Die 90er ein Jahrzehnt wo alles im Wandel war, nachdem die 70er Frei und Wild waren und die 80er voller Experimente und Kultfilme. Waren die 90er anders, man wollte ein neues frisches Kino zeigen, eine neue Zielgruppe war da. Jugendliche die durch den Grunge die Hoffnung auf die Zukunft verloren hatten und auf andere Art rebellierten. Eine Zielgruppe von jungen Erwachsenen die man mit anderen Themen ins Kino locken wollte, die Zeit war vorbei von starken Actionhelden. So gab es viele Thriller mit einem hauch  Erotik. Einer davon war Fear – Wenn Liebe Angst macht. Mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle hatte man eine der neuen jungen Schauspielerinnen, welche mit ihrem lächeln die Herzen der Fans schmelzen konnte. Dazu Mark Wahlberg in der männlichen Hauptrolle, ein Unterwäschemodel und damals noch als Marky Mark bekannt, zeigt sich hier von seiner Charmantenseite, jedenfalls am Anfang, bevor er zum Bösen wird.

Die Handlung dreht sich um die 16-jährige Nicole, welche ein ganz normales Leben führt. Sie wohnt mit ihrem Vater und dessen Freundin zusammen, dazu ihr kleiner Bruder. Doch wieder jeder Teenager in ihrem Alter sehnt sie sich nach Liebe und will anders sein. Was in den 90ern schwer war. Als sie eines Abends mit ihrer besten Freundin Margo zu einer Party geht. Trifft sie dort David, es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie vergisst die Uhrzeit und bekommt deswegen auch ärger. Doch mit David wird es ernster, dabei übersieht sie sein Verhalten. Nach dem ersten Mal wird David immer schlimmer und schnell wird er zu einer Bedrohung für sie und ihre Familie.

Es ist ein zeitloser Stoff den Fear – Wenn Liebe Angst macht uns erzählt, dabei wendet sich aber langsam aber alles zum Bösen, denn es wird keine romantische Liebesgeschichte. Sondern zu einem Thriller, die erste Liebe entpuppt sich als Psychopath. Etwas was zwar nicht sehr originell ist aber doch wirkungsvoll.

Liebe wird zum Albtraum in Fear – Wenn Liebe Angst macht

Wir kennen das alle, unsere Eltern waren mit unserem ersten Freund_in nicht einverstanden und das trieb einem nur näher zu der Person. Denn es war die Rebellion gegen das was unsere Eltern für richtig gehalten haben. Genau das passiert auch am Anfang von Fear – Wenn Liebe Angst macht, denn Nicole verliebt sich in David und es wirkt alles wie ein typisches Coming of Age Teenie Drama. Doch langsam schwingt die Stimmung im Film um. Es gibt immer wieder Momente die zeigen, dass entweder der Vater durchdreht oder David. Man deutet immer wieder etwas an, vorher hat man aber die typische 90er Jahre Stimmung im Spielfilm. Alles wird sehr leicht und locker erzählt, so als ob es normal wär. Dabei scheinen die Probleme von jugendlichen sich nie zu ändern und manches ist doch sehr stereotypisch dargestellt.

Dazu schweigt man manches dann doch einfach zu tote, als es genauer anzusprechen. Schon die Nebenhandlung rund um Margo, wird immer nur wieder angerissen. Sie wird als Wild dargestellt, die schon viel Erfahrung hat, doch dann kommt es zu dem Moment, wo sie auf Drogen wohl von David vergewaltigt wird. Dies sehen wir als Zuschauer nicht, weil wir es genau wie Nicole nur beobachten. Doch die Folgen werden angesprochen und so wird Margo als Täter dargestellt und nicht als Opfer. Es ist auch die Situation welche Nicole dazu bewegt, sich von David zu trennen. Es ist sehr schwer zu entscheiden, ob es für einem Charakter in einem Film die richtige Entscheidung ist. Vor allem bei so einem Thema. Hier merkt man dann doch schon, dass es eine andere Zeit war und man schon versucht hat, es besser zu machen aber immer wieder scheitert.

