Eiskalte Engel

In den 90ern gab es ein neue Welle an Filmen die sich an etwas erwachsenes Publikum richtet aber immer noch im Teenageralter, sagen wir mal so ab 16. Eine Sparte die jetzt komplett fehlt. Man wollte wohl ein Publikum ansprechen was sich finden wolltet und Geschichten sehen wollte, was sie anspricht. Fehlte heute wirklich. Jedenfalls, gab es eine Reihe von Filmen, welche das Zeitgefühl zwar nicht aufgriffen aber Menschen zeigten, die einen Einblick gaben in eine jugendliche Welt. So ein Film ist auch Eiskalte Engel, eine moderne Version von Gefährliche Liebschaften. Hier werden die Intrigien in die aktuelle Zeit gebracht, dabei sind es alles Schüler, wahrscheinlich über 18. Es geht um Liebe, Sex, Macht und eine Wette. Dabei erlebt man Figuren die nicht unbedingt symapthisch sind aber dennoch verfolgt man was sie treiben ohne sie wirklich zu hassen.

Die Handlung dreht sich um die Stiefgeschwister Sebastian und Kathryn. Beide haben eine Wette abgeschlossen. Wenn es Sebastian schafft die Jungfrau Annette zu verführen, darf er eine Nacht mit Kathryn verbringen und sein bestes Stück in jedes Loch von Kathryn stecken was ihm beliebt. Doch bevor sein Traum in Erfüllung gehen kann, muss er erst mal Annette verführen. Das ist schwerer als gedacht, denn sie kennt schon seinen Ruf und scheint ihrem Leitmotiv treu zu bleiben. Währendessen versucht Kathryn das Leben von Cecile zu zerstören, denn sie geht mit ihrem Ex-Freund. Obwohl sie ihn auch nicht mag, will sie Rache. Es beginnt ein böses Spiel aus Intrigen.

Manchen Filmen sieht man an zu welcher Zeit sie entstanden sind. Auch Eiskalte Engel ist ein Kind der 90er. Irgendwo zwischen neuer und alter Welt. Zwar gibt es schon E-Mails und auch ein paar Handys. Doch es ist noch eine ganz andere Zeit, etwas dazwischen. Dabei ist das auch völlig egal bei diesem Film. Dennoch fällt es auf. Ansonsten bekommt man einen wirklich guten Soundtrack geboten und eine sehr unterhaltsame Handlung, die immer noch funktioniert. Dabei sind viele Charaktere unsympathisch aber es gibt einige Wendungen.

© 1999 – Columbia Pictures Inc.

Klassiche Handlung in der Moderne bei Eiskalte Engel

Gefährliche Liebschaften von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos ist ein der Werke der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts. Dabei wird das Buch nur durch Briefe erzählte. Bei Eiskalte Engel ist das etwas anders. Dennoch nimmt man viel mit von der Vorlage. Das Grundgerüst ist dasselbe. So sind es Sebastian und Kathryn die hier unmoralisch Leben und mit ihrem Stil das Leben von anderen ruinieren. Das wird gleich in der ersten Szene klar, wo Sebastian eingeführt wird. Er ist bei einer Psychotherapeutin und erzählt das er sein altes Leben satt hat. Doch am Ende kommt die Wendung, er hat es mit der Tochter getrieben und diese ist entsetzt, dass ihre nackt Bilder nun im Internet sind. So lernen wir Sebastian kennen. Es wird eine Hassliebe. Denn er wirkt immer noch sympathisch, obwohl er ein Schürzenjäger ist.

Auf der anderen Seite haben wir Kathryn, ein Intrigantin wie sie im Buche steht. Sie spielt mit allen Charakteren im Film und treibt ihr Spiel auf die Spitze. Denn sie weiß was Sebastian will. So entsteht die Wette. Doch ihre Rache muss auch passieren. Dabei will sie das Leben der Unschuldigen Cecile ruinieren und die kann nicht mal etwas dafür. Doch Kathryn ist das egal. Als Zuschauer sehen wir hier eine junge Frau die weiß was sie will und dafür geht sie über Leichen. Auch sie wirkt etwas sympathisch, weil ihr Spiel auch unterhaltsam ist. Am Ende haben wir für sie aber kein Mitleid mehr. Zu sehr mussten alle anderen Leiden wegen ihr.

Beide führen also ihr Spiel, während Kathryn sich immer im Hintergrund hält und andere manipuliert. Dabei spielt sie sogar mit Cecile, tut so als wär sie ihre Freundin und verrät sie immer wieder. Das führt zu einer der berühmtesten Szenen im Film, wenn beide im Park sind. Hier erfahren wir, dass Cecile noch nie einen jungen geküsst hat. Kathryn will ihr als Freundin helfen und trainiert mit ihr das Küssen und verführt sie etwas. Das zeigt auch deutlich, dass der Charakter keine Moral hat. Im alten Weltbild, hier ist es wohl auch nur der hauch Erotik um junge Teenager einen feuchten Traum zuschenken.

