Anfang der 70er Jahre kannte wohl kaum jemand Kickboxen, obwohl damals Kung-Fu auch noch als Boxen bezeichnet wurde. Jedenfalls es war weit vor der Zeit von Tony Jaa und dem thailändischen Martial Arts Film. Eine andere Kampfkunst als Kung-Fu. Doch die Shaw Brothers waren immer auf dem Höhepunkt der Zeit und manchmal auch voraus. Denn im Jahr 1971 reiste man nach Thailand und drehte dort den Film Fan Chu – Tödliche Rache. Als Helden wurden Ti Lung und David Chiang eingesetzt und auf dem Regiestuhl nach Chang Cheh platzt. Also das Dreamteam der Shaw Studios für eine lange Zeit. Hier ist die Handlung aber in der damaligen jetzt Zeit verlagert und wir bekommen einen kleinen Einblick in die Welt des Kickboxen und viele Außenaufnahmen von Thailand.

Die Handlung beginnt mit dem jungen Fang Go oder in deutsch wohl Fan Chu, welcher als Architekt arbeitet. Doch sein Vater hat eine bitte, denn Fang soll die Kampfschule übernehmen solange Papa in Thailand ist. Doch es kommt alles anders, denn der Vater von Fang erleidet einen Herzinfarkt und im Krankenhaus gesteht er, das er vor vielen Jahren in Thailand war und dort eine Freundin hatte, diese war auch schwanger. So hat Fang auch einen Halbbruder und er soll diesen suchen. So macht er sich auf nach Thailand und landet in Bangkok, hier macht er sich auf die Suche. Denn er hat nicht viele Anhaltspunkte, nur eine Tätowierung und ein Kindheitsfoto. Schnell landet er bei einer Kickbox Veranstaltung und hier trifft er auch auf Wen Lieh, dieser soll bald auch gegen den Bomber antreten. Finstere Typen im Hintergrund wollen aber das er verliert, weil Wen nicht mitspielen will und lieber ehrlich gewinnen will. Fang bemerkt das und will Wen helfen. Dabei sucht er weiter seinen Bruder.

Man sieht Fan Chu – Tödliche Rache an, dass er wohl etwas anders sein sollte. Denn man legt viel Wert auf das was im Ring passiert und erzählt hier ein typisches Boxerdrama, was aber immer wieder auch zu einem typischen Martial Arts Film wird. Das alles kommt dann im Finale zusammen und hier ist auch etwas ungewohnt für einen Chang Cheh Film, zwar gibt es genügend Härte aber alles endet sehr freundlich. Das ist man vielleicht nicht so gewohnt.

Boxer Drama und Familienzusammenführung ala Shaw Brothers in Fan Chu – Tödliche Rache

Bei schauen von Fan Chu – Tödliche Rache wird deutlich, der Drehbuchautor wollte mehr als ein typischen Rache Film. Denn die Rache im deutschen Titel gibt es nicht wirklich. Es ist ein Drama um einen jungen der seinen Halbbruder sucht, in einem fernen Land. Das ganze wird aber in eine typische Genrehandlung gepackt. Denn sein Bruder, Achtung Spoiler und der Film deutet es eh gleich an, ist ein Kickboxer, welcher nach ehrlich kämpfen will. Doch die Bösen wollen dies natürlich nicht und so bekommt er immer wieder Probleme und man will ihn tot sehen. Vorher hat sein Gegner aber einen anderen Kampf, hier soll noch mal gezeigt werden, was passiert wenn man nicht nach den Regeln der Gangster spielt. Hier versucht uns der Film auf eine falsche Fährte zu führen, die schnell aber aufgelöst wird.

Man baut hier also ein typischer Drama auf, ein Boxer der fair sein will aber die Bösen wollen es nicht. Die suche nach dem Halbbruder dazu, doch viel Zeit für eine Feierlichkeit bleibt nicht, wenn die beiden Brüder zusammenfinden. Denn die Bösen wollen wirklich Rache. Hier entsteht dann das Finale und wir sind im typischen Martial Arts Film angekommen. Vorher haben wir aber beide Figuren kennengelernt und wie immer spielt David Chiang den Draufgänger ohne furcht und Ti Lung ist der etwas ältere weiser Bruder, der seine Gegner respektiert aber auch weiß wo seine schwächen sind.

