Regisseur Don Edmonds ist wegen eines Film berühmt geworden, jedenfalls in den Kreisen von Exploitationsfans. Denn er drehte den Film Ilsa – Shewolf of the SS, einen berühmt berüchtigten Naziploitationsfilm. Doch danach war seine Karriere auch schon fast wieder vorbei. Dennoch steht seine Name vielleicht für etwas Qualität in der Unterhaltung, wenn man diese Art mag. 1991 drehte der den Film Tomcat Angels, welcher erst sechs Jahre später in den USA auf VHS erschien und das dank Tromas. Hierbei sollte es sich um einen erotischen Rip Off von Top Gun handeln. Dabei hatte man aber kein Geld oder irgendwelche vernünftigen Ideen um das umzusetzen. Was dabei herauskam, spricht für sich selbst und ist für den Zuschauer ein Stück Film, was man verdauen muss. Nicht weil er so Hart oder erotisch ist und Grenzen überschreitet. Nein, was dieses Machwerk so besonderes macht, werden wir jetzt ergründen.

Kommen wir zur Handlung. Es beginnt mit Callie Bake, Miriam Scotty, Jade Han und Leah Harper, welche Pilotinnen bei der US Navy sind. Bei einem Übungsflug gelingt es Callie einen feindlichen Jet abzuschießen. Kurz danach erhalten die Vier ihren Abschluss und dürfen nun offizielle Einsätze für die Navy fliegen. Callie und Jade waren so gut das sie gleich auf eine geheime Mission an den persischen Golf geschickt werden. Vorher vergnügen sich alle Vier aber noch mit Männern. Callie hat sich in ihren Ausbilder T.J. verliebt. Auf einer Mission wird Callie abgeschossen und gefangenen genommen. Ihre Freundinnen und T.J. setzen alles dran um sie zu befreien.

Auf dem Papier mag die Idee von Tomcat Angels noch gut klingen und die Grund Voraussetzungen sind auch alle erfüllt. Nur dann sieht man das fertige Produkt und das Gefühl, dass man hier einen Porno schaut ohne die Sexszenen. Zwar gibt es immer wieder Nacktheit in dem Spielfilm aber man geht nicht aufs Ganze, obwohl Schauspiel Niveau und Handlung ungefähr auf demselben Niveau eines billigen Pornos sind, der versucht mehr zu sein.

Wir haben es Versucht. Sorry für die Handlung. Tomcat Angels

Die Handlung war stets bemüht dem Zuschauer zu unterhalten, leider versagt sie dabei immer wieder und wieder und wieder. Man verliert sogar sein Zeitgefühl und das nicht in eine gute Art. Nein, bei Tomcat Angels, werden Minuten zu gefühlten Stunden. Schaut man wie viel Zeit vergangen sind, ist man überrascht, dass es nur ein paar Minuten waren. Denn man zieht die ganze Geschichte so in die Länge, das in den ersten 40 Minuten nicht viel passiert. Wir lernen nicht mal die Charaktere richtig kennen, obwohl sie Dialoge haben und sich unterhalten. Sie sind dennoch einfach immer nur da und suchen einen Mann um Sex zu haben.

Immer wieder merkt man bei der Handlung, dass man hier versucht die Ideen der ganzen Flieger Action Filme zu nehmen und aus den Männer, Frauen zu machen. Das muss man dem Film zugutehalten, die Frauen sind sehr emanzipiert und wissen was sie wollen und lassen sich nicht unterdrücken. Dennoch hat man immer wieder das Gefühl, das hier irgendwas nicht stimmt. Das wird vor allem dann deutlich, wenn Callie gefangen genommen wurde. Hier wird sie wie eine Haremsdame behandelt wie ein Lust objekt und muss Sex mit dem Anführer haben und es genießt, bis zu dem Moment wo sie gerettet wird. An diesen Stellen merkt man dann doch, dass man beim schreiben des Drehbuchs nicht viel gedacht haben muss. Charakterzeichnung geht anders.

