Cyborg

Albert Pyun wird sicherlich niemals als eine der Regisseure in die Geschichte eingehen, der mit seinen Filmen Meisterwerke geschaffen hat. Er gehört auch eher zu den Schaffenden, welche schlechte Filme drehen. In den 80ern war er aber noch relativ neu in der Filmwelt, nachdem er in Japan gelernt hat und auch Regieassistent von Akira Kurosawa gelernt hat. Auch berühmt wurden die Cannon Studios, diese wollten ein Sequel zum He-Man Film drehen und auch ein Spider-Man Streifen. Doch beide Filme sind nie entstanden. Dafür hatte man die Sets und Kostüme und auch Drehbücher. Pyun schrieb das dreh zu dem Master of the Universe Sequel um und so entstand Cyborg. Die Hauptrolle war für Chuck Norris vorgesehen, doch nach dem Erfolg von Bloodsport wurde Jean-Claude Van Damme engagiert. Er schnitt am Ende den Film dann auch, damit die Action besser wirkte und das Drama nicht all zu viel Raum einnimmt.

Die Handlung spielt in dern Zukunft, hier helfen Slinger den Menschen von einer Stadt in die nächste zu kommen, denn Piraten herschen über die zerstörte Welt. Einer dieser Slinger ist Gibson Rickenbacker, er trifft den Cyborg Pearl, welche wohl ein Heilmittel gegen die Seuche hat. Doch der Pirat Fender kommt ihn dazwischen und Pearl entscheidet sich mit ihm zu gehen. Danach trifft Gibson auf die junge Frau Nady, welche seine hilfe braucht aber ihn auch helfen will Pearl zu finden. Denn er will auch Rache an Fender.

Hier muss man sich nichts vormachen, man sieht Cyborg an, dass hier sehr viele Köche den Brei verdorben haben. Die Handlung wirkt wie ein Flickwerk. Man springt immer wieder zu Flashbacks um mehr über Gibson zu erzählen. Dazu gibt es kaum Dialoge und irgendwie ist nie klar was nun als nächstes passiert oder wohin die Reise hingehen wird. Als Zuschauer brauch man auch geduld, denn vieles ist auch Zäh und das für eine Laufzeit von 87 Minuten.

Handlungsfragmente erzählen eine Geschichte in Cyborg

Wir werden einfach in die Handlung von Cyborg geworfen, während uns aus dem Off die Stimme von Fender noch etwas zu der Welt erklärt. Sehen wir Pearl und wie sie auf der Flucht vor Fender ist. Hier treffen wir dann auch aug Gibson. Am Ende dieser Szene wissen wir nicht viel mehr und am diesem Zeitpunkt gibt die Handlung des Films schon auf. Gibson trifft auf Nady, welche ihn erst töten will aber dann hilft er ihr doch und irgendwie erfährt sie auch von Fender und Pearl. Dazu gibt es diese Flashbacks zu einer Zeit wo Gibson schon ein Familienmensch ist und Fender taucht auch immer wieder auf. Diese kleinen Momente sollen die Rache aufbauen.

Im Verlauf dieser merkwürdigen Geschichte lernen wir etwas über die Welt kennen, es gibt eine Seuche. Die Piraten wollen kein Heilmittel, ihn gefällt es so. Gibson will nur noch Rache und hat aufgegeben, obwohl er Pearl retten will. Nady hat auch Motive aber die sind nie so klar, sie scheint auf Gibson zu stehen. Zeigt sie ihn doch auch am Lagerfeuer ihre Brüste aber er lehnt ab. Ein wahrer Gentleman halt. Die Zeiten wo man Sex hat einfach so waren 1989 schon vorbei. Die Liebesgeschichte wird auch nie aufgebaut und dann gibt es da noch Haley, eine junge Frau aus der Vergangenheit von Gibson, welche nun zur Gruppe von Fender gehört.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt gibt die Handlung von Cyborg auch einfach auf, man verfolgt keinen Weg mehr, sondern arbeitet nur noch auf die Konfrontation hin, damit Gibson seine Rache bekommen kann. Irgendwelche Entwicklung der Charaktere hat man nicht und auch sonst endet alles in einem merkwürdigen Ende, so als ob man es doch geschafft hätte. Jedenfalls hat man als Zuschauer auch aufgegeben und betrachtet nur noch die Bilder und die Action.

