Die 90er Jahre sind genauso eine Wundertüte wie die Jahrzehnte davor. Nur eben etwas anders. Denn man hat damals einen neuen Markt entdeckt, man wollte Videospiele auf die Leinwand bringen. Denn der Gamemarkt war wieder da und wurde immer beliebter. Dabei wurde aber der Fan immer wieder enttäuscht, man schaut sich nur den Super Mario Bros. Film an oder auch Street Fighter. In Vergessenheit geraten ist dabei eine weitere Videospielverfilmung, die Rede ist von Double Dragon. Hier hat man das 1987 erschienen Beat ’em Up Game in einen Film verwandelt. Dabei wurden auch die Fans enttäuscht und die Kritiker sowie so. Man kann es manchmal niemand Recht machen. Doch ist der Film wirklich so schlimm? Wenn man jetzt 23 Jahre zurückschaut auf den Streifen und betrachtet ihn mit ganz anderen Augen, was kommt dabei raus?

Die Handlung dreht sich um die Brüder Jimmy und Billy Lee, welche ihre Eltern verloren haben. Die gute Freundin der Familie, Satori Imada, zieht Beide auf. Dabei trainieren sie Kampfkunst und nehmen an so machen Turnier teil. Wir schreiben das Jahr 2007 und Los Angeles wurde von einem Erdbeben zerstört und ist nun New Angeles. Am Tag werden die Straßen von der Polizei regiert und in der Nacht von Gangs. Was beide noch nicht wissen, Satori hat einen Teil des Double Dragon. Den anderen Teil hat Koga Shuko und er will Beide haben. So müssen Billy und Jimmy nun gegen alle Gangs antreten. Hilfe bekommen sie dabei von Marian, die Tochter des Polizeichefs, welche in der Nacht mit ihrer Gruppe für Frieden auf den Straßen sorgt.

Schaut man sich Double Dragon heute an, merkt man sehr deutlich. Dass man hier einfach nur einen Film drehen wollte, der alle unterhalten soll. Man nimmt dazu das postapokalyptische Setting und baut viele Anspielung an Hollywood ein und zeigt ein Abenteuer was von Anfang an nur unterhalten will. Dabei ist sehr viel immer gewollt übertrieben und manches nimmt man nicht so ernst. Alleine das Andy Dick das Wetter ansagt und man sogar eine Anspielung an Wer ist hier der Boss? drin hat, während Alyssa Milano im Bild ist, zeigt eindeutig, dass man hier unterhalten will.

© 1994 – Imperial Entertainment

Spassige Handlung bei Double Dragon

Die Geschichte von Double Dragon ist sicherlich nicht die beste aber sie funktioniert für den Film gut. Man bekommt als Zuschauer genug Informationen über die Charaktere, dabei sind viele sehr flach und werden nie wirklich gezeichnet. Schon Jimmy und Billy bleiben hinter dem zurück was die Handlung hergeben könnte. Ihre Vergangenheit und was mit ihrem Vater war ist interessant. Es fehlt auch viel wie sie dazu geworden sind. Auch Marian taucht am Anfang immer wieder auf und ist nur ein kleiner Teil der Handlung. Dabei wird ihr Charakter im Verlauf der Handlung immer wichtig. Wir bekommen auch über sie nur wenige Informationen. Schauspielerin Alyssa Milano wird im Abspann auch am Ende erst genannt. So viel Wichtigkeit gab man ihr damals. Jetzt bewirbt man den Film auch immer mit ihr.

Was damals sicherlich noch originell war, ist heute schon sehr ausgelutscht. Denn Billy und Jimmy bekommen ihre Kräfte erst am Ende. Vorher prügeln sie sich so durch die Handlung und Koga Shuko nutzt sein Teil des Double Dragon dafür immer wieder. So bekommt man als Zuschauer einen kleinen Eindruck von dem was möglich gewesen wär. Dabei zeigt Robert Patrick als Böser sein können und das er sicherlich auch viel spaß hatte. Auch sein Charakter hätte mehr Tiefe verdient, als nur der oberflächliche Böse, denn hier steckt auch viel mehr drin.

