Manchmal passt ein Film vielleicht nicht so in das Feld was man erwartet, doch man sollte auch offen sein für neues. Es könnte aber auch passen. Denn es könnte immer noch ein Genrefilm sein, nur halt ein Genre welches vielleicht etwas mehr Mainstream ist. Dennoch gibt es Filme welche man nicht so kennt und das obwohl da Stars mit spielen. Auch in dem Fall von Runaway Girl oder im Original Hick. Hier hat man Chloë Grace Moretz und Eddie Redmayne in den Hauptrollen. Zwei junge und nun auch sehr bekannte Schauspieler, doch 2011 als der Film entstand, kannt man Chloë Grace Moretz von Kick Ass und vielleicht von ein paar Kinderfilmen wo sie mitspielte oder dem ein oder anderen Horrorfilm. Ihr durchbruch war sicherlich Kick-Ass und hier in Runaway Girl zeigt sie sich von einer ganz anderen Seite, wie ihr Charaktere, ist es wohl ein Coming of Age.

Die Handlung dreht sich um die 13 jährige Luli, sie bekam zu ihrem Geburstag eine 45. Am nächsten Morgen erlebt sie wie ihre Mutter mit einem fremden Mann abhaut und während sie ihre Tage verbringt und uns aus dem Off etwas von ihrer Mutter und ihrem Bruder erzählt, hat sie einen Plan. Denn auch ihr Vater kümmert sich kaum noch um sie. Sie will nach Las Vegas und so macht sich Luli auf und fängt an zu trampen. Auf ihrer Reise trifft sie erst auf Eddie, doch er verhält sich sehr merkwürdig und Luli verlässt sein Auto schnell. Dann trifft sie Glenda und ihre Reise nimmt ein paar schräge Wendungen. Doch immer wieder trifft sie auf Eddie.

Ein Roadmovie trifft auf ein Coming of Age Film, beide Genres passen gut zusammen. Auch in dem Fall von Runaway Girl. Dabei erfindet man das Rad nicht neu, doch im Verlauf des Films gibt es ein paar Wendungen mit dem man nicht so rechnet und es wird langsam gegen Ende doch düster, obwohl es immer wieder helle Momente im Film gibt.

Erwachsen werden ist Schwer auch in Runaway Girl

Wir sind am Anfang dabei wie Luli ihren 13. Geburtstag feiert und das in einer Bar. Ihr Leben ist nicht das beste aber es könnte schlechter sein. In der Schule ist sie auch die Außenseiterin und man redet über sie. Doch sie zeichnet gern und träumt von einer besseren Welt. Als Zuschauer sind wir nah dran und immer wieder hören wir Luli über ihren Bruder reden und dabei spricht sie auch direkt in die Kamera, dieser kleiner Bruch zieht sich durch den ganzen Film und deutet etwas an, was am Ende auch aufgelöst wird. Am Anfang hat sie noch Spaß, auch mit der Waffe die sie geschenkt bekommen hat. Hier spielt sie Filme nach, wie Taxi Driver oder Dirty Harry. Filme scheinen eine wichtige Rolle in lulis leben zu sein, doch genauer geht man nie drauf ein. Auch andere Charaktere erwähnen immer wieder den ein oder anderen.

Den ersten Fremden den Luli auf ihrer Reise trifft ist Eddie. Eine art Cowbody mit einem lahmen Bein. Er wirkt nie wirklich freundlich, scheint ihr aber gleich verfallen sein. Was an ihrem Lolita Charm liegen mag. Dazu trägt sie auch eine Herzsonnenbrille, welche auch an den original Lolita Film erinnert. Doch hier merkt sie auch schnell, dass etwas nicht mit Eddie stimmt. So wird er schnell abgehakt und wir lernen Glenda kennen. Eine leicht verrückte junge Frau, die schnell merkt das einiges gemeinsam hat mit Luli.

