Donnie Yen gehört zu den Legenden des Martial Arts Films und er gilt auch als ein würdiger Nachfolger von Bruce Lee. Wirklich bekannt wurde er erst durch die IP Man Filme, dabei hatte er schon davor so einige Kracher gedreht. Er war auch schon in Blade 2 dabei und hat da einige Actionszenen choreografiert. Schon ende der 80er Jahre fing er an, als die Hongkong Action Filme ihr hoch hatten. 1997 drehte er mit The New Big Boss seinen ersten eigenen Film. Hier gab er also sein Regiedebüt. Doch kann Yen auch hinter der Kamera überzeugen, wie er es immer wieder vor ihr tut? Dazu die Frage was bekommt man als Zuschauer in den 90 Minuten geboten. Wir befinden uns in einer Zeit wo der Hongkong Action Film langsam wieder am verschwinden war und die glanz Zeiten waren auch langsam vorbei.

Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft und eine Person namens Ben sucht jemanden. Eine legendäre Person, ein Auftragskiller. Diese Person ist Fung Man-Hin, doch bevor Ben ihn treffen kann, muss er sich die Geschichte anhören, wie Fung zu dem wurde der er nun ist. Erzählen tut diese Geschichte Wai, der beste Freund. Fung Man-Hin kommt in ein Dorf, er hat keine Ahnung von seiner Vergangenheit, er sucht aber einen Tempel. Dort lauern aber Banditen, diese sind aber kein Hindernis. Langsam erfährt Wai, dass Fung hier wohl mal gelebt hat und er sucht seine Freundin aus seiner Kindheit. Das ist Wai-Yee. Beide schienen auch ein Paar gewesen zu sein. Doch der Krieg hat alles verändert. Die Banditen wollen aber Rache.

Zugegeben die Handlung von The New Big Boss ist sehr Genre typisch und bietet auch nichts neues. Als Zuschauer kennt man es, doch schaut man so einen Film wirklich wegen der Geschichte? Sie ist ein Gerüst für die Actionszenen. leider zieht sich die Story des Films immer wieder sehr und man hat das Gefühl die Zeit würde nie vergehen. Wird man am Ende zumindest Belohnt mit Action?

The New Big Boss und die langsame Handlung

Als Fan von Martial Arts Filmen is man einiges gewohnt, man braucht halt irgendwelche Ausreden um Action zu zeigen, manche Filme lassen die Handlung aber auch gleich fast weg und zeigen mehr Action und man bekommt nur das nötigste erklärt. The New Big Boss versucht schon mehr, scheitert aber auch genau an diesem Punkt. Denn durch das verschachtelte Erzählen, versucht man der Geschichte mehr Gewicht zu geben, was sie aber nicht hat. Es wird alles unnötig Komplex gemacht und die Beziehungen der Figuren zueinander wird auch nicht immer klar. Die Bösen sind am Ende auch nur Böse und man erklärt in wenigen Sätzen was das alles eigentlich soll. An dieser Stelle ist es dem Zuschauer aber auch Egal.

Die Figur von Fung Man-Hin soll mysteriös wirken, was sie am Anfang auch tut. Doch schnell wird sie dem Zuschauer egal, denn wir wissen er kann kämpfen und macht seine Gegner fertig. Da ist es schon egal, dass er im Krieg war und sein Gedächtnis verloren hat. Die Frage ist auch welcher Krieg, eine Antwort darauf bekommt man nie. Dafür aber Rassismus, denn die Japaner sind schuld und die Bösen. Jedenfalls sind sie Schuld am Krieg. Das sind Sätze und Momente im Film, die den Charakteren nicht gut tun, denn dadurch wirken sie eher unsympathisch.

Charmante Charaktere sucht man auch vergebens in The New Big Boss, selbst die Liebesgeschichte geht einem schnell auf die Nerven und man hofft nur das es bald vorbei ist. So ist auch mit der eigentlichen Rahmenhandlung, welche nicht viel Sinn macht aber da ist. Damit man die eigentliche Handlung des Films erzählen kann. Lässt man sie weg ist man genauso schlau am Ende und man hat etwas weniger Laufzeit. Denn die 90 Minuten sind viel zu lang für die dürftige Geschichte.

Action

Kommen wir zu dem Punkt, welchen The New Big Boss wirklich ausmacht, die Action. Ja man bekommt einiges geboten. Hier sieht man die Stärken von Donnie Yen. Denn hier kann sein Film wirklich punkten. Hier gibt es kein Zurück und das alles in einem unglaublichen Tempo. Dabei steigert man sich auch noch. Am Anfang gibt es vor allem Massenszenen, hier verprügelt der Hauptcharakter auch gleich mal Gruppen und dazu nutzt er auch Waffen. So wird das alles auch blutiger. Das gleiche gilt auch für die Gegner, die haben auch schon mal einen Revolver und so gibt es blutige Einschüsse. Man baut alles für das Finale auf. Hier gibt es einen langen Kampf gegen einen Gegner, durch den ganzen Wald.

Die Martial Arts Szenen in The New Big Boss sind wirklich gelungen und sehr abwechslungsreich. Das alles passiert in einem hohen Tempo. So das man kaum kommt zu verschnaufen, denn das Finale dauert gut 30 Minuten und man wird für das Warten bis dahin wirklich belohnt. Hier zeigt sich auch das können von Donnie Yen und warum man ihn gern als Nachfolger von Bruce Lee sieht. Denn sind es nicht die typischen Fights, auch wenn alles zum größten Teil im Wald spielt. Man nutzt die Umgebung für sich.

Optik

Man sieht The New Big Boss sehr deutlich an, dass man nicht viel Budget gehabt haben muss. Denn vieles spielt in einem Wald oder in kleinen Hütten und in einer Lagerhalle. Viel mehr Sets gibt es nicht. Dafür nutzt man die Umgebung aber gut. Dennoch sieht man als Zuschauer sehr deutlich, dass Donnie Yen vorher immer nur vor der Kamera gestanden hat und vielleicht bei einigen Filmen schon die Martial Arts Szenen choreografiert hat. Denn die Kamera ist in diesen Szenen wirklich gut, ansonsten bekommt man den typischen Hongkong Action Film Flair geboten. Das wirkt in dem Setting im Wald auch sehr befremdlich. Dazu sieht man auch nicht zu welcher Zeit nun der Film spielt.

Die Actionszenen sind gut gefilmt und voller Tempo, man ist auch immer mittendrin statt nur dabei. Hier kann der Martial Arts Film wirklich punkten. Ansonsten bekommt man auch ab und an ein Blaufilter geboten und ansonsten ist die Farbgebung, vielleicht passend für den Wald oder Dschungel wo man ist. Dennoch ist diese matschige Braun etwas merkwürdig und drückt auf die Stimmung. Vor allem da man auch ein paar ruhige Töne anschlägt aber das alles gern auch wieder verschluckt. Gefühle werden selten ausgesprochen oder gezeigt und wenn dann in Großaufnahme und Zeitlupe und immer etwas übertrieben.

Fazit:

The New Big Boss macht zwar in den Actionszenen Spaß aber die Handlung ist immer wieder ein Problem. Denn diese zieht sich und man bekommt kaum Informationen zu den Charakteren geboten. So fühlen sich die 90 Minuten auch immer wieder länger an als sie eigentlich sind.

The New Big Boss

Movie title: The New Big Boss

Director(s): Donnie Yen

Actor(s): Donnie Yen, Carman Lee, Edmond Leung, Dayo Wong, Ben Lam, Lai Suk Yin, Mak Wai-Cheung, Tony Tam Jan-Dung

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
6.2/10
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