Ende der 90er war der Heimvideomarkt schon im Wandel, zu einem ging es los mit digitales Fernsehn und mehren Filmsendern, dazu kam auch langsam die DVD auf und übernahm den Markt und veränderte die Produktion von kleinen Filmen für immer. Dazu wurde auch vieles auf Video gedreht und war wohl nicht bereit für das digitale Zeitalter. Auch Full Moon hat wenigere Filme produziert, dennoch gibt es auch aus dem Jahr 1999 einige Perlen des Heimkinos, die man wiederentdecken kann. Darunter auch The Dead Hate the Living!, welcher aber erst vier Jahre später in Deutschland auf DVD und auch noch auf VHS erschien. Dabei lohnt dieser kleine Film vor allem für Fans von Filmen von Fulci, denn man drehte hier eine Hommage an seine Filme aber auch an andere.

Die Handlung beginnt in einem verlassenen Krankenhaus. Dr. Eibon hat hier Experimente gemacht und spricht mit seinem Videotagebuch. Scheinbar kann er Untote erschaffen. Etwas später im selben Krankenhaus eine kleine Gruppe von Menschen hat sich versammelt um hier einen Film zu drehen. Doch es gibt Probleme. Denn der Regisseur hat zwei Schwestern und beide wollen die Hauptrolle im Film haben. Doch auch sonst läuft nicht alles so wie es soll am Set. Doch schnell kommt man voran mit dem Dreh. Als sie im Keller die Leiche von Dr. Eibon finden, gibt es eine Diskussion und man will die Leiche mit im Film nutzen. Doch was sie nicht wissen, so erwecken sie die Untoten wieder zum Leben.

Man sieht The Dead Hate the Living! an, das er fürs Heimkino produziert wurde. Dennoch sieht man aber auch, dass die Macher hier eine Hommage an Lucio Fulci drehen wollten. Nicht nur bei den Dialogen auch bei den Sets oder Namen der Charaktere, man merkt hier die Liebe zum italienischen Horrorfilm. Dazu kommt aber noch mehr. Am Ende entsteht eine kleine Perle des Genres, die auch viel auf der Metaebene macht und weiß das es ein Horrorfilm ist, man dreht schließlich auch einen Horrorfilm.

Wir drehen ein Horrorfilm in The Dead Hate the Living!

Wenn man einen Film sieht, in dem eine Gruppe einen Film dreht. Dann sollte einem klar sein, das man hier auch immer wieder über das Genre diskutiert oder Anspielungen an das macht was man gerade produziert. Dazu packt man Dialoge über die Filme und erwähnt ein paar Schauspieler, Regisseur und andere Kultpersonen der Szene und schon macht man ein paar Fans glücklich. Diese Formel funktioniert immer wieder, weil man als Fan immer drauf reinfällt. Dennoch gibt es auch hier immer unterschiede in der Qualität der Handlung und wie man es rüberbringt.

Auch bei The Dead Hate the Living! ist es genauso. Am Anfang versucht man auch noch etwas mit dem Zuschauer zu spielen, denn man zeigt uns erst eine Szene aus dem Film die gedreht wird, bis zu dem Moment, wo jemand Cut ruft. Hier hatten wir einen Film im Film, nur wissen wir nicht ob der Anfang auch dazu gehörte. Dann lernen wir langsam die Charaktere kennen und hier lässt man sich erstaunlich viel Zeit für und so wirken die Charaktere auch sehr sympathisch, zwar fährt man viele Stereotypen auf. Sei es der junge Schauspieler der keine Ahnung von alten Filmen hat oder der beste Freund, der verliebt ist in eine der Schwestern des Regisseur. Dazu die neue auf die der Regisseur steht. Es ist alles dabei. Dazu ein dauer bekiffter Kameramann.

Nach dem die Charaktere gesetzt sind und wir mehr über alle wissen, passiert dann genau das was man auch einige Fulci Filme kennt, die Zombies kommen und es gibt noch mehr Anspielungen. Hier und da hat die Handlung zwar ein paar schwächen und kann nicht immer so ganz überzeugen. Dennoch wird man gut unterhalten und will wissen wie der Film endet. Hier zeigt The Dead Hate the Living! an welchem Lucio Fulci man das Ganze wohl angelehnt hat.

Fulci, Raimi und mehr Meta

Da man bei diesem Spielfilm es mit einer Hommage zu tun hat aber auch um einen der immer wieder es auf der Metaebene probiert, muss man als Zuschauer auch immer wieder differenzieren, warum man gerade diese Szene sieht. Manche Kommentare, wirken sogar recht frisch, wenn man bedenkt dass The Dead Hate the Living! aus dem Jahr 1999 ist und Bruce Campbell sicherlich damals schon ein Kultstar war, doch ein Zitat wie “Was würde Bruce Campbell jetzt tun?” zieht immer und passt auch perfekt in die Handlung, weil der andere Charakter antwortet, dass sie in keinem Film sind. So ähnlich ist es auch bei From Dusk till Dawn, den Charakteren ist bewusst, dass es Filme gibt, die das thematisieren.

Im Verlauf des Spielfilms gibt es auch immer wieder Szenen, die ganz bewusst an die Geisterstadt der Zombies von Lucio Fulci erinnert. Das ist gewollt, denn ist es die Haupthommage des Films. Der ganze Schluss ist aus dem Fulci Film übernommen aber auch vorher, gibt es eine Szene wo zwei Figuren im Krankenhaus in einem Raum voller Leichen sind, das ist eins zu eins aus die Geisterstadt der Zombies übernommen. Auch ein paar Zombies erinnern an den Fulci Film. Dazu der Autoaufkleber Fuli Lives! macht sehr deutlich. Dazu natürlich auch der Charakter Dr. Eibon, der genauso heißt wie das Buch in dem Lucio Fulci streifen.

Optik

Wie schon erwähnt, sieht man The Dead Hate the Living! an, dass er für das Heimkino produziert wurde. In 4:3 gedreht und das in gerade mal zehn Tagen. Hier kann man natürlich nicht viel erwarten. Dafür wirken aber nicht alle Szenen sehr zweckhaft. Man versucht auch etwas die Neonfarben der 70er Jahre unterzubringen. Wenn zwei Charaktere mit Neonlichtern bewaffnet durch einen Keller gehen, ist alles in grünes Licht gehüllt. Man gibt sich schon mühe und Regisseur Dave Parker scheint auch eine Vision von seinem Film gehabt zu haben. Optisch so umsetzen wie er es wollte, war bei dem kleine Budget nicht drin.

Das Set ist gut gewählt mit einem leer stehenden Krankenhaus, denn hier bekommt man alles geboten was perfekt in den Horrorfilm passt. Es gibt verschiedene Räume und manche sehen auch so aus, als ob sie nicht so recht rein passen. Das gehört aber zu der Hommage an Fulci. So gibt es auch Kameraeinstellungen die an die italienische Regielegende erinnert.

Fazit:

The Dead Hate the Living! ist eine unterhaltsame Hommage an den Horrorfilm, vor allem an die Filme von Lucio Fulci. Dabei gibt man sich mühe. Man merkt aber das der Spielfilm nur fürs Heimkino produziert wurde.

The Dead Hate the Living!

Movie title: The Dead Hate the Living!

Director(s): Dave Parker

Actor(s): Eric Clawson, Doyle Rockwell, Jamie Donahue, Matt Stephens, Brett Beardslee, Wendy Speake, Kimberly Pullis, Benjamin P. Morris, Rick Irwin, Matthew McGrory, Andre 'Doc' Newman, Ariauna Albright

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.3/10
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