Regisseur Scott Spiegel hat nicht viele Filme gedreht aber war auch immer wieder als Produzent tätig. Berühmt wurde er wohl wegen seiner Regiearbeit bei den Sequels zu From Dusk Till Dawn und Hostel. Auch ist sein Kamerastil bekannt und manche Einstellungen verbindet man mit ihm und das nur durch ein paar Filme. Sein Langfilmdebüt feierte er mit dem Slasher Bloodnight. Dieser wird gern mit Sam Raimi und Bruce Campbell beworben, so das es aussieht als hätten sie größere Rollen. Dabei sind nur kleine Nebenrollen, zwar ist Ted Raimi der Bruder von Sam in einer größeren Rolle zu sehen und Dan Hicks hat eine Hauptrolle im Film, dennoch sind die Bezüge zu den Evil Dead Machern wohl eher da, damit mehr Leute den Film sehen. So ist dieser 80er Jahre Slasher schnell zum Kult geworden. Doch ist er wirklich so ein blutiger Film und ist er wirklich Kult verdächtig?

Die Handlung spielt in einem Supermarkt, die Nachtschicht macht sich an die Arbeit. Dabei kommt es zu einigen Problemen der Ex-Freundin von Kassierin Jennifer macht stress und der Chef des Ladens hat schlechte Nachrichten für seine Mitarbeiter, sie müssen zum Ende des Monats schließen. Es gibt aber noch eine andere Gefahr, ein Killer geht um und bringt die Mitarbeiter der Reihe nach um. Ist es wirklich der Ex-Freund von Jennifer oder doch jemand anders? Wer wird am Ende überleben?

1989 war auch die Slasherwelle am Ende, dennoch gab es noch Ableger und auch Bloodnight schreckt nicht von dem typischen Mustern des Genres zurück. Obwohl man immer wieder versucht es doch etwas anders zu machen, vor allem optisch. Was am Regisseur liegt, dennoch bekommt man einen Slasher geboten der im Supermarkt spielt. Genrefans bekommen also genau das geboten, was sie erwarten. Dazu die Bewerbung von bekannten Darstellen, welche aber kaum im Film auftauchen, auch bei der Gewalt ist der Film sehr zurückhaltend.

Bloodnight Slasher im Supermarkt

Der Film nimmt sich am Anfang viel Zeit für seine Charaktere und verzichtet auch auf den typischen Mord am Anfang, man baut so Spannung auf, in dem man den Ex-Freund ins Rennen wirft und ihn immer wieder als Verdächtigen zeigt. Vorher lernen wir aber erst mal alle Mitarbeiter kennen. Man erfährt alles über sie, so baut man auch nähe auf, dabei stechen natürlich ein paar Charaktere heraus. Wie Jennifer, welche auch unser Final Girl wird. Das ist von Anfang an klar und der Film verlässt auch nicht diesem Weg. Alle anderen Charaktere werden im Verlauf zum Opfer, zwar gibt es hier und dann ein paar Wendungen, dennoch hat man es mit einem typischen Slasher zu tun.

Der Supermarkt wird hier auch vorgestellt, als großes Objekt und es gibt viele Ecken und Winkel, welche im Verlauf der Handlung immer wieder wichtig werden. Auch Eigenschaften von manchen Charakteren. Wie der Mitarbeiter der immer Musik hört und nichts mit bekommt. Das wird immer thematisiert auch bei den Pausen wo sich die Mitarbeiter unterhalten. Auch die Probleme im Laden, dass er geschlossen wird ist immer wieder Thema, man versucht allen Figuren etwas tiefe zu verleihen und sie menschlicher wirken zu lassen. So bekommt man hier nicht die typischen Teenies oder Studenten die einfach nur Futter für den Killer sind.

Dadurch, dass man sich an die Genrevorgaben hält aber an manchen stellen etwas abbiegt, erschafft man mit Bloodnight einen unterhaltsamen Slasher Film. Dennoch wird ab einem bestimmten Punkt der Handlung klar wo es lang geht. Auch wenn die Auflösung mit dem Killer vielleicht überraschend wirkt. So ist der letzte Twist dann gut gemeint aber vielleicht nicht so gut durch dacht. Für ein Ende eines Slashers aber durchaus interessant. Vorher baut man das aber nicht auf und es kommt auch aus dem Nichts, obwohl es ein paar Andeutungen gibt.

Spannung und Effekte

Im Verlauf des Films wird wirklich Spannung aufgebaut, vor allem am Anfang, wenn der Killer scheinbar durch den Supermarkt schleicht und erst mal die Lage checkt bevor er loslegt. Immer wieder sehen wir die Angestellten bei der Arbeit und es wirkt immer so als würden sie beobachtet werden. Dann natürlich die Momente wo der Killer loslegt, hier schraubt man auch an der Spannungskurve. Doch die lässt auch immer wieder etwas nach. Auch wenn es ab diesem Zeitpunkt schon Schlag auf Schlag geht. Denn es bemerkt keiner das jemand fehlt, erst nach und nach stößt Jennifer auf die Leichen und dann ist es fast schon zu spät. Sie flieht vor dem Unbekannten. Hier lässt die Spannung auch immer wieder nach.

Die Effekte im Film wirken zum Teil doch sehr harmlos, zwar gibt es ein paar blutige Einstellungen. Doch alles bleibt im Rahmen eines typischen Slasher. Die Morde sind aber kreativ. Denn wir befinden uns in einem Supermarkt und hier nimmt man dann auch schon ein paar Waffen die vor Ort zu finden sind. Dennoch verlässt man niemals das Genre sondern benutzt es immer wieder. So bekommt man genau die Kost geboten die man erwartet.

Optik

Man merkt sehr deutlich bei Bloodnight, dass sich Regisseur Scott Spiegel hier ausleben wollte und alles eingebaut hat was er wohl interessant genug fand. Denn im Verlauf des Slashers gibt es immer wieder Kameraeinstellungen, die sehr kreativ wirken. Sei es der Winkel oder wie ein Dialoge gefilmt wurde. Das geht los mit der Kamera im Einkaufswagen bis hin zu einer Einstellung die aussieht als schaut man aus dem Telefon zu der Person heraus. Auch sonst gibt es viele Details, so fällt ein Bild herunter und zerbricht was eine zerbrochene Freundschaft andeutet.

Rein optisch sieht der Film noch sehr nach 80er Jahre aus, der Supermarkt und seine Technik wirken fast schon wie ein Zeitdokument. Interessant ist natürlich was in den Regeln steht und was man so wieder erkennt. Die Frage nach Schleichwerbung kommt auch an manchen Stellen auf. Dennoch zeigt Bloodnight das Scott Spiegel als Regisseur Talent hat. Denn viele Kameraeinstellungen sind gelungen, verstärken die Spannung immer wieder und natürlich die schon erwähnten kreativen Ideen tun ihr übriges.

Fazit:

Bloodnight ist ein interessanter und unterhaltsamer Slasher Film. Alleine durch die kreativen Einfälle mit den Kameraeinstellungen hebt sich der Film von der Masse etwas ab. Auch wenn man das Slasher Genre nie wirklich verlässt, bekommt man doch sympathischere Charaktere geboten als in vielen anderen Vertretern.

Bloodnight

Movie title: Bloodnight

Director(s): Scott Spiegel

Actor(s): Elizabeth Cox, Renée Estevez, Dan Hicks, David Byrnes, Sam Raimi, Eugene Robert Glazer, Billy Marti, Burr Steers, Craig Stark, Ted Raimi, Alvy Moore, Tom Lester

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.6/10
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