Erotik, Humor, Drama und die anderen Charaktere

Bei all der schwere welche die Thematik mit sich bringt, so fühlt sich der Film niemals so an. Er ist immer lockerleicht und hat auch eine Art Humor, die man wohl als Böse bezeichnen kann. Viele Szenen vor allem am Anfang, wirken durch diese Humor auch immer etwas Bitter. Man nimmt alles mit einer Leichtigkeit, wie die Charaktere. Vor allem Cecile wird wirklich als naiv und dumm dargestellt, welcher man alles erzählen kann. Sie ist das typische Opfer für Sebastian. Doch er will ja etwas Herausforderung. Darum ist da noch Annette, eine junge Frau, welche an die Liebe glaubt und ihre Jungfräulichkeit nicht irgendwem schenken will. Also sehr Nobel und absolut nachvollziehbar. Dennoch das perfekte Ziel für Sebastian. Denn ihre Unschuld will er rauben.

Das Drama entwickelt sich langsam im Film, wie der Wandel von Sebastian, denn es kommt der Punkt im Film, wo er merkt, dass er doch so was wie Liebe empfinden kann. An diesem Punkt ist es aber schon zu spät für alle Charaktere. Hoffnung scheint es nicht mehr zugeben. Das liegt vor allem an Kathryn, welche mit ihrem Spiel nur gewinnen will. Sie geht so weit, dass sie selbst Sebastian das Leben schwer macht. An diesem Punkt scheint Eiskalte Engel, nah an der Vorlage zu sein. Denn es geht abwärts mit allen Figuren. So passt der letzte Song im Soundtrack Perfekt, wenn The Verve mit Bittersweet Smyphony läuft, gibt es eine Wendung und der Film ist zu Ende.

Es gibt auch etwas Erotik im Film, was aber nur meist angedeutet wird. Dabei reicht das auch aus. Sei es die Kussszene oder Annette im Badeanzug, solche Szenen können schon ausreichen. Die Erotik kommt durch die Handlung und wie die Charaktere miteinander umgehen. Auch das knistern zwischen Sebastian und Annette ist immer wieder zu spüren und als Zuschauer hofft man das Beide zueinanderkommen.

© 1999 – Columbia Pictures Inc.

Optik

Der Vorspann beginnt mit einer fliegenden Aufnahme von etwas was man nicht so genau erkennen kann, denn es geht sehr schnell. Dazu hören wir Palcebo mit Every Me Every You. Als dann alles etwas langsam wird, sehen wir dass es ein Friedhof ist. Schon sind wir im Film. Ab da zeigt sich Eiskalte Engel, als typische 90er Jahre Produktion. Obwohl man nicht so hip und schnell ist wie manch andere Filme. Merkt man doch sehr deutlich, dass es eine andere Zeit war. Die Kamera wirkt im Film wie ein Beobachter, der immer zuschaut und in manchen Szenen näher herangeht. Wie schon erwähnt die Kussszene spiegelt den Film perfekt wieder, wenn beide Anfangen sich zu küssen sind wir noch entfernt, küssen sie sich dann mit Zunge, zoomt die Kamera langsam heran.

Man sieht Eiskalte Engel an, dass die Charaktere in einer anderen Liga spielen, als der typische jugendliche zu der Zeit. Alle haben Geld und leben ihr Leben in großen Häusern oder Appartments. Dabei gibt aber nie jemand an, dass sie Geld haben. Es ist völlig Normal und im Grunde auch egal. Man sieht es nur den Sets immer wieder an, wenn es nicht gerade in einem Zimmer spielt. Hier ist die Poolszene zu erwähnen, wenn Sebastian Ode an die Freude über die Stereoanlage des Hauses spielt, damit Annette aufmerksam wird. Hier sieht man sehr deutlich, das Haus und den Pool. Alles ist irgendwo zwischen Moderne und so als wär es schon seit Jahrzehnten da. Man zeigt immer wieder woher die Vorlage kommt in kleinen Details.

© 1999 – Columbia Pictures Inc.

Fazit:

Eiskalte Engel funktioniert immer noch. Auch wenn er wie eine Erinnerung an eine andere Zeit wirkt, obwohl es nicht mal 20 Jahre her ist, wo er erschien. Dennoch wird man als Zuschauer gut unterhalten und mit einem guten Soundtrack belohnt. Für alle 90s Kids immer wieder eine Empfehlung.

 

Eiskalte Engel

Movie title: Eiskalte Engel

Director(s): Roger Kumble

Actor(s): Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe, Reese Witherspoon, Selma Blair, Louise Fletcher, Joshua Jackson, Eric Mabius, Sean Patrick Thomas, Swoosie Kurtz, Christine Baranski, Alaina Reed-Hall, Deborah Offner

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10
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Bilder Coypright: © 1999 – Columbia Pictures Inc.

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Filmfan, Autor dieser Seite.

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