Zwischen Subspecies III und Subspecies IV drehte Regisseur Ted Nicolaou eine art Spin-off seiner beliebten Vampirfilm Reihe. Doch dieses Mal dreht es sich nicht um die Menschen, nein man schaute etwas bei Interview mit einem Vampir ab und zeigt uns die Welt der Blutsauger. Dabei verlässt man auch die verträumte Landschaft Rumäniens und verlagert alles in einen Club, wo der Großteil der Handlung spielt, alles aber auch in Rumänien gedreht. So zeigt uns Vampire Journals eine ganz andere Seite der Vampire aus dem filmischen Universum von Drehbuchautor und Regisseur Nicolaou. Sonst ist aber alles beim alten, man drehte für Full Moon sehr schnell und billig und für den Heimkinomarkt. Dennoch mit dem Anspruch, dass es nicht zu billig wirkt. Man merkt aber deutlich, dass hier alles in eine etwas andere Richtung gehen sollte.

Die Handlung dreht sich um den Vampir Zachary, welcher uns auch alles erzählt. Dieser ist nach Osteuropa gekommen um endlich Rache zu nehmen für den tot seiner geliebten. Hier soll sich der Vampir Ash aufhalten und er soll Schuld an allem sein. Zachary beobachtet ihn und in einer Nacht rettet er die Sofia vor ihm. Doch das alles nützt nichts, denn Ash will die junge und hübsche Frau für sich haben und nimmt sie sich aber Zachary gibt nicht auf und versucht alles um Sofia zu befreien und sie zu retten. Dabei denkt er aber auch immer noch an seine Rache. Währendessen, sind die Mitglieder im Club von Ash alles andere als ihrem Meister treu, einzig Cassandra scheint immer noch ihren Meister zu lieben, wird aber nicht von ihm beachtet.

Die Vampire schienen es Regisseur Ted Nicolaou angetan zu haben, denn er brachte es hier immer hin auf fünf Filme die sich um die Blutsauger drehten. Da Vampire Journals auch als Spin-off der Subspecies Reihe angesehen wird. Hat er dazu auch noch ein großes Universum erschaffen und dennoch ist alles sehr mysteriös. Dieser Film hier ist anders als seine Vertreter der eigentlichen Reihe, dennoch merkt man deutlich den Stil des Regisseurs.

Anne Rice wär etwas Stolz auf Vampire Journals

Mitte der 90er war ein Vampirfilm in aller Munde und auch sehr erfolgreich, die Rede ist von Interview mit einem Vampire, welcher nach dem Roman von Anne Rice entstand und uns als Zuschauer auf eine Reise durch ein paar Jahrhunderte mit nahm. Erzählt wurde die Geschichte von einem Vampir. Dabei ging es auch um Liebe und Freundschaft und wie der Vampir Lestat, das Leben des Hauptcharakters zerstörte in dem er ihm zum Vampir machte. Schaut man nun Vampire Journals an, gibt es eine parallelen zu dem Werk von Anne Rice. Auch wenn Ted Nicolaou in seinem Drehbuch einiges abgeändert hat. So ist es doch die Geschichte eines Vampirs, der nie einer seinen wollte. Der nur noch getrieben von Rache durch die Welt zieht.

Mit Zachary haben wir die neue Version eines Vampirs, der gern keiner sein wollte und sein Dasein nicht mag aber sich damit abgefunden hat. Dennoch leidet er immer wieder darunter. Das Blutsaugen macht ihm kein Spaß und er tut es nur zum Überleben. Auf der anderen Seite haben wir Ash, der seinen Coven mit harter Hand regiert und nicht zu lässt, dass er betrogen wird. Dabei benutzt er auch Menschen für sein vorhaben. Doch die schöne Sofia macht ihn schwach und hier haben wir auch einen Hauch der Handlung aus Subspecies III dabei.

Einzig Cassandra sticht als Charakter etwas heraus. Sie will Aufmerksamkeit und ihren Meister, der ist damit aber sichtlich überfordert. Alleine schon wenn sie unbedingt mit ihm Sex haben will, er versteht seine gelüste nicht und geht lieber meditieren. Sie wirkt rebellisch und so als würde sie wirklich alles für Ash tun. Dabei scheint sie mehr zu wollen als sie bekommt und auch spürt man die Verzweiflung des Charakters immer wieder.

