The Foreigner

In den vergangenen Jahren hat Jackie Chan viele Rollen angenommen, welche er wohl früher nicht für möglich gehalten hätte. Dabei wurden die Rollen auch ruhiger und ernster, manchmal gab es kaum noch Action, dafür aber mehr Schauspiel. Wir bekamen dabei auch ein paar gute Filme geboten, leider gibt es auch einige wirklich schlechte in seiner Filmografie, das geht aber schon am Anfang los, nur wurde es jetzt noch deutlicher. In den 80er Jahren hätte man es nie gedacht, dass Chan jemals in so einem Film wie The Foreigner die Hauptrolle übernehmen könnte. Denn hier bekommen wir einen düsteren Rachethriller, wo kaum eine Figur wirklich sympathisch ist. Dazu geht es um Terror und man spricht die IRA an. Also etwas ganz anderes und keine Angst es geht nicht in Richtung Taken. Jackie Chan wird hier nicht zu Liam Neeson, eher zu Rambo.

Die Handlung dreht sich um Quan Ngoc Minh, welcher bei einem Bombenanschlag seine Tochter verliert. Schnell bekennt sich eine Gruppe der IRA dazu, dass sie den Anschlag verübt haben. Doch Quan lässt das nicht locker und er will wissen wer es war. Er versucht alles um an die Namen zu kommen. Nach einem Telefonat mit Minister der für diese Fälle zuständig ist, ist sich Quan sicher dass mehr dahinter steckt. Er fährt nach Irland und besucht Liam Hennessy und fängt an noch mehr Druck auszuüben um an die Namen zu kommen. Dabei schreckt Quan Ngoc Minh vor nichts mehr zurück und wird selbst zum Terrorist. Doch wird er die Namen bekommen und seine Rache?

Jackie Chan zeigt sich hier von seiner düsteren Seite, denn wir erleben einen Mann der alles verloren hat. Das macht der Film von Anfang an klar. Leider geht er in eine Richtung wo man kaum noch nach vollziehen kann warum er das nun tut. So bekommen wir zwei Stunden lang einen düsteren Thriller geboten, wo noch mehr passiert als die Rache. Am Ende ist man aber irgendwie unzufrieden und nicht wirklich befriedigt.

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The Foreigner hat keine sympathischen Charaktere

Auch wenn als Zuschauer Jackie Chan immer als sympathische Figur im Kopf hat, bei The Foreigner wird das schnell vernichtet. Denn die Figur die er spielt, ist nicht besser als seine Gegner. Er geht über Leichen und das auch von Unschuldigen, nur damit er seine Rache bekommt. Das wird schon sehr schnell deutlich, wenn Quan anfängt Bomben zu bauen und Liam Hennessy zu terrorisieren. Auch wenn dieser Charakter kein guter ist. Auch hier macht das The Foreigner sehr schnell deutlich. Er wird uns beim Fremdgehen gezeigt, so soll man als Zuschauer wissen, dass er kein netter Typ ist, er betrügt seine Frau. In Sachen Hintergrundgeschichte der Figuren trägt der Film sehr dick auf und man bekommt die volle Ladung an Stereotypen geboten, damit ja versteht was hier ab geht. Etwas weniger wär besser gewesen.

Die Handlung selbst von The Foreigner ist wie ein typischer Rachethriller, dabei stößt aber nicht die Hauptcharakter auf die Machetaten der Bösen, sondern der Film immer wieder selbst. Auch wenn Lia Hennessy am Anfang unschuldig wird, im Verlauf der Handlung und das wird auch ohne zu Spoilern wirklich schnell klar, hat Dreck am Stecken. Dabei werden die eigentlichen Attentäter aber meist aussen vor gelassen und wir sehen immer wieder nur kurze Momente, wie sie den nächsten Anschlag planen. Hier verlaufen zwei Handlungen, die irgendwann zusammen kommen.