Als Zuschauer bekommt man bei Double Dragon also eine sehr oberflächliche Handlung, welche aber dennoch unterhält. Es mag an der Einfachheit liegen oder weil man es nicht ernst nimmt was man hier macht. Man ist sogar so selbstironisch, dass man einen Double Dragon Spielautomat in den Hintergrund stellt. Auch in anderen Szenen beweist man Humor, wie schon angesprochen. Die Anspielung an Alyssa Milanos Durchbruch Wer ist hier der Boss? Es gibt aber auch viele andere Erwähnungen von Filmen. Man machte damals etwas was noch nicht so in war. Erst nach Kevin Smith und Quentin Tarantino wurde es schick.

Action

Wir haben es mit einem typischen 90er Jahre Actionfilm zu tun, die Kampfkunst ist längst in Hollywood angekommen aber man hat nicht immer wirklich Leute dabei, die auch das können was sie zeigen sollen. Das merkt man immer wieder, wenn sie ein und denselben Move immer und immer wieder zeigen. Bei Double Dragon hat man zum Glück Mark Dacascos dabei, welcher wirklich Ahnung von Martial Arts hat. Das sieht man seinen Szenen auch immer wieder an, zeigt er doch sehr gut was er drauf hat. Auch wenn man hier sehr harmlose Unterhaltung hat. Das stört aber weniger, weil viele Actionszenen unterhalten können.

Man merkt als Zuschauer aber auch sehr deutlich, dass Robert Patrick keine Ahnung von Kampfkunst hat und so tritt er immer in anderen Charakteren auf, welche dann diesen Part übernehmen. Was eine gute Lösung für dieses Problem ist. Ansonsten gibt es eine coole Verfolgungsjagd wo man einen Fluss in brand steckte. Man wird auf der Actionseite gut unterhalten.

© 1994 – Imperial Entertainment

Optik

Man sieht den Film an, aus welchem Jahrzehnt er kommt auch wenn er im Jahr 2007 spielt, so scheint die Zeit in den 90er stehen geblieben zu sein. Die Outfits zeigen es deutlich. Dabei gibt man sich aber auch Mühe bei der Ausstattung, alleine die Gangs haben alle unterschiedliche Kleidung, auch wenn man sie weniger sieht, in den paar Szenen funktioniert das gut und hier wird halt deutlich. Das man sich an andere Filme des Genres etwas orientiert hat und schon bevor John Carpenter bei Flucht aus L.A. dies machte, zeigte man hier eine Stadt die sich langsam wieder aufbaut aber auch verfallen ist und nur von Maschinen gehalten wird. Dazu gibt es sogar ein Werbespot.

Man sieht Double Dragon auch an, dass Regisseur James Yukich sonst nur Musikvideos dreht. Zwar sind die schnitte noch nicht so schnell, das es MTV Stil ist aber man spürt dem Film an, dass er mehr Tempo hat als andere. So geht alles immer sehr schnell und die Kameraarbeit ist, auch bei den Actionszenen nimmt man sich ein Beispiel beim alten Martial Arts Kino aus Hongkong und zeigt längere Einstellung und Aktionen werden nicht kurz bevor jemand zutritt umgeschnitten.

© 1994 – Imperial Entertainment

Fazit:

Double Dragon ist ein sehr unterhaltsamer Actionfilm aus den 90ern. Dabei merkt man auch, dass sich der Film nicht so ernst nimmt. Natürlich hat es wenig mit der Videospielvorlage zu tun, dafür macht man schon viele Dinge die heute erst IN sind.

Double Dragon

Movie title: Double Dragon

Director(s): James Yukich

Actor(s): Robert Patrick, Mark Dacascos, Scott Wolf, Kristina Wagner, Julia Nickson, Alyssa Milano, Nils Allen Stewart, Henry Kingi, John Asher, Leon Russom, Jeff Imada, Al Leong

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
6.2/10
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