Takashi Miike und seine Filme, es gibt ein paar die haben es im Westen zu einem Kultstatus geschafft und haben sicherlich dafür gesorgt, dass man den japanischen Regisseur kennt. Der Film der den Hype um ihm ausgelöst hat, war wohl Ichi the Killer. Dieser Spielfilm lies die Herzen von Splatterfans höher schlagen und war der Startschuss für das Abtauchen in eine düstere und abgedrehte Welt. Auch wenn Miike in vielen Genres zu Hause ist, so war der Anfang seiner Karriere, durch das V-Cinema geprägt und das abschweifen in Gewaltorgien. In diesem Kultfilm trifft das Superheldengenre auf den Ero Guro. Dabei ist alles immer wieder ein Brechen von Grenzen und wir als Zuschauer können uns nie an das Gewöhnen was wir sehen. Das macht aber auch den Reiz aus. Die Frage ist immer noch, was bekommt als Zuschauer alles geboten?

Die Handlung beginnt mit dem verschwinden des Yakuzabosses Anjo, der auch ein hohe Summe Geld mitgenommen haben soll. Der Yakuza Kakihara wird los geschickt Anjo zu suchen. Er macht es auch gern, denn der Yakuza steht auf Schmerzen und sein Boss war der einzige der ihn befriedigen konnte. Währendessen ist Ichi unterwegs und will sich rächen. Er wird von seinem Mentor geleitet, welcher ihm helfen will, sein Trauma zu überwinden. Denn er musste mit ansehen wie eine Mitschülerin vergewaltigt wurde. Ihn macht es aber auch an. Könnte er für das verschwinden von Anjo verantwortlich sein und wird er eine Frau finden die ihm befriedigen kann?

Als Zuschauer hat man es mit Ichi the Killer nicht leicht. Denn Takashi Miike fordert einem heraus in den zwei Stunden. In dieser Laufzeit bekommt man einiges geboten aber auch sehr vieles was einem immer wieder aus dem Film holt und der Mix der Genres muss auch erstmal verdaut werden. Am Ende wird man aber belohnt mit etwas besonderen.

Wilder Genre Mix in Ichi the Killer

Als Zuschauer ist man am Anfang von Ichi the Killer erstmal etwas überfordert, wir sehen sehr viele Personen und es dauert etwas bis wir die Hauptcharaktere genauer kennenlernen. Auch spielt man uns, denn es ist nie klar wer hier der Gute ist und wer der Böse. Denn es gibt keine klaren Linen. Dabei könnte es so einfach sein. Denn im Kern ist der japanische Spielfilm ein Superheldenfilm, welcher aber in der japanischen Unterwelt spielt und wir dem Yakuza dabei zusehen, den Held zu finden. Das klingt nicht nur merkwürdig ist es. Denn Kakihara ist nicht der Gute, er ist der Böse. Doch als Zuschauer denken wir, er ist unser Held, denn die meiste Zeit sehen wir ihn und nicht Ichi.

Ichi ist auch nicht besonders liebenswert. Denn er ist sehr verschlossen und für Miike typisch ein Außenseiter aber dazu ist er auch Pervs. Was auch nichts neues ist. Dabei wirkt er auch immer sehr fremd in der Welt von Ichi the Killer. Wir wissen auch nicht viel über ihn. Seine Vergangenheit könnte eine große Lüge sein und alles was er glaubt erlebt zu haben nur eine große Fantasie. Er ist hier mehr Mittel zum zweck, für Hintermänner. Er ist nicht der typische Superheld, er wird getrieben von Hass und Rache und hat sich nie unter Kontrolle. Dazu macht es ihn an, wenn er dabei zu sieht wenn Frauen misshandelt werden, er will sie aber auch retten. Was immer wieder zu grotesken Szenen führt.

Diese beiden Charaktere arbeiten darauf hin sich zu treffen. Doch davor muss man als Zuschauer durch eine Welt laufen, in der alles möglich ist. Wenn einem das klar ist, dann macht Ichi the Killer auch mehr spass. Denn merkt man nicht, das es eine bunte Zirkus Show ist, wo man alles erleben kann wovon man nicht träumt, wird man immer wieder damit konfrontiert, dass es kein typischer Superheldenfilm ist oder ein Yakuza Thriller. Ichi the Killer ist das alles und auch nicht.

