Tesis – Der Snuff Film

In den 90ern gab es dank des aufkommenden Internets immer wieder Diskussionen über Snuff Filme, ob es sowas wirklich gibt und warum Menschen das schauen. Man hatte auch die Mondo Filme vergessen, welche nichts anders als das Thema auch schon beinhaltet haben, das Filmen von realen Tötungen. Da aber ein Snuff Film noch etwas anderes war und dank bestimmter Webseiten fand man viele Unfallbilder und anderes, war es immer wieder ein Thema. Auch im Film 1999 machte sich Nicolas Cage in 8mm auf die Suche nach diesen Filmen. Doch schon drei Jahre vorher in Spanien erschien ein Film der sich auch mit diesem Thema auseinandersetzte, das war Tesis – Der Snuff Film, wie er mit der schönen Tagline heißt, man hat damals das deutsche Publikum wirklich für dumm gehalten. Dabei macht Tesis aber auch Ausflüge in die Diskussion rund um Gewalt in Medien und vor allem im Film.

Die Handlung dreht sich um die Studentin Angela, welche an ihrer Diplomarbeit sitzt, sie will über Gewalt im Film schreiben, dabei will sie auch drauf ein gehen was es für Filme gibt. Doch sie braucht Hilfe, sie bittet ihren Professor um Hilfe, dieser soll für sie ein paar Filme besorgen, wahrscheinlich Gewaltpornos. Auch findet sich Hilfe bei dem Student Chema, welcher eine große Sammlung an blutigen Filmen besitzt, bei ihren ersten Treffen zeigt er ihr ein Mondo Film. Währenddessen entdeckt der Professor im Filmarchiv einen abgelegenen Raum und hier findet er ein Videotape, was ihn umbringt. Angela nimmt das Band mit und schaut es sich mit Chema an. Es ist ein Snuff Film, jemand bringt eine Studentin um. Beide fangen an sich auf die Suche nach dem Täter zu machen.

Es gibt sicherlich mehr als eine Art Tesis zu entdecken, das eine wär das gelbe Videocover gewesen oder auch das Lied Der schwarze Mann von Terminal Choice, welches am Anfang ein Sampel aus dem Film nimmt. Damit begann dann auch die Suche, denn damals war es nicht so einfach heraus zu finden woher das Zitat stammt was man hörte. Hat man den Film gefunden, fand man die gelbe Hülle des Films und schaute sich ihn an.

Tesis der Psychothriller

Man merkt zwar immer wieder sehr deutlich, dass Regisseur Alejandro Amenâbar hier sich bei Hitchock bedient hat und man versucht mit dem Zuschauer zu spielen. Denn schon bei machen Charakter soll man als Zuschauer unsicher sein ob er nun zu den Bösen gehört oder nicht. Das macht nicht nur Angela langsam paranoid, sondern auch uns den Zuschauer. So kommt es zu einigen Wendungen. Doch bis dahin, beleuchtet Tesis immer wieder genau das Thema der Gewalt im Film und die Faszination der Menschen auf dieses Thema. Dabei Reden die Charaktere auch sehr oft über das Thema, vor allem Angela und sie ist gegen Gewalt aber auch davon fasziniert, wie die erste Szene des Films schon sehr deutlich zeigt.

Angela ist es auch die wir als Zuschauer immer wieder sehen im Film, wie sie mit sich hadert ob sie das wirklich will. Auch wenn sie die Leiche ihres Professors findet. Sie wirkt wie magisch davon angezogen und auch von dem was er sah. Hier dauert es aber bis sie sich anschauen kann. Als Zuschauer erleben wir vieles aus ihrer Sicht, so sehen wir was auf dem Tape ist auch erst wenn sie es sich anschaut. Wir wissen nie mehr als Angela weiss und sind immer auf ihrer Seite, wenn es um Charaktere geht, die ihr vielleicht wirklich nur helfen wollen. Dabei merken wir aber auch, wie Paranoid sie langsam wird.

Das Auftauchen von Bosco bringt auch die Dynamik zwischen Angela und Chema durcheinander, denn sie weiss nicht ob sie wirklich auf Chema hören soll oder ob Bosco doch unschuldig ist. Das zieht sich durch den ganzen Film. Wir als Zuschauer wissen es bei der ersten Sichtung auch nicht. Danach kann man genau hinschauen und versuchen Hinweise zufinden, wer nun recht hat und was eigentlich los ist. Bei manchen Charakteren ist es aber dennoch zu eindeutig.

