Dass man mit Bruce Lee Geld machen konnte, zeigen die unzähligen Bruceploitationsfilme. Denn hier wirbt man mit dem Martial Arts Star, obwohl er gar nicht dabei war, sondern nur ein Doppelgänger nahm platz. Dabei sahen die wenigsten aus wie er. Manchmal schnitt man auch Szenen aus echten Bruce Lee Filmen in diese billigen Machwerke. Bei Rache ohne Gesetz tat man das nicht. Viel mehr war es der deutsche Verleih, welcher dem Kinopublikum damals einen großen Bären aufgebunden hat. Denn der Trailer zum Film erklärt, dass es der echte Bruce Lee wär und man ihn schon 1968 gedreht hat auf 16 mm und dann mit modernster Technik auf 32 mm transferiert hat. Wie Ihr merkt, ist das alles quatsch. Denn Rache ohne Gesetz entstand 1979 und ist einer von vielen Filmen mit Bruce Li. Vielleicht lohnt sich der Film dennoch?

Die Handlung dreht sich um Kwang Wei und seine Freunde, welche ihren Alltag nachgehen. Dabei trainiert Kwang wie verrückt Kung-Fu, das auch mit seinen Freunden. Einer von ist immer pleite. Als sie beim Tauchen eine Kiste voller Gold finden, wollen sie ihn zwar behalten. Doch Kwang bittet alle zu warten, denn es könnte Schmuggelware sein. Doch Keung kann nicht widerstehen und holt sich das Gold. Das ruft die Bösen auf den Plan, welche ihre Ware wiederhaben wollen. So machen sie sich auf den Weg um es zu bekommen. Dabei merken die Freunde schnell, die Böse machen keine Witze und langsam stirbt einer nach dem anderen. Wird Kwang seine Freunde retten können und bekommt er Rache für die welche schon getötet wurden?

Bruce Lee würde zwar nicht im Grabe rotieren, wenn er von diesem Film wüsste, aber dennoch ist es halt nur ein Produkt, um mit seinen Namen Geld zu machen. Interessant ist, dass die IMDb nicht mal Charakternamen listet und es scheinbar auch keine original Synchronisation gibt. Die neue deutsche DVD von WMM bietet wohl die bestmögliche Qualität des Films. Doch was erwartet den Martial Arts Fan?

Generische Handlung ist generisch bei Rache ohne Gesetz

Machen wir uns nichts vor, die Handlung von Rache ohne Gesetz ist so typisch für das Genre wie es nur geht. Wir haben den Helden und wir haben die Bösen. Doch man hat hier versucht einiges anders zu machen. So stellt man sich nicht gleich den Bösen, sondern flieht erst mal. Das nützt natürlich nicht viel. Dabei ist die Handlung aber auch immer wieder hauch dünn und nicht immer merkt man, welcher Charakter nun wer ist. Denn viele werden gar nicht erst gezeichnet, sie sind einfach da und dann tot. Zwar versucht man mit ein paar Szenen ihnen etwas tiefe zu verleihen aber das bringt meist nicht viel. Denn das ist so oberflächlich wie es nur geht.

Auch unser Held wird kaum gezeichnet. Man vergisst sogar immer wieder, dass es auch um ihn geht. Wenn man Minuten lang die Nebencharaktere sieht und wie von den Bösen verfolgt werden oder gefoltert. Hier baut man aber auch Spannung auf. Denn je näher wir dem Finale kommen, desto paranoider werden die Charaktere, die noch leben. So gibt es Szenen die zwar auf nichts hinauslaufen aber es gibt eine Bedrohung, die da sein könnte. Zwar nimmt man hier eine Wendung gleich zwei Mal und beim zweiten Mal erkennt man sie auch sofort. Dennoch gibt es hier etwas Spannung und das muss man Rache ohne Gesetz zugutehalten.

Die Handlung nimmt am Ende auch einen sehr merkwürdigen Verlauf, mit welchem man als Zuschauer nicht rechnet. So bleibt man dann doch schockiert zurück. Was sicherlich gewollt war, es passt zwar zum Ton des Films. Es gibt am Anfang zwar etwas Humor, doch der ist schnell weg. Dennoch ist diese Wendung sehr schnell und man wollte sich hier wohl etwas vom Rest abheben. Was man auch schafft, also etwas.