Der Kernpunkt von Fear – Wenn Liebe Angst macht ist aber natürlich der, dass David von einem vorzeige Schwiegersohn zu einem bösen Psychopathen wird und das irgendwann im Verlauf des Films sehr schnell. Man verzichtet dann die Andeutungen und kommt gleich auf den Punkt. Ab diesem Zeitpunkt versucht man es aber noch realistisch zu zeigen und er tut so als wär es nur aus versehen passiert, wie in jeder Beziehung wo jemand sein Partner schlägt und misshandelt. Schon bald schlägt aber der typischer 90er Jahre Wahnsinn zu und alles kommt anders.

Spannung und nicht so Subtile

Auf die Spannung muss man lange warten bis sie bei Fear – Wenn Liebe Angst macht eintrifft, denn der Film baut die Charaktere und die Geschichte langsam auf. Dabei kommt zwar nicht wirklich langeweile auf. Es wirkt am Anfang aber wie schon erwähnt eher wie ein Coming of Age Film, der sich auch darum drehen könnte, dass ein 16-jähriges Mädchen ihr erstes Mal hatte und der Vater es heraus gefunden hat. Was wohl in den USA zu großen Streit führt und warum auch immer. Moralische Vorstellungen in Hollywood mit jugendlichen ist immer merkwürdig, es gibt zwar ein paar ausnahmen, dennoch ist es auch hier sehr bieder, dass natürlich die Tochter die Unschuld vom Lande ist. Geht aber wahrscheinlich vielen Eltern wirklich so.

An manchen Stellen ist der Spielfilm dann auch nicht sehr subtile, wie er vielleicht sein will. Denn nehmen wir nur das zweite Date von Nicole und David. Sie sind in einem Vergnügungspark und fahren Achterbahn, hier fordert Nicole David auf, dass er sie mit seiner Hand befriedigt. Das ganze passiert bei dem langsamen Start und wenn die Achterbahn nach oben fährt und dann schnell nach unten rast. Hier hat Nicole dann auch einen Orgasmus und die Bilder rauschen nur so an einem vorbei. Genauso subtile sind dann auch die Hinweise, die man uns gibt im Bezug auf David, wenn er den Vater angrinst, während wie Margo sehen die sich nach vorne bückt um ihren Schuh zuzumachen und wir ihr Höschen auf blitzen sehen. Hier versucht man dann uns noch vorzuspielen, dass Papa vielleicht doch nicht so gut ist, wie er tut.

Optik

Man sieht Fear – Wenn Liebe Angst macht an, dass er in den 90ern entstanden ist, zwar schreit der Film dass noch nicht so laut heraus, dass er ein Kind dieses Jahrzehnt ist. Dennoch merkt man es sehr deutlich an allen Ecken und kanten. Die Outfits der Charakter, sind so eindeutig das man es nicht leugnen kann. Wer Flanellhemden mag, wird hier seine Freude haben. Dabei zeigt der Film auch dass es anders geht. Denn das Haus wirkt immer noch modern. Was wohl daran liegt, dass der Vater Architekt ist und es entworfen hat. Doch sonst ist Fear – Wenn Liebe Angst macht ein typisches Kind der 90er Jahre.

Wie schon erwähnt, versucht man immer wieder durch Kameraeinstellungen und Schnitt uns bestimmte Dinge zu zeigen und anzudeuten. Dabei soll manches Subtile wirken, anders nicht so. Das funktioniert manchmal gut, manchmal nicht. Es zeigt sich dennoch, dass man im Finale dann doch Spannung aufbauen kann und so einige böse Szenen zeigt. Da wir aber in den 90ern sind, sind die Konsequenzen für die guten Charaktere aber nicht so schlimm. Die Kameraarbeit macht das auch immer wieder deutlich. Schon das blaue Auge was Nicole hat, wird sehr stark herunter gespielt.

Fazit:

Fear – Wenn Liebe Angst macht ist der Film für alle die nicht genug von dem 90er Jahre Charm bekommen. Ansonsten gibt es einen Coming of Age Film, der langsam zum Psychothriller wird. Dazu Mark Wahlberg, welcher hier mal nicht den netten Typen von nebenan spielt und zeigt das er in solchen Rollen immer besser glänzen kann.

Fear - Wenn Liebe Angst macht

Movie title: Fear - Wenn Liebe Angst macht

Director(s): James Foley

Actor(s): Reese Witherspoon, Mark Wahlberg, William Petersen, Amy Brenneman, Alyssa Milano, Christopher Gray, Tracy Fraim, Gary Riley, Jason Kristofer, Jed Rees, Todd Caldecott, Gerry Bean

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
6.8/10
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