Snuff und Spannung

dadruch, dass wir als Zuschauer nicht schlauer sind als Angela, baut sich auch viel Spannung auf, obwohl der Film sehr lange braucht bis sie wirklich in Fahrt kommt. Es ist hier sehr schleichend, vor allem nach dem Fund des Snuff Films dauert es immer noch etwas, bis man weiter sucht. Als Zuschauer merkt man aber hier auch schon, das etwas nicht stimmt und so werden wir langsam in den Bann gezogen. Immer mehr tauchen wir in die Welt ein, ohne davon etwas zu sehen. Es ist mehr wie ein Krimi wo man auf der Suche nach dem Killer ist.

Man behandelt das Thema des Snuffs zwar aber auch hier dauert es etwas, es wirkt schon so, als ob man sich das für einen Höhepunkt aufhebt. Ausgesprochen was passiert wird zwar öfters aber das Thema fässt man dann doch seltener an. Wenn dann erklärt man den Zuschauer auch nochmal was Snuff eigentlich ist. Es ist aber auch der Punkt in der Handlung von Tesis, wo wir immer mehr Verdacht haben gegenüber einen Charakter und seine Motive besser verstehen. Dabei sind wir wie Angela aber auch schon so Paranoid, dass wir nicht sicher sein können ob er wirklich einer der Guten ist und nicht doch dabei war. Das behält der Film bis zum Schluß bei. Hier lässt man es offen und das funktioniert. Obwohl man am Ende noch mal drauf eingeht, wie Gewaltgeil doch die Menschen sind. Diesen moralischen Zeigefinger hätte man sich auch sparen können.

Optik

Am Anfang will uns Tesis noch die Kontraste zeigen, wie unterschiedlich doch Chema und Angela sind. Das passiert in einer Szene sehr deutlich, in der Cafetaria. Hier hört Angela Metal, während Chema klassische Musik hört. Beide kommen sich näher und die Musik wechselt immer hin und her. Das soll wohl auch verdeutlichen, dass man Menschen nicht nach ihrem Auftreten beurteilen soll, denn anders herum wär es wohl passender. Auch die Wohnung von Chema ist eines typischen Horrorfilm Fans, vor allem wenn man bedenkt, dass wir uns Mitte der 90er befinden. Man will wohl nicht alle Stereotypen aufgeben, obwohl Chema sehr deutlich auch drauf anspielt, was für ein kranker Typ er ist. Während also Angela immer Unschudlig tut aber genauso von dem fasziniert ist, wirkt alles bei ihr sehr harmlos, wie ein normaler Filmstudent.

Auch sieht Tesis sehr europäisch aus, man sieht ihm also an, dass er nicht in den USA entstanden ist. Was wohl auch gewollt ist. Obwohl er sehr international gehalten ist. Vor allem bei Schildern oder Beschriftungen. So wirkt alles wirklich wie eine europäische Universität oder Stadt. Auch sieht man dem Film an, dass er in den 90er gedreht wurde, vor allem bei der Mode von Chema, obwohl er nette Film T-Shirts trägt, so wirkt alles doch etwas zu sehr wie der typische Grunde look. Dazu auch die Videotapes und das besprechen von Zeilenumbrüche, wenn man keine Ahnung von dem Thema hat, wirkt diese Stelle in Tesis doch etwas merkwürdig.

Fazit:

Tesis – Der Snuff Film ist ein interessanter Thriller, der sich zwar einiges bei Hitchock abgeschaut hat aber sehr eigenständig ist. Das Thema und wie man es verarbeitet, wirkt zwar etwas verbittert, vor allem bei der Gewalt in Filmen und das Menschen sowas sehen wollen und man es wohl nicht gut findet, haben einen faden Beigeschmack. Ansonsten bekommt man einen netten Thriller geboten.

Tesis

Movie title: Tesis - Der Snuff Film

Director(s): Alejandro Amenábar

Actor(s): Ana Torrent, Fele Martínez, Eduardo Noriega, Xabier Elorriaga, Miguel Picazo, Nieves Herranz, Rosa Campillo, Francisco Hernández, Rosa Ávila, Teresa Castanedo, José Miguel Caballero, Joserra Cadiñanos

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 6/10
    Atmosphäre - 6/10
7.4/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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