Schnell trifft man aber wieder Eddie, erscheint immer wieder aufzutauchen. Nach einiger Zeit macht sich Luli wieder auf dem Weg mit ihm, vielleicht auch etwas unfreiwillig. An dieser Stelle zeigt uns der Film dann die unschönen Seiten des Roadtrips von Luli und was sie so erlebt wird immer düsterer. Sie scheint auch für ihr alter sehr schlau zu sein. Leider scheint es kein entkommen zu geben. Als Zuschauer muss man durch einige unangenehmen Szenen durch.

Katharsis

Die Reise in Runaway Girl ist aber auch eine Katharsis für den Hauptcharakter. Denn Luli kann ihre vergangenheit verarbeiten und was mit ihrem kleinen Bruder passiert ist. Denn hier kommen wir auch zum Kern der Geschichte, auch wenn es wie nur eine kleine Nebenhandlung wirkt, ist es doch der roten Faden, welcher sich durch den ganzen Film zieht. Sie hat schlimme Dinge erlebt und ihre Familie hat einige probleme, welche sie entfliehen will. Am Ende ist nichts mehr wie es war und sie wird für immer ein Trauma haben. Das wird nicht verschönig, wir erleben es nur nicht mehr Hautnah, sondern sehen eine Figur die langsam davon rennt in ein neues Leben.

Luli ist eine interessante Figur und auch die anderen Charaktere sind es, leider werden nicht alle so gut gezeichnet und das ist auch etwas die Schwäche des Films. Denn wir erfahren am Ende was Eddie und Glenda verbindet und scheinbar gibt es noch viel mehr. Es sind diese Thrillerelemente welche das Finale aus machen und in einer dramatischen Szene endet für alle Charaktere. Das auftauchen von noch einem Charakter, der scheinbar hilft und dafür nichts will, wirkt befremdlich. Es wird nur in einem kleinen Satz erklärt wieso. Als Zuschauer fragt man sich zu diesem Zeitpunkt schon, warum jetzt.

Optik

Man sieht Runaway Girl an, dass man versucht hat hier große Bilder zu zeigen und die Freiheit welche Luli am Anfang spürt auch in den Bildern zu zeigen. Wir sehen immer eine helle und freundliche Welt, doch langsam kommt auch die Dunkelheit dazu. Dennoch ist alles immer sehr hell, was auch zu dem Genre des Raod Movies  passt. Denn nichts anderes ist Runaway Girl. Man mischt es zwar mit der Coming of Age Geschichte. Doch die Aufnahmen sprechen für sich. Dabei baut man auch ein paar Jump Cuts ein und die Szenen wo Luli über ihren kleinen Bruder redet, wirken auch so als würden sie außerhalb der Geschichte statt finden, weil sie da steht an anderen Orten ist und immer wieder auch direkt Sätze in die Kamera spricht.

Der Film selbst wirkt Zeitlos, auch wenn wir uns scheinbar in unserer Zeit befinden, so könnten es auch die 80er Jahre sein oder 70ern. Man weiss es nicht so genau. Handys scheint es nicht so geben und auch moderne Technik findet man selten. Also gibt es kein Hinweis wann genau wir uns befinden. Das ist für die Handlung auch egal. Denn die Orte wo wir hingeführt werden brauchen das alles nicht und es scheint auch so, dass manchmal die Zeit still steht und dann wieder schnell vergeht. Alles wird in den Bildern von Runaway Girl gut gezeigt.

Fazit:

Runaway Girl ist ein gut gemachtes Coming of Age Drama, was in einem Road Movie untergebracht ist. Dabei erleben wir die düstere Reise eines jungen Mädchens in die Welt der Erwachsenen. Im Finale wird der Film auch noch zu einem Psychothriller.

Runaway Girl

Movie title: Runaway Girl

Director(s): Derick Martini

Actor(s): Chloë Grace Moretz, Eddie Redmayne, Blake Lively, Juliette Lewis, Rory Culkin, Alec Baldwin, Christopher Coakley, Anson Mount, Tim Parati, Robert Baker, Bob Stephenson, Leon Lamar

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.5/10

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