Die Bösen sind natürlich sehr stereotypisch und man bekommt die volle Ladung anfang der 90er geboten. Obwohl der Film wohl gern noch in den 80ern gewesen wär. Dennoch zeichnet man keinen Charakter wirklich, weder die Motivationen der Frauen wird deutlich, noch die der Bösen. Es ist einfach alles da und zieht sich durch den Film. Genauso tauchen Charaktere auf und verschwinden wieder, sind noch mal kurz da und wieder Egal. Nur Callie und T.J. sind hier etwas wichtiger gestellt und ihre Liebesgeschichte wird etwas besser erzählt aber auch nur weil man etwas nackte Haut zeigen kann.

Action, Erotik, nicht hier!

Man könnte meinen, wenn schon die Handlung von Tomcat Angels schlecht ist, so gibt es vielleicht genügend Action um einen zu unterhalten. Auch hier wird man bitterlicht enttäuscht. Denn es gibt keine Action in dem Film, auch das Finale spottet dieser Beschreibung sehr. Hier wird nur etwas geballert und ein zwei kleine Explosionen. Das ist alles andere als Action oder Unterhaltung. Auch bei der Gewalt hält man sich so sehr zurück, dass der Film sehr harmlos ist. Auch in diesem Punkt wird man als Zuschauer enttäuscht und gelangweilt.

Da Regisseur Don Edmonds durch seine Ilsa Filme berühmt wurde und diese auch nicht mit Sex geizten und mit sehr vielen kreativen Ideen bestückt waren, hat man bei Tomcat Angels hier vielleicht die Hoffnung, dass man etwas geboten bekommt. Auch hier wird man enttäuscht, vor allem am Anfang sind alle vier Mädels immer wieder oben ohne zu sehen und das auch beim Sex. Das alles ist aber so langweilig gefilmt und dargestellt, das man vielleicht einen Teenager der noch nicht viele nackte Frauen gesehen hat erregen könnte. Dabei sind die Darstellerinnen hübsch, wahrscheinlich auch der einzige Grund, warum sie gecastet wurden.

Optik

Der Film wurde fürs Heimkino gedreht und das sieht man ihn an. Obwohl alles auch eine billige Seifenoper sein könnte. Denn wie ein Charakter es auch bemerkt, es ist alles sehr billig und zu auffällig, was gerade passiert. Bei der Kameraarbeit bekommt man viele Zweckhafte Szenen geboten. Hier passiert nichts, man filmt einfach alles ab und schneidet es zu einem Spielfilm zusammen. So gibt es keine Spannung in Tomcat Angels. Man schafft es auch nicht bei der Optik dem Zuschauer zu überzeugen. Die Sets sind irgendwelche Räume oder Aufnahmen irgendwo im Nirgendwo, wo ein paar Baracken rumstehen, die man als Versteck für die Bösen nutze.

Da man ja ein Film über weibliche Piloten gedreht hat, braucht man auch Aufnahmen von Jets. Das alles ist Stockfootage, was man auch immer deutlich sieht. Da die Damen nie wirklich in einem Cockpit saßen und die Qualität der Szenen auch immer wieder wechselt und die Flugzeuge auch. Sogar die Kampfszenen, also eine Rakete wird abgefeuert und ein anderes Flugzeug explodiert. Alles besteht aus Stockfootage, man machte sich keine Mühe irgendwas selbst zu drehen.

Fazit:

Tomcat Angels ist ein totaler Reinfall und komplett uninteressant. Man bekommt nichts geboten als Zuschauer. Es gibt keine Spannung. Die Handlung zieht sich wie Kaugummi. Selbst bei der Erotik kann der Film nicht punkten. Es ist einer der Filme, welche wohl mit dem Untergang der VHS hätten vergessen werden sollen.

Tomcat Angels

Movie title: Tomcat Angels

Director(s): Don Edmonds

Actor(s): Daphne Cheung, Kerri Danesi, John Kerry, Sazzy Lee Calhoun, Daphne Rogers, Craig Shoemaker

  • 3/10
    Handlung - 3/10
  • 3/10
    Schauspiel - 3/10
  • 4/10
    Regie - 4/10
  • 1/10
    Spannung - 1/10
  • 1/10
    Unterhaltung - 1/10
  • 2/10
    Erotik - 2/10
2.3/10
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