Jailbreak

Kambodscha ist nicht unbedingt ein Land was mit einer großen Filmszene verbindet und man sieht wirklich selten einen Streifen. Was vielleicht auch der politische Lage im Land liegen mag aber die ist hier nicht Thema. Dazu gibt es auch ein paar Songs über das Land in Asien. Dafür scheint es wohl eins der Stereotypen zu erfüllen, denn jedes Land in Asien scheint eine eigene Kampfkunst zu haben, die sich immer etwas unterscheidet. Auch in Kambodscha gibt es eine Kampfkunst, diese heißt Pradal Serey oder auch Bokator genannt. Sie sieht etwas aus wie Muay Thai oder Silat. Wenn man als Martial Arts kann, sollte man es auch in einen Film packen und nachdem The Raid 1 und 2 zeigten, dass auch moderne Actionfilme immer noch etwas neues bieten können und die Fans begeistern, warum nicht eine ähnliche Handlung machen und einen eigenen Film drehen. Dabei kommt dann Jailbreak raus.

Die Handlung dreht sich um eine kleine Gruppe von Polizisten, darunter auch Jean-Paul, welcher gerade aus Paris gekommen ist und sich anschauen soll wie die Polizei in Kambodscha arbeitet. Sein erster Einsatz klingt sehr harmlos. Man soll Playboy ins Gefängnis bringen, er ist scheinbar der Kopf der Butterfly Gang, doch die haben eine Anführerin und diese will er verraten. Die Anführerin will das natürlich verhindern und unternimmt einiges, doch alles geht schief. So tritt Plan C in Kraft, ein Aufstand im Gefängnis, wo zufällig Playboy ums Leben kommen soll. Doch die kleine Gruppe an Polizisten ist auch noch vor Ort und kämpft sich durch den Knast und will Playboy beschützen.

Machen wir uns nichts vor, die Handlung von Jailbreak ist nur Albi für die Martial Arts Szenen, leider versucht man es dennoch mit der Geschichte und lässt sich auch Zeit bis es los geht. Danach bekommt man dann paar nette Actionszenen. Leider vergisst man dabei aber die Charaktere und man wirft einen Bösen nach den anderen in Ring, ohne dabei die Hauptcharaktere aufzubauen. Es kommt sogar eine kleine Liebesgeschichte vor aber auch das wird wirklich erzählt, es passiert einfach.

Jailbreak mit dürftiger Handlung

Die Handlung von Jailbreak ist sehr einfach gestrickt, man macht es sich mit der Einführung der Charaktere schon sehr einfach. Wir sehen am Anfang erstmal nur das Gefängnis wo die Handlung spielen wird und zwei Verbrecher, die scheinbar wichtig sind, weil sie im TV sehen das Playboy verhaftet wurde. Warum sie das interessiert? Das erfahren wir hier noch nicht. Zur selben Zeit kommt Jean-Paul bei der Polizei an und wird herum geführt und sieht die anderen Wichtigen Charaktere, die werden mit einer kurzen Szene eingeführt beim Training und dann geht es auch schon los. Playboy muss in den Knast gebracht werden und die kleine Gruppe muss nun los. währenddessen plant die Butterfly Gang den Tot von Playboy, doch hier klappt so einiges nicht. Auch der versucht den Transport aufzuhalten geht schief.

Wir sind im Knast angekommen und werden herum geführt und man will uns hier die Umgebung zeigen und ein paar böse Charaktere. Dabei lernen wir auch nicht viel über die anderen Charaktere. Es scheint nur etwas Probleme mit Jean-Paul zugeben, weil keiner ihn versteht und man nicht weiß was er genau will. Einzig die Frau im Team, von der wir nicht viel wissen, scheint ein Auge auf Jean-Paul geworfen zu haben. Das entwickelt sich langsam im Film. Der Höhepunkt ist ihre Rettung von einer versuchten Vergewaltigung. Wenn man schon in einem Männerknast ist, müssen die natürlich die einzige Frau auch versuchen sexuell zu belästigen. Gehört scheint immer noch zum guten Ton in so manchen Film.

