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FIlmkritik

Lady Bloodfight

Als Jean-Claude Van Damme 1988 in Bloodsport die Menschen in die Welt des Kumite eingeführt hat, hat man den Martial Arts Film auch etwas verändert, vor allem in Hollywood. Es folgten ein paar Fortsetzungen und viele Filme die auch das versucht haben. Ein Kampfsport Turnier, verschiedene Kämpfer treffen aufeinander, dazu eine Genrehandlung und schon hat man einen Film fertig. Im Jahr 2016 schien man sich sicher, dass dies auch mit Frauen klappt und so drehte man Lady Bloodfight, welcher auch mal Lady Bloodsport heißen sollte und das ist sehr treffend. Denn man nahm die Handlung von Bloodsport und passte sie etwas an aber als Zuschauer merkt man sehr deutlich wer hier Pate stand. Mit Amy Johnston in der Hauptrolle hat man eine zukunftigen Star des Martial Arts Film in der Hauptrolle, was kann da schon schief gehen?

Die Handlung dreht sich um Jane, welche nach Hongkong will um am Kumite teilzunehmen, denn ihr Vater hat es auch versucht und verschwand dann. Von ihm hat sie auch die Kampfkunst gelernt, wie der zufall will findet bald wirklich ein Kumite statt und man sucht auch Kämpfer aus der ganzen Welt. Nachdem Jane in Hongkong ausgeraubt wurde, wird sie von Shu aufgenommen, denn sie braucht eine Schülerin die für sie im Kumite antritt um ihre Fhede mit Wai zu beenden. Diese hat in Ling ihre Schülerin gefunden. Doch auch die anderen Kämpferinnen aus aller Welt sind stark, wird Jane das Turnier gewinnen können?

Hallo Bloodsport, oh wir sind ja bei Lady Bloodfight. Im Grunde schaut man aber nur eine Abwandlung von Bloodsport, anders kann man es nicht beschreiben. Denn die Geschichte des Films ist sehr nah an seiner Vorlage dran und man versucht aber alles soweit zu umschiffen, dass es nicht so auffällt, was aber nie gelingt. Dazu hat man auch das Kumite und die verschiedenen Kämpferinnen und man baut auch den Bösen auf, nimmt hier aber eine andere Wendung. Ansonsten ist es dasselbe.

Lady Bloodfight oder doch Lady Bloodsport?

Bei Genrefilmen ist es nicht verwunderlich, dass die Handlung immer etwas gleich ist. Denn es gibt bestimmte Bausteine die dabei sind, die prägen das Genre und man kann sie zwar anders anordnen und manche vielleicht auch weg lassen. Doch am Ende entsteht ein Film der in das Genre passt. Doch es gibt dann auch Filme die dreist die Handlung klauen und daraus einen Film machen, früher waren es RipOffs oder Exploitationsfilme, die ein bestimmtes Thema genommen haben und daraus viele Filme gemacht haben, was gerade IN war. Bei Lady Bloodfight hat man einfach einen Kultfilm genommen und die Geschichte etwas umgeschrieben. Denn statt Männer bekommt man hier Frauen. So gibt es auf einmal Vaterkomplexe und Trainerinnen, welche die Schüler ausbilden. Doch sonst ist vieles gleich. Im letzten Drittel des Martial Arts Film gibt es dann einige Neuerungen aber davor verläuft sehr viel wie bei Bloodsport.

Die Geschichte von Jane ist halt sehr Genre typisch und passt in viele Martial Arts Filme, welche die 80er in den USA geprägt haben, zwar geht es nicht um Rache, jedenfalls nicht bei Ihr. Hier geht es um die Suche nach ihrem Vater und was ihm ausgemacht hat. Drehbuchautor Bey Logan scheint wohl gedacht zu haben, dass dies die Geschichte etwas weiblicher macht. Dabei sollte er es als Martial Arts Film Experte besser wissen. Man merkt der Handlung an, dass Logan viele Filme des Genres gesehen hat und er das alles in den Film pressen will. Dabei dreht sich alles um das Turnier und man will aber vorher schon sehr deutlich zeigen, wer hier gut ist und wer nicht.