Das ganze wird bei Fan Chu – Tödliche Rache in unter zwei Stunden erzählt und der Mix funktioniert erstaunlich gut, man lässt sich immer wieder Zeit für beide Charaktere und ihre Geschichte. Einzig der etwas ältere Mann der immer trinkt und Fang etwas hilft, wirkt so als passe er nicht ganz in dem Film, weil er immer nur auftaucht und Antworten liefert aber mehr nicht. Wer genau er ist, erfährt man nie. Auch der böse Anführer bleibt im Hintergrund, er wird nur als sehr Brutal dargestellt und scheinbar unbesiegbar.

Action

Die Action im Film ist gemischt, da man den Fokus auf das Kickboxen legen wollte, gibt es im Verlauf des Films immer wieder Szenen die im Ring spielen, welche auch beeindruckend sind. Hier kämpfen zwei Männer unerbittlich um den Sieg und das Hart und auch etwas länger. Während außerhalb es zwar zu ein paar kleinen Szenen kommt aber Fang immer schnell die Oberhand gewinnt und die Gegner flüchten. Man scheint hier auch das Finale aufzubauen. Denn der Charakter von David Chiang wird als großer Meister dargestellt und im Verlauf sehen wir ein paar Szenen, wie er mit einem Handkantenschlag ein Stück Holz zerteilt und mit seinen Fingern eine Holzwand durchbohrt. Das wird wichtig für das Finale. Das wird wichtig für das Finale. Sonst aber ist die Action in Fan Chu – Tödliche Rache gut dosiert und man baut alles nach und nach auf.

Man sollte nur keine Action erwarten wie man sie aus modernen Martial Arts Filmen kennt, welche in Thailand spielen, zwar zeigt auch dieser Spielfilm schon die Ansätze von Muay Thai, doch das alles ist mehr auf das Kickboxen ausgelegt, auch wenn Ti Lung sich bemüht und der Kampfstil anders aussieht, so bekommt man schnell mit, dass alles doch etwas behebig wirk und langsam. Dafür legt man aber auch wert darauf, zu zeigen das hier Knie und Ellbogen eingesetzt werden und das bei einem Kampf im Ring nicht nur die Fäuste genutzt werden.

Optik

Man sieht Fan Chu – Tödliche Rache an, dass viele Szenen in Thailand gedreht wurden sind, das auch noch zum Wasserfest. So gibt es viele zwischen Schnitte, die uns das Land bzw. die Stadt zeigen. So soll man das Gefühl bekommen, der Film würde wirklich dort spielen. Natürlich wär es kein Shaw Brothers Film, wenn dann nicht doch ein groß Teil in den eigenen Studios gedreht wurden. Das fällt immer wieder auf, wegen den Hintergründen. Das funktioniert aber gut, weil Regisseur Chang Cheh uns immer wieder zu diesen Orten bringt und er sie so filmen lässt, das es nicht immer gleich auffällt. Vor allem im Finale muss man öfters genau hinschauen um zu sehen ob es nun Studio oder doch echte Außenaufnahmen sind.

Auch sonst merkt man sehr deutlich, dass es ein Chang Cheh Film ist, auch wenn das Thema rund um Bruderschaft und Freundschaft hier doch etwas zu kurz kommt. Bei der Action geht es dann wieder rund, in vielen längeren Einstellungen zeigen uns die Darsteller ihre Künste. Manchmal schwenkt die Kamera von einer zur nächsten Person, hier merkt man dann auch das die Darsteller auf ihren Einsatz warten, dass die Action weiter gehen kann. Sonst ist der Spielfilm gut gefilmt und man merkt an, dass man wirklich versucht hat, viel von Bangkok zu zeigen.

Fazit:

Fan Chu – Tödliche Rache ist ein unterhaltsamer Martial Arts Film, der die meiste Zeit irgendwo zwischen Boxer Drama und Familien Drama spielt aber nie wirklich so dramatisch wird. Am Ende verschmilzt das alles zu einem typischen Martial Arts Film. Dazu bekommt man viele Aufnahmen von Bangkok geboten.

Fan Chu - Tödliche Rache

Movie title: Fan Chu - Tödliche Rache

Director(s): Chang Cheh

Actor(s): David Chiang, Ti Lung, Ching Li, Ku Feng, Chen Sing, Wang Chung, Pawana Chanajit, Yang Chih-Ching, Ching Miao, Woo Wai, Wang Kuang-Yu, Lee Pang-Fei

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.0/10
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