Im Grunde kann man der Geschichte von The Foreigner nicht viel vorwerfen. Man versucht hier halt einen Charakter in einer Ausnahmesituation zu zeigen. Dabei wird Quan aber immer mehr zu einem Rambo, der nichts mehr kennt als Rache. Doch am Ende ist das alles dann so schlecht beendet, dass man das Gefühl hat, keiner der Charakter die das überleben haben irgendwelche Konsequenzen zu fürchten. Das ist bei dem Thema und wie man mit manchen Themen um Film doch sehr verwunderlich, vor allem gibt es auch Stellen die nie weiter verfolgt werden.

Action und Spannung

Nicht nur Jackie Chan ist alt, sondern auch sein Charakter. So bekommen wir einen 61 Jährigen Mann zu sehen, der dank seiner Ausbildung beim Militär einige Fähigkeiten hat. Man baut natürlich ein paar Szenen ein, die das Martial Arts Talent von Chan zeigen, man will die Fans nicht ganz verärgern. Doch der Film geizt mit den Actionszenen, zwar gibt es ein paar Bombenanschläge, die sind aber anders in Szene gesetzt und sollen den Terror zeigen. Die wenigen Actionszenen sind aber gut, vor allem im Finale. Im Verlauf des Films bekommt man auch immer wieder die Konsequenzen zu sehen, wenn jemand verletzt wird, ist er es dann auch noch später. Obwohl hier The Foreigner wirklich in einer Szene zu Rambo mutiert und auch immer wieder deutet man das an, dass Chan ein Ex Militär ist. So als Rambo oder der typische Steven Seagal Charakter in einem Film einen asiatischen Bruder hätten.

Der Film beginnt schon spannend, denn man merkt das Quan spürt das etwas nicht stimmt oder er einfach nur ein überfürsorglicher Vater ist. Wir sehen aber auch im Verlauf von The Foreigner auch warum. Ansonsten gibt es immer wieder spannende Szenen im Thriller, die den Zuschauer bei Laune halten. Denn wir sollen mit fiebern, was aber auf der Grund der unysmapthischen Figuren schwer ist. Dennoch ist die Handlung interessant genug, das immer wieder Spannung entsteht in den knapp zwei Stunden laufzeit.

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Optik

Man merkt, dass Martin Campbell schon einige Hollywood Filme gedreht hat und auch ein paar James Bond Filme aber er dreht auch The Green Lantern, über diesen Film hüllen wir unser schweigen. Jedenfalls weiss er wie man eine Szene dreht, dass sie auch spannend ist. Der ganze Film über ist in sehr dunklen Farben gehalten, was die Düsternis der Geschichte noch verstärkt. Auch die Anschläge sind mit viel Wumms gefilmt und sorgen für den Schockmoment, schon am Anfang reisst es den Zuschauer kurz aus der Geschichte, weil man damit an dieser Stelle nicht rechnet. Man macht hier keinen Gefangenen.

Alles ist auch wie ein moderner Thriller gehalten, wir werden über Orte und Figuren informiert und manchmal fällt es dennoch schwer zu verfolgen, wie manche Figuren von A nach B gekommen sind, vor allem Quan der gesucht wird, kann einfach so von England nach Irland reisen und auch wieder zurück. Das fiel wohl irgendwo einfach runter. Ansonsten inszeniert man die Actionszenen auch so, dass man als Zuschauer alles mitbekommt.

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Fazit:

The Foreigner ist ein netter Rachethriller, der leider keine sympathischen Charaktere hat. Dazu wirkt die Figur von Jackie Chan stellenweise wie der Bruder von Rambo. Ansonsten wird man gut unterhalten.

The Foreigner

Movie title: The Foreigner

Director(s): Martin Campbell

Actor(s): Jackie Chan, Pierce Brosnan, Charlie Murphy, Michael McElhatton, Tamia Liu Tao, Orla Brady, Katie Leung, Manolo Cardona, Simon Kunz, Pippa Bennett-Warner, Roberta Taylor, Dermot Crowley

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.0/10
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BastitheEnd

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