Action

Bruce Li ist nicht Bruce Lee und das merkt man schon von Anfang an. Dennoch versucht Rache ohne Gesetz sich von den typischen Martial Arts Filmen abzuheben. Auch das Setting in der aktuellen Zeit ist nichts mehr neues. Dabei versucht man hier auch die Martial Arts Szenen zu mix, so gibt es traditionelles und modernes. Was am Anfang sehr befremdlich wirkt, wenn zwei Charaktere in verschiedenen Kampfstilen kämpfen und dabei dann auch schon mal den Schlangenstil auspacken. Dazu mit traditionellen Waffen kämpfen. Man will damit auch aufbauen, dass der Held der Geschichte Ahnung von der Materie hat und sein können bald zeigen muss.

Im Verlauf des Films kommt es immer wieder zu Szenen wo gekämpft wird. Hier hat man aber meist Massenszenen und keiner der Darsteller kann wirklich glänzen. Man verliert als Zuschauer auch schon mal den Überblick. Vor allem bei der Szene am Filmset, hier ist alles sehr hektisch gefilmt, so als ob man realistisch wirken will. Das funktioniert zwar, ist aber auch sehr stressig für den Zuschauer. Im Finale darf dann Bruce Li sein können zeigen und gegen einen Gegner antreten. Hier bekommt man eine wirklich lange und gut gemachte Kampfkunstszene geboten, die sich lohnt. Vorher ist die Action auch ok, vor allem auf dem Schrottplatz. Hier gibt es einige harte Szenen zu sehen. Doch das Finale ist das Highlight von Rache ohne Gesetz.

Optik

Zwar wurde der Film nicht im Shawscope Format gedreht aber auch im Cinemascope. Das verleiht dem Film auch den typischen 70er Jahre Martial Arts Film Look. Dabei sieht man ihn auch sein Alter an und dass man hier wohl einen Spielfilm vor sich hat, welcher nicht wirklich Beachtung finden wird. Sondern mehr einer von vielen ist. Dabei zeigt man sich von der besten Seite. Auch das Setting funktioniert. Zwar sind es meist Schrottplätze oder Kiesgruben oder Wohnungen. Auch ein paar Außenaufnahmen sind dabei. Wenn man durch Hongkong flieht. Am Ende sieht aber alles immer gleich aus. Hier merkt man, dass Rache ohne Gesetz einer von vielen Filmen ist, die schnell produziert wurden um Geld zu machen.

Bei der Kamera und der Optik gibt man sich dann doch sehr modern und man nutzt viel die Handkamera bei den Actionszenen. Das verleiht diesen Szenen ein gutes Tempo und man hat das Gefühl man ist mit dabei. Dennoch gibt es auch Szenen wo das zu hektisch wirkt, wie bei der Szene am Filmset, welches ein netter Gag ist und man hier zeigt, wie es hinter den Kulissen bei einem Martial Arts Film zu geht. Das Highlight ist dann aber das Finale, im schlecht beleuchten Raum wird gekämpft. Am Ende hilft sogar ein Blitzlicht, was man aber nicht richtig durchdacht hat und die Zeitlupenszene funktioniert nicht so gut mit dieser Idee.

Fazit:

Rache ohne Gesetz ist ein netter Martial Arts Film, der sicherlich nie als Bruceploitation gedacht war aber der deutsche Verleih hat ihn so vermarktet. Man wird gut unterhalten. Auch wenn die Handlung sehr dünn ist. So gibt es ein paar Wendungen die überraschen und das Finale ist auch ein Highlight.

Rache ohne Gesetz

Movie title: Rache ohne Gesetz

Director(s): Kuei Chih-Hung

Actor(s): Bruce Li, Philip Ko, Hon Kwok-Choi, Chiu Chi-Ling, Lee Chiu, Shan Kuai, Wong Chi-Wai, Walter Tso Tat-Wah, Wei Liet, Amy Chum, Liang Shang-Yun, Yi Chia

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.2/10
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