Lady Bloodfight macht es sich sehr einfach, denn man zeigt uns die Charaktere als Gut oder Böse, manchmal auch etwas dazwischen vor allem Ling, welche sich nicht entscheiden kann ob sie nun gut oder böse ist. Dabei zeigt man es auch bei der Kleidung der Figuren, die guten tragen helle Farben und die bösen tragen Schwarz oder dunkle Farben. Grau stufen gibt es hier nicht, auch nicht bei der Charakterentwicklung.

Action

Wie die Handlung es schon verspricht, wir bekommen ein Turnier geboten, welches uns viel Martial Arts zeigen soll und verschiedene Kampfstile. Da man die Handlung aber um ein paar Charaktere gesponnen hat, sind viele der Damen schnell abgehandelt und man zeigt es in einer Montage. Auch merkt man nicht immer an, dass Jane jetzt besser ist als am Anfang. Zwar versucht man es auf biegen und brechen zu zeigen, was sie alles bei Shu gelernt hat, doch irgendwie will das alles nicht fruchten. Wenn es dann aber mal zur Sache geht, wird es hart. Man kopiert hier auch Bloodsport.

Amy Johnston zeigt hier deutlich ihr Talent und das sie hoffentlich eine rosige Zukunft im Actionfilm hat, wo sie noch mehr glänzen kann. Denn bei Lady Bloodfight merkt man auch immer wieder deutlich, dass manche Darstellerinnen vielleicht nicht die Besten sind und man versucht das alles immer wieder zu vertuschen. Das fällt schon auf wie die Action gefilmt ist, auch wenn man versucht alles sehr dynamisch zu halten, so wirkt manches doch sehr schnell abgehakt und auch schneller geschnitten.

Optik

Also Lady Bloodfight ist ein moderner B-Action Film, dies sieht man ihn auch immer wieder an. Man nimmt drohen aufnahmen, lässt die Kameraeinstellungen kaum ruhen bei den Actionszenen, zwar ist nichts verwackelt aber meist gibt es ein paar Einstellungen, dass der Schlag oder tritt dynamischer wirkt. Das funktioniert auch, dabei bemerkt man aber immer wieder, dass man die schwächen mancher Darstellerin kaschieren will. Es gibt auch eine Szene im Film, welche nicht wirklich da rein passt. Man will wohl Shu als alten Meister aufbauen, obwohl sie eine junge Frau ist. Sie belebt einen Vogel wieder, das alles ist gefilmt wie eine typische Szene aus einem Fantasy Martial Arts Film, doch es ist das einzige Mal, dass sie das macht. Ansonsten ist sie der typische alte Meister in Form einer jungen Frau.

Optisch befinden wir uns in Hongkong, also für ein paar Aufnahmen, mal auf einem Dach und mal an einem Hafen und natürlich darf ein Tempel nicht fehlen. Man arbeitet alle Stereotypen aus dem klassischen Martial Arts Film hier ab. Wie schon erwähnt auch bei der Kleidung, Jane und Shu tragen immer helle Farben und zeigen sich so mit deutlich als gute. Während Ling und Wai immer dunkle gekleidet sind oder in schwarz. Sie sind die Bösen am Ende gibt es dann aber eine Wendung und irgendwie ist alles was vorher passiert egal.

Fazit:

Lady Bloodfight bietet zwar nette Ansätze, wirkt aber immer wieder wie eine plumpe Kopie von Bloodsport. Dabei zeigt Amy Johnston hier ihr Talent und man kann hoffen, dass sie auch mal in ein paar besseren Martial Arts Filmen mitspielen darf. Ansonsten wird man etwas unterhalten, wenn man eine weibliche Version von Bloodsport sehen will, wird man hier fündig.

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