Die 70er Jahre, es war nicht nur das Jahrzehnt, wo viele Filme freizügiger wurden, sondern man sprach auch andere Themen an. Im italienischen Kino gab es so auch Dramen über junge Menschen und auf der Suche nach sich selbst. Wie auf der ganzen Welt, es war eine neue Generation, welche rebellierte und zeigte das sie nicht wie ihre Eltern sein wollten. Dabei gab es auch Probleme im Land. Doch nicht immer wurde es feinfühlig behandelt, vieles wurde in Komödie verpackt und man ignorierte die Probleme. Auf der anderen Seite gab es aber auch Filme, welche versuchten das Thema ernster anzugehen. So ein Film ist Appassionata. Hier will man zwei Teenagerinnen zeigen, welche langsam erwachsen werden. Dabei sind sie sehr unterschiedlich. Man spielt mit dem Zuschauer, dazu aber später mehr. Die Hauptrolle hat Ornella Muti, welche mit ihrer Schönheit die Leinwand eroberte und viele Herzen der Fans und das über Jahre hinweg.

Die Handlung dreht sich um Eugenia und Nicola, zwei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Nicola schon einige Erfahrungen sammeln konnte mit Männer und sogar den Vater von Eugenia verführt. So ist Eugenia die Jungfrau, die noch keine Erfahrung hat. Sie will aber welche sammeln. Sie leidet aber unter ihrer Mutter, welche manisch Depressiv ist. Der Vater will die Mutter aber nicht einweisen lassen. Dabei fängt Eugenia langsam an ihr bösartiges Spiel zu spielen. Sie will den Vater für sich alleine. Dieser fantasiert aber nur noch von Nicola, die kurze Affäre gab ihn wieder Energie. Doch auch das endete schnell.

Man könnte ja alles erwarten bei Appassionate, doch der Film spielt auch mit den Erwartungen des Zuschauers und entlädt sich am Ende in etwas sehr bösem. Es ist nicht immer ersichtlich, wer hier gut und wer hier Böse ist. Dazu kommt, dass man mit den Reizen von Ornella Muti spielt und man den Zuschauer auf die Folter spannt, ob man sie nun nackt sieht oder nicht. Wir werden langsam verführt und eh wir es als Zuschauer merken ist der Film auch schon vorbei.

Appassionata: Familien Drama auf italienisch in den 70ern

Am Anfang von Appassionata ist die Welt noch in Ordnung, jedenfalls für ein paar Minuten, wir lernen Eugenia und ihre Freundin kennen. Sie machen gerade Hausaufgaben. Die Mutter spielt im Nebenzimmer am Klavier. Doch schnell wird klar, hier stimmt was nicht, die Mutter probleme und scheint gerade eine Phase zu haben. Sie schreit und die Tochter tut so als ob alles normal ist. Während Nicola das alles schweigend beobachtet. Der Vater kommt auch nach Hause aber beruhigend tut sich die Mutter kam. Am nächsten Tag verführt Nicola schon den Vater. Auch Eugenia scheint etwas zu wollen. Sie spielt mit ihrem Vater und scheint ihn verführen zu wollen. Im Weg steht nur die Mutter.

Als Zuschauer merkt man schnell, wir haben es mit einer dysfunktionallen Familie zu tun. Hier stimmt gar nichts, so wie mit der restlichen Welt. Denn man zeigt deutlich, das man durch Bestechung weiter kommt und sei es nur den eigenen Hund aus dem Tierheim holen. Man zeichnet eine hoffnungslose Welt. Der Vater träumt von einer Zukunft mit Nicola, doch die will nicht so recht. Für sie war es nur ein Spass. Eugenia erzählt gern lügen über Sex mit Männern aber auch nur weil sie ihren Vater eifersüchtig machen will. Die Mutter hat gute und schlechte Tage und scheinbar ist sie allen ein Dorn im Auge. Außer Nicola sie scheint sie zu verstehen und mitzufühlen.

Am Ende gibt es auch kein Happy End, man lässt uns den Zuschauer einfach mit dem Zurück was wir gerade gesehen. Appassionata ist kein leichter Film. Denn immer wieder kommt das Drama durch, auch wenn es niemals wirklich sehr heftig wird oder uns mit voller Wucht ins Gesicht knallt, so sind es doch die leisen Tönen, welche hier immer wieder treffen. Wir sehen eine Familie, welche sehr viele Probleme hat, sie aber nie ausspricht.

Erotik

Auch wenn Appassionata nicht immer es deutlich zeigt, es gibt einige Szenen im Film die erotisch sind. Vor allem mit Nicola, sie versucht alles um zu verführen und das zu bekommen was sie will. Das geht erstaunlich schnell und führt auch zu ein paar Fantasien des Vaters, die etwas merkwürdig erscheinen. Als Zuschauer muss man sich auch daran gewöhnen. Denn als Zuschauer hofft man auch immer wieder, dass man gleich mehr von Ornella Muti sehen könnte. Hier spielt der Film mit einem. Wir müssen uns immer wieder Eleonora Giorgi zufrieden geben, welche auch hübsch ist. Es fehlt bei ihr nur etwas, der Mädchen von Neben an look.

Ornella Muti ist die unschuldige Verführerin in Appassionata und das ist eine Kunst. Sie spielt die Rolle der Eugenia sehr überzeugend und nach und nach werden ihre Reize auch immer größer. Als Zuschauer sind wir von Anfang an ihr verfallen und merken auch erst spät, dass sie die Böse in der Geschichte ist. Sie ist die jenige, welche die größten Probleme hat und sie lässt sie auch nie raus. Für sie ist es nur ein Spiel was sie da macht und am Ende ist man dann fassungslos was sie getan hat. Dabei sind wir ihr aber auch erlegen mit den Reizen die wir gezeigt bekommen.

Optik

Auch wenn die Handlung von Appassionata sehr düster ist, so sind es viele Szenen im Film nicht. Zwar spielt man hier und da auch etwas mit Licht und Schatten um manche Figur, doch etwas düstere da stehen zu lassen. Vor allem der Vater steht manchmal im Dunkeln und es wirkt fast schon wie ein Thriller. Wir erfahren auch über die Bilder nie so wirklich was er fühlt und denkt. Es bleibt alles im Hintergrund. Andere Szenen wirken dann schon wie ein Traum, manche davon sind es dann auch. Andere nicht und wir können uns ab und an nicht so sicher sein. Was nun echt ist und nicht. Wird der Vater wirklich von Nicola verführt oder träumt er das nur.

Man sieht Appassionata auch an, dass er aus den 70er Jahren kommt. Auch wenn man es gut verstecken will, so manches erinnert an die Zeit, auch wenn anderes im Spielfilm Zeitlos wirkt. So ist die Kleidung der Jugend doch sehr verräterisch. Auf der anderen Seite bekommen wir wunderschöne Kameraeinstellungen geboten, welche sich durch den Film ziehen.

Fazit:

Appassionata ist ein ruhiges Drama mit einer düsteren Handlung, wir lernen eine Familie kennen, welche nie über ihre Probleme spricht. Dabei will die Tochter den Vater verführen, welcher eine Affäre mit der besten Freundin seiner Tochter hat. Dabei spielt man auch mit den Reizen der Hauptdarstellerin und lässt uns den Zuschauer zappeln.

Appassionata

Movie title: Appassionata

Director(s): Gianluigi Calderone

Actor(s): Valentina Cortese, Ninetto Davoli, Gabriele Ferzetti, Eleonora Giorgi, Ornella Muti, Renata Zamengo

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
7.0/10
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