Horror, Spannung, Effekte

Wir befinden uns mit Vampire Journals in der Vampirwelt von Ted Nicolaou. Dabei hat sich aber einiges getan. Die Vampire sehen etwas anders aus, menschlicher. Dazu gibt es auch mehr Effekte und etwas mehr Blut. Auch bei der Nacktheit gibt es mehr Brüste zu sehen. Hier kommt wieder die Erotik des Vampirs ins Spiel, welche bei Subspecies fehlte. Hier weicht also das Märchenhafte dem typischen Vampir Mythos. Das muss nichts schlechtes bedeuten. Es verleiht der Welt noch etwas mehr Farbe. Dennoch fühlt es sich merkwürdig an, dass die Folklore dem typischen weichen muss. Dabei tauchen wir aber in eine Welt ab, wo weibliche Leichen auch noch atmen können und man einen Herzschlag sieht. Passiert, wenn das Opfer nicht gut ist in ihrer Rolle.

Die Spannung und Atmosphäre ist auch weit zurück gegangen. Man erlebt eine Geschichte die einem bekannt vorkommt und immer wieder zwar eine neue Wendung nimmt. Es fehlt ihr aber etwas an Charm. Dadurch, dass alles nur in dem Club spielt, ist der Raum natürlich limitiert. Durch ein paar Rückblenden wird das alles etwas aufgelockert aber auch hier sind es nur Räume. Dabei erfahren wir aber auch mehr über die Vampire und was ihre Motive sind. Dabei kommt auch immer wieder etwas Spannung auf, vor allem dann, wenn Zachary kurz vor seiner Rache ist. Dabei wird aber nie genau aufgelöst, wie alles nun zusammenhängt.

Optik

Es ist immer wieder erstaunlich, wie es Regisseur Ted Nicolaou schafft seine Filme nach mehr aussehen zu lassen. Man hat nicht wirklich das Gefühl, dass man eine Produktion für den Heimkinomarkt schaut. Denn die Kamera bewegt sich wie ein Kinofilm und zeigt auch Bilder, welche auf einer großen Leinwand gut aussehen würden. Dabei fehlen hier die Landschaftsaufnahmen. Dafür wirkt der Club aber Edel und man sieht viele Ecken von ihm. Es wirkt auch nicht so, als wär Vampire Journals schnell und billig produziert wurden. Was vielleicht daran liegen mag, dass Rumänien ein Land ist, wo man scheinbar sehr günstig einen Film drehen kann und so etwas mehr Geld hat für Ausstattung und einem anständigen Kameramann.

Auch wenn die verträumen Bilder fehlen, bekommt man immer wieder wunderschöne Aufnahmen geboten. Auch wenn die Figuren angeordnet sind und wie man dann die Kamera positioniert. So gibt es ein paar Szenen, wo man schon das Gefühl hat, man versucht ein düsteres Vampirgemälde zu zeigen. Davon gibt es zwar nur wenig im Spielfilm. Dennoch bleiben sie im Gedächtnis. Auch wirkt nicht jede Aufnahme nur zweckhaft. Man merkt deutlich, das man noch versucht hat hier einen Film zu schaffen und nicht alles nur schnell abdrehte.

Fazit:

Vampire Journals funktioniert als eigenständiger Film gut und man fragt sich auch wo hier nun die Bezüge zur Subspecies Reihe sind, vielleicht erfährt man dazu mehr in Subspecies IV. Ansonsten wird man gut unterhalten, auch wenn der Film immer wieder wirkt, wie eine Version von Interview mit einem Vampir.

Vampire Journals

Movie title: Vampire Journals

Director(s): Ted Nicolaou

Actor(s): Jonathon Morris, David Gunn, Kirsten Cerre, Starr Andreeff, Ilinca Goia, Constantin Barbulescu, Mihai Dinvale, Dan Condurache, Mihai Niculescu, Petre Moraru, Rodica Lupu, Floriela Grappini

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5/10
    Atmosphäre - 5/10
6.0/10
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