Ero Guro, Splatter,Thriller und vieles mehr

Ichi the Killer basiert auf den Manga von Hideo Yamamoto, welcher eindeutig zu dem Ero Guro Genre gehört. Hier treffen Bilder voller Sex auf Gewalt und dem Grotesken. Das überträgt Miike auch auf seinen Film. Hier sieht man als Zuschauer immer wieder Szenen wo so manche Körperflüssigkeit fliest. Schon am Anfang wenn sich aus dem Sperma von Ichi der Name des Films erhebt. Im verlauf des japanischen Spielfilms wird man als Zuschauer auch zeuge von Bodymodifkation und das nicht immer freiwillig. Auch gibt es Folter und Sex, obwohl der Sex hier immer von Gewalt dominiert wird. Was aber Ichi anmacht und wenn Karen ihn dann erzählt, was er hören will ist er hin und weg.

Karen ist auch eine der wenigen Frauen im Film, die eine größere Rolle spielen. Sie ist eine Hostes, welche einen mix aus Englisch und japanisch spricht und vermittelt auch zwischen den Welten und kennt dabei auch die Hintermänner aber verät niemals zu viel. Karen ist von Ichi faszieniert und fragt sich, ob sein Mentor auch mit ihr etwas gemacht hat. Während alle anderne durch Szenen voller Gewalt laufen und einem Grausamen tot sterben, so scheint es doch so als ob Karen es überleben könnte. Doch dann kommt ihr treffen mit Ichi und alles wird anders. Ihr Monolog aus dieser Szene schafft es als Sample in den Song Masochist von X-Fusion.

Bei aller übertriebener Gewalt in Ichi the Killer, so ist der Film selten wirklich so brutal, wie man glaubt. Es ist mehr eine bizarre Show des Grotesken. Als Zuschauer muss man aber durch das gezeigt und hier macht es Takashi Miike einem nicht leicht. Er zeigt immer wieder wie Menschen sterben und Blut aus ihren Körpern spritzt, danach geht es ganz normal weiter. Auch für die Yakuza welche Ort voller Leichen finden, scheint es normal zu sein. An diese Normalität muss man sich als Zuschauer aber gewöhnen. Denn für uns ist sie das nicht.

Optik

Man sieht Ichi the Killer an, dass hier Takashi Miike Regie geführt hat. Dazu aber auch, dass es eine Mangavorlage gibt. Denn manche Szenen wirken wie ein Comic. Dabei fühlt sich der Film aber nie wie ein Superheldenfilm an aber auch nicht wie ein Yakuza Film. Wir schwimmen zwischen den Welten und das auch optisch. Wir sehen die kühle düstere Welt des Nachtlclubvirtels von Tokyo aber auch die trostlose Welt in der Ichi lebt. Sein Zimmer wo er hockt und Videospiele spielt und scheint nichts tut. In der normalen Welt kommt er nicht klar. In einer Bar wo er arbeitet, wird er von einem Kollegen sogar aufgefordert sich um zubringen. Dazu legt er ihn auch noch ein Messer hin.

zwischen all dem gibt es immer wieder pulsierende Bilder von der Welt und manchmal bleibt es auch stehen, vor allem am Anfang wenn wir in die Welt eingeführt werden, kurz danach gibt es die schon erwähnte Szene mit dem Sperma. Die Kamera hält auch immer wieder drauf, um nur in anderen Szenen uns nicht zu zeigen was in dem Raum passiert. Hier spritzt aus der Tür nur sehr viel Blut und es fliegen Körperteile, bis zu dem Punkt wo ein Gesicht an die Wand klatscht und langsam runter rutscht. All das wirkt sehr Grotesk.

Fazit:

Ichi the Killer ist kein leichter Film, er wirft den Zuschauer immer wieder aus der Bahn und fordert einem. Man wird aber auch belohnt, wenn man am Ball bleibt. Eine düstere Superheldengeschichte in der Welt der Yakuza wird einem geboten.

Ichi the Killer

Movie title: Ichi the Killer

Director(s): Takashi Miike

Actor(s): Tadanobu Asano, Nao Ômori, Shin'ya Tsukamoto, Paulyn Sun, Susumu Terajima, Shun Sugata, Tedzuka Tôru, Arizono Yoshiki, Kiyohiko Shibukawa, Niitsuma Satoshi, Matsuo Suzuki, Kunimura Jun

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Effekte - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.5/10
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