Jess Franco und seine Zusammenarbeit mit Erwin C. Dietrich hat so einige Filme hervorgebracht. Dass der spanische Regisseur in vielen Genres zu Hause war, zeigte er immer wieder. Er liebte das Filme machen und nutzte jede Chance um einen Film zu drehen. Warum also nicht ein einen Spielfilm über einen Serienkiller? Das war dann 1976 der Fall. So entstand die Franco Version von Jack the Ripper. Da man bis heute nicht weiß wer der Killer war, ist es für ein Filmemacher und Drehbuchautor auch etwas einfacher sich eine Figur auszudenken, welche der Killer sein könnte. In diesem Fall wird sie sogar von Klaus Kinski verkörpert. Hinter den Kulissen sind die üblichen Verdächtigen zu finden, wenn Erwin C. Dietrich mit involviert war. So ist Kameramann Peter Baumgartner dabei und für den Soundtrack war Walter Baumgartner zuständig. Auch Lina Romey hat eine kleine Rolle im Film.

Die Handlung spielt im London zu der Zeit als einer der berühmtesten Serienkiller aller Zeitens ein Unwesen treibt. Wir sehen am Anfang eine leichte Dame, wie sie durch eine leere Gasse geht und schnell wird sie zum Opfer von Jack the Ripper, wir sehen ihn auch gleich und verfolgen was er weiter treibt. Denn er ist am Tag ein Arzt. Dr. Orloff ist nett zu seinen Mitmenschen und hilft auch den Armen, doch etwas in ihm zieht ihn auf die dunkle Seite. Denn er kann das Morden nicht lassen. Dazu hat er Erinnerungen auch seine Mutter.  Während die Polizei Zeugen verhört und hofft bald neue Informationen zu dem Mörder zu haben. Such sich Dr. Orloff neue Opfer.

Man merkt Jack the Ripper an, dass Jess Franco hier das Thema ernsthafter behandeln wollte. So hat man am Ende einen Film der das ganze ruhiger angeht und nicht immer auf das Exploitative aus ist, wie in anderen Filmen. Man ist natürlich noch weit davon entfernt einen Spielfilm zu zeigen, welcher auf die Psycho des Serienkillers eingeht. Dennoch findet man hier schon solche Ansätze.

Serienkiller oder Arzt? Jack the Ripper gibt keine richtigen Antworten

Da bis heute nicht geklärt ist, wer Jack the Ripper war, kann man es immer nur vermuten. Es gibt Theorien da war es ein Mann aus der feinen Gesellschaft, manchmal geht man auch einfach nur von einem Verrückten aus, der wenig Später in der Irrenanstalt landet und deswegen hörte auch das Morden auf. In den 70ern gab es sicherlich auch einige Theorien und die Geschichte wurde des öfteren verfilmt. Lässt sich sagen, was die Version von Jess Franco zu anderen unterscheidet? Nun, wir haben es mit einer typischen Erwin C. Dietrich Produktion zu tun. Obwohl man sagen muss, die Handlung lässt sich viel Zeit. Dabei entwickelt sich aber kaum ein Charakter weiter oder wir erfahren etwas über die Hintergründe.

Alles wirkt bei Jack the Ripper eher so, als ob man zwar mehr wollte es am Ende aber nicht geklappt hat. So baut man Dr. Orloff so auf, dass er vielleicht wie eine englischen Version von Norman Bates wirkt. Ein netter freundlicher Mann, man glaubt kaum, dass er zu so schrecklichen Taten fähig ist. Man baut ihn sogar soweit auf, dass er eine böse Mutter hatte, welche selbst eine Hure war und er deswegen so einen Hass entwickelt. Dabei wirkt die Handlung immer wieder sehr platt und es zieht sich. Einige Passagen im Spielfilm wirken auch sehr langsam. Dabei macht man es an anderen Stellen auch richtig.

Interessant wird, wenn der Inspektor seine Freundin besucht, Cynthia scheint sehr großes Interesse an dem Fall zu haben, was im Finale aber fatal für sie wird. Gespielt wird sie von Josphine Chaplin, die Tochter von Charlie Chaplin. Man merkt auch hier schon, dass Jess Franco vor der Kamera ein paar Namenhafte Schauspieler versammelt hat, für seine Version von Jack the Ripper.

Spannungsarme Mörder jagt

Man könnte meinen das ein Film wie Jack the Ripper viel Spannung bieten würde. Denn man weis nie, wann er wieder zu Schlägt oder wie es ausgehen wird. Doch Jess Franco schafft es kaum, dass die Spannung aufsteigt. Dabei zeigte der spanische Regisseur bei anderen Filmen, dass er das auch kann. So konzentriert man sich hier viel mehr auf die Soloshow von Klaus Kinski und auch er zeigt nicht immer sein Talent, es wirkt eher so als ob er nicht immer lust hatte auf die Rolle. Dabei ist er Perfekt für diesen Charakter. So dümpelt vieles vor sich und man fragt sich wann wird es endlich vorbei sein.

Es gibt auch Momente im Film, wo es anderes ist. Gleich der Anfang macht alles richtig, wir sehen die Frau und ihre Angst in der dunklen Gasse. Doch dann ist es nur ein alter blinder Mann. Dann schlägt der Killer aber doch noch zu und Boom wir sind im Film. Leider baut man das nicht weiter aus, sondern wir verfolgen ihn wie er Minuten lang sein Opfer fort schafft und wie er es entsorgt. Das mag zwar interessant klingen aber es zieht sich und das passiert immer wieder. Manche Szenen wirken zu lang.

Optik

Auch wenn der Film nicht immer genug Spannung bietet, so kann er doch bei der Optik überzeugen. Denn bei den Kulissen gab man sich viel Mühe und baut auch etwas Humor ein. Eine Bar heißt Oliver Twist. Auch wirkt alles wirklich wie das alte London, wahrscheinlich nutze man Sets von Edgar Wallace Produktionen. Jedenfalls wirkt auch alles dreckig und neblig, wie man es sich vorstellt. Das mag zwar auch immer etwas Stereotypisch sein. Doch für diese Art von Film passt es perfekt. So bekommt man rein optisch einen guten und passenden Spielfilm geboten.

Auch sonst merkt, man das Talent von Jess Franco als Regisseur. Die Szenen wo Jack the Ripper fantasiert sind sehr gelungen mit den Spiegelungen seiner Mutter. Ansonsten zieht sich manche Szene etwas, interessant ist, das es weniger Zooms und schwenks gibt, wie in anderen Franco Filmen. Dafür gibt es viele Nahaufnahmen von den Augen von Klaus Kinski, was wohl auch die Spannung erzeugen sollte und etwas an einem Giallo erinnert. So merkt man auch das Können von Baumgartner an der Kamera, welcher viele Filme für Erwin C. Dietrich filmte.

Fazit:

Jack the Ripper ist sehr Spannungsarm. Bietet aber dennoch sehr interessante Ansätze, welche nicht immer weiter verfolgt werden. Dafür bekommt man Klaus Kinski und Josphine Chaplin vor der Kamera geboten. Nicht der beste Jess Franco Film, dennoch kein schlechter Film, nur fehlt ihm die Spannung.

Jack the Ripper

Movie title: Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London

Director(s): Jesús Franco

Actor(s): Klaus Kinski, Josephine Chaplin, Andreas Mannkopff, Herbert Fux, Angelika Arndts, Lorli Bucher, Francine Custer, Otto Dornbierer, Regine Elsener, Hans Gaugler, Olga Gebhard, Mike Lederer

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
6.0/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)