Die Butterfly Gang hält sich aber die meiste Zeit im Film in Hintergrund, obwohl sie aus Frauen besteht, machen sie nicht viel. Sie sollen wohl nur gut aussehen und das man es für Promomaterial nutzen kann. Wie gesagt politisch und religiös ist Kambodscha nicht unbedingt das beste Land auf der Welt. Das merkt man auch etwas im Film, das Frauenbild wird zwar versucht Modern zu zeigen, doch im Knast herrschen scheinbar noch andere Regeln, was man in einer Szene sieht.

Action

Kommen wir zu dem was Jailbreak ausmacht die Action und hier merkt man dann auch schnell, das so einige vergleiche mit The Raid nicht weit hergeholt sind. Was aber nicht auf die Qualität der Martial Arts Szenen bezogen ist,  sondern auf den Stil wie sie gefilmt sind. Man hat hier das Gefühl ein paar Freunde, die etwas Ahnung vom Filme machen haben, fanden The Raid toll und haben für sich eine einige Version gedreht. Denn so wirkt der Film an vielen Stellen. Man bekommt man sehr viel geboten. Doch einiges wiederholt sich schnell. So ist die erste Szene wo die Gruppe gegen eine Horde an Häftlingen antritt noch sehr unterhaltsam, so ist dann das dritte Mal doch eher ermüdend und man hofft auch mal auf längere Szenen gegen härtere Gegner.

Dies kommt auch aber auch hier merkt man immer wieder, dass The Raid Vorbild war. An manchen stellen kopiert man zu offensichtlich und man hat nie das Talent der anderen. So hat man zwar ein paar nette einzel Duelle aber viele vergisst man schnell, weil auch hier immer nur dasselbe geboten wird und entweder sind die Helden extrem stark oder versagen schnell und brauchen Hilfe. Warum man in einem Kampf das Finale hinter einem weißen Vorhang passieren lässt uns als Zuschauer aussehen vor, muss man nicht verstehen. Diese Stelle reißt auch den sonst so guten Kampf ins lächerliche.

Optik

Man sieht Jailbreak an, dass die Macher wohl nicht so viel Geld hatten. Denn der Knast wirkt recht billig und irgendwie hat man eher das Gefühl, das die Insassen auch so entkommen könnten, bei der Qualität der Gitter und Türen die uns gezeigt werden. Auch sieht es in manchen Szenen so aus, als wär manche Wand erst vor kurzen fertig gestellt und nicht verputzt wurden. Ansonsten versucht man alles so dreckig wie möglich dar zustellen, das zu Aufnahmen führt wo man kurz ein Pissoir sieht, wo noch Urin drin ist. Vor allem bei den Szenen mit Playboy und wie der versucht zu Pinkeln und es nie schafft. Er ekelt sich oft. Scheinbar ist das die Art von Humor die uns der Film anbietet, solche Szenen gibt es öfters.

Ansonsten hat man bei der Kamera einige nette Ideen, vor allem in der ersten großen Martial Arts Szene, gibt es eine Stelle wo wir kurz alles aus der Sicht eines Bösen sehen und wie er verprügelt wird und herum taumelt, das ist eine nette Idee, die auch gut funktioniert. Ansonsten wiederholt sich viel bei der Action und auch bei der Kamera. Man merkt sehr deutlich, das The Raid und andere moderne Martial Arts Filme hier Vorbild waren aber man nicht das Talent hat das auch so gut umzusetzen.

Fazit:

Jailbreak vermag zu unterhalten auch wenn sich die Action schnell abnutzt. So ist der Film mit unter 90 Minuten recht kurz und so kommt keine Langeweile auf. Man merkt aber deutlich, wen man kopieren wollte und da erreicht man die Qualität einfach nicht. Ansonsten nette Martial Arts Kost für zwischendurch.

Jailbreak

Movie title: Jailbreak

Director(s): Jimmy Henderson

Actor(s): Jean-Paul Ly, Dara Our, Tharoth Sam, Celine Tran, Savin Phillip, Dara Phang, Laurent Plancel, Sok Visal, Georgina Tan, Dy Sonita, Lida Duch, Kong Ka Chan

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.6/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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