Kategorien
FIlmkritik

Martial Law

Der US B-Action Filmmarkt ist groß und bietet sehr viele Filme, davon sind sehr viele sehr schlecht und vergessen oder komplett unbekannt. Dann gibt es noch die Filme, welche auf VHS erfolgreich waren, weil man zur richtigen Zeit das Bot was das Publikum sehen wollten. Denn 1990 war der Videomarkt schon voller Hongkong Actionfilme, welche zeigten was alles möglich ist. In den USA sah es noch etwas anders aus. Man wollte aber mithalten, Martial Arts Filme waren wieder in und so gab es viele Prügelfilme mit halbwegs talentierten Schauspielern. Das war wohl auch die Idee hinter Martial Law, denn hier hat man mit Chad McQueen einen halbwegs fähigen Typen in der Hauptrolle, den man vielleicht als Dutch aus Karate Kid 1 und 2 kennt. Als weibliche Hauptrolle nahm man Cynthia Rothrock, welche in ein paar Hongkong Filmen ihr Talent zeigte.

Die Handlung dreht sich um den Polizisten Sean, welchen man auch Martial Law nennt. Er wird immer dann gerufen wenn die Kacke am Dampfen ist. Seine Freundin und Partnerin Billie hilft ihn auch immer wieder. Als sein Bruder Michael erwischt wird, will er nicht glauben, dass dieser in Auto diebstähle verwickelt ist. Doch Michael arbeitet für Dalton Rhodes, einen knallharten Verbrecher, welcher seine Genger mit bloßer Hand erledigt. Michael wird immer tiefer in die Machenschaften verwickelt. Kann Sean ihn noch retten?

Man merkt sehr schnell, dass Martial Law wohl ein Drehbuch hatte, was nicht viele Seiten an Handlung bot. Denn alles wirkt wie eine typische Geschichte aus einer beliebigen Copserie. So fühlt sich dann der Film auch immer wieder an. Ab und an wirft man eine kurze Actionszene ein und Cynthia Rothrock verkommt zu einem Nebencharakter und das ist auch das größte Problem des Films. Man nutzt nicht das Talent von Frau Rothrock. Sie darf zwar ab und an ran. Doch es wirkt so als ob man Chad McQueen als Actionstar aufbauen will und David Carradine ist auch nur wegen seiner Rolle in Kung Fu dabei. Willkommen in der 90er Jahre B-Actionfilm Welt.

©2017 DIGIDREAMS Studios

Martial Law und die dünne Handlung

Man merkt zwar Martial Law an, dass man es versucht die Charaktere einzuführen. Man will uns auf bieten und brechen zeigen was für ein harter Hund Sean ist. Doch abkaufen will man es ihn nicht so recht. Obwohl er im Alleingang eine Geiselnahme beendet. So hat man als Zuschauer nicht das Gefühl, dass er irgendwie sympathisch ist oder gar der Held der Geschichte. Der Charakter wirkt eher wie rein gezwungen in seine Rolle und muss nun damit zurecht kommen. Er wirkt wie ein vergessener Held, der wirkt wie ein aufgepumpte Version des Typen von Neben an, der aber auch zu Machohaft ist, dabei aber versucht schon liebevoll zu sein. Denn er liebt seine Mutter und macht sich sorgen um seinen kleinen Bruder. Das kauft man aber Chad McQueen nicht ab.

Auch Billie die Freundin und Partnerin wirkt einfach wie in den Film geworfen, sie ist einfach da. Wird uns gleich als Freundin von Sean vorgestellt aber davon darf ihr Vorgesetzer nichts wissen. Sie hilft ihn aber immer wieder bei Einsätzen und zeigt ihr Talent und verprügelt Typen. Woher sie das kann, darüber lässt man uns im Dunkeln. Was nicht stören würde, wenn alle anderen Figuren auch einfach so könnten, was hier zum Teil auch der Fall ist aber andere haben es gelernt, waren wie Sean in Hongkong oder haben sogar eine Kampfsport Schule, wie Dalton Rhodes.

Kommen wir auch zu Dalton Rhodes, er wird hier als so Böse dargestellt wie es nur geht. Er hat aber auch keine Motivationen dafür, er ist es einfach. Also das typische Problem vieler Filme. David Carradine wirkt auch ab und an etwas verloren in dem Film, obwohl er hier auch auf geht als Anführer und verrückter Typ. Man merkt also Martial Law versucht seine Handlung sehr einfach zu halten.

Action

Man sollte bei Martial Law kein Actionfeuerwerk erwarten oder gar einen guten Martial Arts Film. Zwar scheint Chad McQueen etwas ahnung zu haben aber meist wirkt sein können, doch sehr gelernt und er wiederholt seine Moves immer wieder. So sind die Szenen dann auch gestaltet, zwar gibt man sich mühe und will hier gute Handkanten Action zeigen aber nicht immer funktioniert das. Wenn man bedenkt, was Hongkong zur selben Zeit schon gezeigt hat, wirkt das hier halt wie ein Prügelfilm, was zwar auch unterhält aber spektakulär wirkt das alles nicht. Das stört zwar weniger aber es ist auch schade, vor allem weil man mit Cynthia Rothrock jemanden hat, die schon vorher ihr können unterbeweis stellen könnte.

Achja wenn man jetzt denkt, dass David Carradine irgendwie überzeugend wär in seinen Szenen, der sollte das schnell vergessen. Denn man merkt das es Stuntmänner sind und in Nahaufnahmen und Szenen wo man ihn sieht, wirkt das alles sehr peinlich und unbeholfen. Zwar verkörpert er den Bösen echt gut aber in den Szenen wo es drauf an kommt, wirkt das alles eher so zufällig als ob er nie wüsste was er tut. So hat er einen Killer Move welchen wir auch in Zeitlupe zu sehen bekommen und das immer wieder, was leider nicht die Wirkung hat welche sie zeigen sollte.

©2017 DIGIDREAMS Studios

Optik

Willkommen im Jahr 1990, wo die Mode sehr merkwürdig war und in Nachtclubs noch Hairmetal Bands spielen, die aussehen als wär es immer noch 1986 und man vergessen hat, dass sich die Zeiten geändert haben. Jedenfalls Martial Law ist ein Kind seiner Zeit und das sieht man ihn sehr deutlich an. Die Outfits, die Umgebung alles sieht so aus, als ob man aus direkt aus den 80er gekommen ist und nun in ein neues Jahrzehnt eintaucht. Das erklärt so manche Frisur und andere Dinge. Ansonsten sieht alles Ok aus, auch scheint man mehre Sets genutzt zu haben und Locations. So wirkt das nicht alles unbedingt wie eine Videoproduktion.

Bei der Kamera und den Aufnahmen sieht man Martial Law auch nicht immer an, dass er für den Heimvideomarkt produziert wurde. Sondern man versucht noch Kino zu machen, schon der Vorspann mit LA bei Nacht wirkt überzeugend. Auch ein paar andere Aufnahmen zeigen, dass man alles sehr ernst nimmt. Auch bei der Action zeigt man, dass man die Szenen zeigen will und hier hat der Film zwar immer wieder seine Probleme, so sieht man als Zuschauer immer wieder das Können und nicht Können der Schauspieler.

©2017 DIGIDREAMS Studios

Fazit:

Martial Law ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Die Action kann nicht immer überzeugen und die Schauspieler wirken alle zum Teil auch sehr gezwungen in ihre Rolle. Als Zuschauer bekommt man dennoch einen unterhaltsamen Film, welcher aber auch sehr viele schwächen hat.

[wp-review id=“8226″]

Bilder Coypright: ©2017 DIGIDREAMS Studios

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.