Action

Man merkt sehr deutlich, dass in dieser Version von Cyborg der Fokus auf die Action liegt. Auch wenn sie nicht die beste ist, die man in einem Film aus den 80er sehen kann oder gar in einem Jean-Claude Van Damme Film. Denn man sieht immer wieder, dass der Film damals auch Probleme mit der MPAA hatte und einige Szenen wohl etwas gekürzt wurden. Das führt zu noch merkwürdigen Schnitten in der Action als sie sonst schon da sind. Zwar tat Van Damme einen guten Job beim Schnitt, denn die Szenen wirken dynamisch und man versucht auch viel Bewegung rein zubringen. Doch retten kann man nicht viel, denn vieles scheint schon beim Dreh nicht besonders gut gewesen zu sein. Vieles ist nur Treten und schreien und mit einem Messer fuchteln.

Die Kämpfe in Cyborg sind zwar relativ hart aber auch nicht immer so überzeugend. Man sieht auch deutlich, dass man nicht viele Darsteller hatte und so mancher Handlanger von Fender scheint dieselbe Person zu sein, meist nur mit einer Maske auf. Auch das Finale bietet zwar einen langsamen und harten Kampf zwischen den beiden. Es ist zwar auch eine Erlösung der Gefühle und Gibson bekommt seine Rache aber es ist auch das typische. Man nutzt die Trademark Moves von Van Damme dann doch zu oft. Einzige Highlight ist die Szene in der Kanalisation, wo Gibson einen Handlanger erledigt und dafür über ihn ist mit dem typischen Jean-Claude Van Damme Spagat. Das sieht echt gut aus.

Optik

Kommen wir zu dem wo Cyborg etwas punkten kann. Denn der Film sieht gut aus, die Kamera ist gut und auch die Settings funktionieren zum größten Teil auch. Man hat das Gefühl am Anfang wirklich in einer zerstörten Welt zu sein, was wohl an den Sets der zwei Filme liegt, die man nie gedreht hat. Danach wird es dann zu einem typischen billigen Film, nur dass Pyun etwas mehr Talent hat. Wir haben viele leerstehende Fabrikgebäude und sehr viel Wald und Wiesen und auch etwas Wasser. Es passt zwar zur Geschichte des Films, wirkt aber auch immer etwas so als ob man einen einfachen Weg geht. Andere Endzeit Filme haben das besser gemacht.

Ansonsten wirkt der Film halt wie ein typischer 80er Jahre Film. Man merkt zwar immer wieder Albert Pyun wohl wirklich bei Kurosawa gelernt hat, doch am Ende ist der Film dann doch ein Flickwerk, wo verschiedene Personen dran herum geschnitten haben. Die Actionszenen haben einen guten und modernen Schnitt, auch lässt Van Damme hier manches länger laufen oder der Schnitt verfolgt den Schlag oder Tritt. Das funktioniert gut und wie gesagt die Szene in der Kanalisation sieht echt gut aus, die ganze Szene dort hat eine gute Atmosphäre. Auch das Finale beim Regen, hier sind wir bei der Akira Kurosawa Schule, sieht gut aus.

Fazit:

Cyborg ist ein zäher Film, wo man als Zuschauer das Gefühl hat man sieht immer wieder etwas anderes. Was an der Produktionsgeschichte liegt. Zwar bekommt man etwas harte Action geboten, doch der Film kann auch kaum unterhalten, viel zu wirr ist das erzählte und irgendwann gibt man einfach auf.

Cyborg

Movie title: Cyborg

Director(s): Albert Pyun

Actor(s): Jean-Claude Van Damme, Deborah Richter, Vincent Klyn, Alex Daniels, Dayle Haddon, Blaise Loong, Ralf Moeller, Haley Peterson, Terrie Batson, Jackson 'Rock' Pinckney, Janice Graser, Robert Pentz

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 4/10
    Action - 4/10
  • 4/10
    Unterhaltung - 4/10
4.8/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)

Produkte von Amazon.de

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.