1973 Bruce Lee war gerade verstorben und schon ging es los mit den Bruceploitationsfilmen und dem Zuschauer wurde so einiges verkauft, was mit dem Meister des Martial Arts Film zu tun hat. Von Absurden zusammenschnitten mit Doubles und Filme wo der Verleih einfach daraus einen Bruce Lee Film gemacht hat. Dazu aber so was wie Bruce Lee – Der brüllende Tiger, hier hat man einfach eine Handlung genommen und baut Bruce Lee einfach als Freund und Lehrmeister des Hauptcharakters ein, man schneidet dieselbe Szene aus Die Todeskralle schlägt wieder zu immer wieder in den Film und fügt irgendwelche Kampfkunstweisheiten mit ein, welche von Lee stammen sollen und fertig ist der Martial Arts Film. Dabei ist er wohl so unbekannt, dass er Nichtmal fünf Wertungen bei der IMDb hat. Auch die DVD Veröffentlichung in Deutschland hat kein gutes Master gefunden, so kommt aber tolles Bahnhofkinofeeling auf, danke dafür WMM.

Die Handlung dreht sich um Ping Chang, dieser lebt als Wagabund. Denn sein Freund und Lehrmeister Bruce Lee ist tot. So will er sein wahren Charakter finden. Auf seiner Reise trifft er einen Fremden, welcher aber erst feindselig ist. Nach einem Kampf werden sie Freunde und beide landen im kleinen Dorf Chalo. Hier wollen sie bleiben, bis sie genug Geld haben um nach Hongkong gehen zu können. Doch schnell merkt Ping das in dem Dorf etwas nicht stimmt. Verbrecher beherrschen es und auch in der Kohlemine wo er arbeitet gibt es Probleme. So muss er sich auf das besinnen was Bruce Lee ihm beigebracht hat.

Man könnte meinen Bruce Lee – Der brüllende Tiger wär die Definition von Bruceploitations. Denn besser kann man dieses Subgenre nicht als mit dem Film. Hier bekommt man wirklich alles was es aus macht. Man lügt dem Zuschauer im Vorspann sogar an und behauptet Lee hätte hier Regie geführt. Was auf die Szenen aus Die Todeskralle schlägt wieder zu zutreffen mag aber nicht auf den ganzen Film.

Bruceploitation Handlung in Reinform bei Bruce Lee – Der brüllende Tiger

Schon in den ersten Sekunden wenn der Film losgeht, zeigt er uns des sich hier alles um Bruce Lee dreht. Nur macht man es sich nicht so einfach und lässt ein Double die Hauptrolle übernehmen. Nein, man nimmt einen anderen Charakter, welcher aber viel von Lee gelernt hat und ein Freund war. In Texten aus dem Off erinnert er sich an ihn und erzählt uns immer wieder davon, was beide so erlebt haben. Dabei baut man eine Szene aus Die Todeskralle schlägt wieder zu ein und wenn man die nicht nimmt, so gibt es dasselbe Bild von Bruce Lee, dann kommt es zu einer Weisheit, die er wohl zu Ping gesagt haben soll. Das zieht sich durch den ganzen Film. Als Zuschauer fragt man sich auch irgendwann nicht mehr was das alles soll, sondern nimmt es einfach nur noch hin.

So erfahren wir also mehr über Ping, die restlichen Charaktere bleiben dafür sehr im Hintergrund. Der Freund wird immer wieder etwas wichtig, weil er immer wieder zwischen Gut und Böse hin und her wechselt. So wird er immer wieder wichtig für die Geschichte von Bruce Lee – Der brüllende Tiger, weil er Ping auch in Szenen bringt wo er sein können zeigen muss. Dabei bekommen wir auch eine gute Vorstellung von der Moral der Charakter, während Ping rein ist und auch keine käufliche Liebe will, so ist sein Freund da sehr moralisch flexibel.

Am Ende gibt es noch die typische Wendung die immer wieder vorkommt im Martial Arts Genre, hier zeigt sich dann das man sich bei der Handlung auch da bedient hat. Vielleicht war 1973 es auch noch nicht so ausgelutscht wie heute. Es funktioniert zwar aber man bautet es schon vorher aus und es ist auch von Anfang klar wie es kommen mag.

Action

Während so mancher Bruceploitationsfilm nicht immer den Stil von Bruce Lee nimmt, sondern sich dem anpasst was gerade IN war im Hongkong Actionkino. Es gibt auch viele wo man halt mit Szenen aus Lee Filmen versucht hat die Action aufzuwärmen. Bei Bruce Lee – Der brüllende Tiger nutzt man diese Szene nur als Rückblende, sonst darf immer wieder der Hauptcharakter ran aber auch hier versucht man sich dem Kampfstil von Lee anzupassen, denn Ping ist nun mal der Schüler und hat es so gelernt. So nutzt man den neuen Stil, welchen Lee in den Martial Arts Film gebracht hat, gut für sich.

Während am Anfang und Ende des Films das Duell im Mittelpunkt steht, so gibt es im Verlauf und viele Massenschlägerein. Hier darf Ping sein können zeigen und man merkt deutlich, dass man bei Bruce Lee kopiert hat. Das aber gut, die Action kann unterhalten und vieles sieht auch gut. Das Finale bietet dann wieder einen längeren Kampf durch ein offenes Gelände. Am Ende zeigt sich dann, wie moralisch der Hauptcharakter ist und man vielleicht gedacht hat, er würde anders reagieren. So bekommt man aber sehr viel Action geboten im Film.

Optik

Man sieht Bruce Lee – Der brüllende Tiger an, dass man hier sicherlich nicht viel Geld hatte und der Film schnell gedreht wurde. Wie viele Bruceploitationsfilme. So bekommt man verlassene Häuser zu sehen oder zerfallene Orte. Würde man nicht drauf pochen, dass wir uns in den 70er befinden. So könnte der Spielfilm auch weit vorher spielen. Denn nicht viel deutet auf die Moderne hin. Es kann auch sein, dass mal als ein ganz anderer Film gedacht war und man am Ende sich umentschied. Auch gibt es Szenen im Film die wirken sehr zusammenhangslos und sollen nur zeigen, wie Böse und verrückt ein Charakter ist. Das funktioniert sogar, doch nicht immer.

Sehr deutlich sind die Qualitätsunterschiede wenn man die Szenen aus Die Todeskralle schlägt wieder zu sieht. Denn die wirken sehr verwaschen, so als ob man sie von alten Filmrolle genommen hat, was wahrscheinlich auch war. Ansonsten ist es der Film ein typischer Martial Arts Film seiner Zeit. Die Orte kommen einen bekannt vor, vielleicht sogar mancher Darsteller. Die Kameraarbeit ist gut und auch der Schnitt, man passt sich dem Stil von Lee gut an.

Fazit:

Bruce Lee – Der brüllende Tiger ist ein unterhaltsamer Bruceploitationsfilm, welcher perfekt zeigt, was das Subgenre ausmacht. Man wird gut unterhalten und sogar etwas Nacktheit hat man mit eingebaut.

Bruce Lee - Der brüllende Tiger

Movie title: Bruce Lee - Der brüllende Tiger

Director(s): Lo Kei

Actor(s): Chen Ti-Ko, Chan Keung, Anthony Lau, Alan Chan Kwok-Kuen, Chan Ming-Wai, Chik Ngai-Hung, Chow Gat, Chui Fat, Kim Ki-ju, Ho Bo-Sing, Ho Piao, Hsu Hsia

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
6.0/10
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