Musik an. So das Schuss oder Treffer genau im Takt mit dem Lied. Das Ganze macht man öfters im Film. Das verstärkt nicht nur die Szene, sondern zeigt perfekt was alles machbar ist. Selbst wenn man nicht Jackie Chan, welcher dies schon in den 80er machte. Auch sonst passt sich das Tempo der Kamera und der schnitt immer wieder der Musik an. Hier merkt man halt sehr deutlich wie wichtig ein Lied sein kann. Alleine im Finale wenn Queen mit Brighton Rock läuft.

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Optik Part 2

Neben dem tollen Schnitt und der Kameraführung bei der Action bietet Baby Driver aber noch viel mehr. Wie schon erwähnt ist der Film immer in Bewegung und man passt sich dem Tempo der Musik an. Am Anfang gibt es einen Long Shot, wenn Baby einfach Kaffee holen geht. Hier sieht man ihn durch die Straße laufen und dabei Musik hören. Diese Szene zeigt uns schon alles über den Charakter von Baby was wir wissen müssen. Hier taucht auch das erste Mal Debora auf und man könnte meine hier verliebt sich die Hauptfigur. Im Verlauf des Films gibt es noch einen Long Take, hier lernen wir die Wohnung von Baby kennen und seinen normalen Alltag. Alles ist sehr früh am Anfang des Films.

Bei den Szenen nutzt Edgar Wright auch viel Licht und Farben und das immer angepasst an die Szene und die Handlung. Bei den Szenen zwischen Baby und Debora wirkt alles sehr hell und schön, kräftige Farben sehen wir. Bei den Heist Szenen ist alles immer düster und dunklere Farben stehen im Vordergrund, es ist die optische Abgrenzung der beiden Welten in der sich der Hauptcharakter bewegt. Je dramatischer eine Szene, wird desto düsterer wird das Bild und es scheint bei einer Szene sogar zu Regen wenn alles den Bach runter geht.

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Fazit:

Baby Driver ist ein Film der sich immer bewegt, sein es die Charaktere oder die Kamera. Man setzt auch viel wert auf den Soundtrack, hier wird der Schnitt und die Action der Musik angepasst, was wunderbar aussieht. Dazu bekommt man eine etwas typische Genrehandlung erzählt. Man wird knapp zwei Stunden gut unterhalten.

Baby Driver

Movie title: Baby Driver

Director(s): Edgar Wright

Actor(s): Ansel Elgort, Lily James, Jamie Foxx, Jon Hamm, Kevin Spacey, Eiza González, Jon Bernthal, Flea, Sky Ferreira, R. Marcos Taylor, Jeff Chase, Andy McDermott

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
  • 10/10
    Soundtrack - 10/10
8.3/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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