King Hu gehört jetzt zu den Legenden des Martial Arts Film vor allem im Subgenre Bereich des Swordplay Films hat er sich alleine durch seinen Film Ein Hauch von Zen verewigt und das Genre verändert. Doch vorher drehte er schon ein paar Filme für die Shaw Brother Studios, vor allem in den 60ern. Ein Jahrzehnt was man gerne vergisst im Martial Arts Bereich, denn die große Welle war erst in den 70ern, doch auch schon vorher hat das legendäre Studio aus Hongkong Filme produziert auf einem sehr hohen Niveau. Die natürlich aus heutiger Sicht vielleicht etwas befremdlich wirken, manche sind aber immer noch sehr Zeitlos, wie auch Das Schwert der gelben Tigerin. Der Titel ist mehr als fragwürdig und der englische Come Drink with me passt hier doch besser. Dabei zeigt der Film auch sehr progressive Schritte, nicht nur das eine Frau die Hauptrolle hat, sondern auch merkt man schon was King Hu alles versucht und später perfektioniert.

Die Handlung beginnt mit einem Gefangenentransport, dieser wird aber überfallen und der Sohn des Gouverneurs wird gefangen genommen. Die Banditen wollen einen Austausch verhandeln. Doch der Gouverneur schickt seine Tochter goldene Schwalbe los um den Sohn zu befreien. Als diese in einem Gasthaus ankommt um mit den Verbrechern zu verhandeln, sieht alles nach einer Falle aus. Doch goldene Schwalbe ist schneller und stärker. Dort trifft sie auch auf betrunkene Katze, einen Trunkenbold, der ihr das Leben rettet. Als es dennoch zu einem Treffen kommt, muss goldene Schwalbe fliehen, dabei wird sie verletzt aber von betrunkene Katze gerettet. Kann sie ihren Bruder noch befreien?

Man merkt dem Film sein alter etwas an, vor allem bei der Handlung hier gibt es vor allem gegen Ende hin ein paar absurde Wendungen und goldene Schwalbe darf dann doch nicht alleine gegen die Bösen kämpfen, man braucht noch einen Mann der sie immer wieder rettet. Obwohl dieser hier ein betrunkener Typ ist. Dafür gibt es immer wieder blutige Schwertkämpfe, was man bei so einem Film auch nicht immer erwartet.

Starke Frau und betrunkener Typ in Das Schwert der gelben Tigerin

Eins muss man der Handlung von Das Schwert der gelben Tigerin lassen, man hat es wirklich versucht. Im großteil der Handlung agiert goldene Schwalbe alleine, doch es kommt immer wieder zu Punkten, wo sie dann doch Hilfe braucht. Manchmal passiert das auch sehr unbemerkt. So ist dem Zuschauer vor allem am Anfang nicht klar, was betrunkene Katze eigentlich will und wer er ist. Das selbe Fragen wir uns aber auch über goldene Schwalbe, wir wissen nur, sie soll ihren Bruder befreien. Mehr Hintergrundwissen über sie und ihr können erfahren wir nicht. Nur das ihr Name gefürchtet ist bei Verbrechern, durch ihre Schwertkünste. Doch mehr wird ihre Figur nicht gezeichnet. Viel wirkt sie sehr unnahbar aber mit dem Herz am richtigen Fleck.

Anders sieht es bei betrunkene Katze aus. Denn über ihn erfahren wir eine Menge im Verlauf des Films, es wirkt schon fast so, als ob sein Charakter den von goldene Schwalbe verdrängt, damit wir einen neuen Helden haben. Was dann auch im Finale passiert. Denn man baut hier noch eine Handlung auf, denn er will Rache für seinen Meister und ein weiterer Böser taucht auf, der noch eine Rechnung mit betrunkene Katze offen hat. Das alles kommt sehr plötzlich und wirkt sich auch negativ auf die Handlung mit goldene Schwalbe aus. Denn die Heldin des Films wird unwichtig, sie ist nur noch da, weil sie schon am Anfang der Geschichte zu sehen war. Es ist verwunderlich, dass man sie nicht einfach getötet hat.

Von den meisten Bösen erfahren wir nichts im Film, weder gibt es eine richtige Motivation noch etwas anders. Man zeichnet sie einfach als sehr Böse ab, obwohl sie glauben das sie das Richtige tun. Dann kommt der neue Böse dazu und auf einmal hat der auch eine Hintergrundgeschichte, es ist fast so als ob man ab diesem Punkt einen anderen Film sieht.

Action

Man muss bedenken, dass der Film aus dem Jahr 1966 ist und damals die Martial Arts Szenen in Filmen noch etwas anders waren. Man versuchte zwar Action zu zeigen, doch alles wirkt noch viel mehr wie ein Tanz als es moderner Filme zeigen. Dennoch schafft es King Hu hier immer wieder Spannung zu erzeugen, wenn goldene Schwalbe von ihren Gegnern umringt ist und versucht zu entkommen oder wer den ersten Schlag macht. Es ist wie ein Katz und Maus spiel, sehr taktisch und so vergehen ein paar Sekunden bis der befreiende Schwerthieb fällt. Als Zuschauer ist man dann doch gefesselt von dem was man sieht, vor allem am Anfang zeigt der Film ein paar wirklich gute Schwertkampfszenen.

Im Verlauf von Das Schwert der gelben Tigerin ändert sich das aber etwas, man sieht schon ansätze davon was später folgen wird. Goldene Schwalbe und betrunkene Katze liefern sich eine Verfolgunsjagd und dabei lässt man dann die Schwerkraft aussehen vor und sie springt über Häuserdächer, alles noch ohne Kabel und als Zuschauer sehen wir das nie, man deutet es hier noch an. Das funktioniert auch noch. Bis dann das Finale kommt und man es etwas übertreibt und dann noch einen drauf setzt und richtig blutig wird.

Optik

Der Film sieht wirklich gut aus, vor allem der Mix aus Studiosets und Aufnahmen an echten Lokations. Das verleiht Das Schwert der gelben Tigerin das gewisse etwas. Dazu merkt man, dass King Hu sehr viel Talent hat und mit den Mitteln die er hier hat sehr viel raus holt. Jeden Ort den wir sehen lernen wir kennen, durch Aufnahmen und wissen wo sich welcher Charakter befinden könnte und was alles da ist. Das passiert schon wenn goldene Schwalbe die Herberge betritt und wir nach und nach alle Verbrecher sehen und wie sie lauern. Dabei behält die Heldin immer den Überblick. Im Verlauf des Films passiert das immer wieder, man zeigt uns den Ort und nutzt ihn auch. Auch die Szene im Tempel, hier baut man Spannung auf, denn man merkt richtig wie überlegen die Bösen hier sind.

Ansonsten sieht man den Film auch kaum sein Alter an, was wohl auch daran liegt, dass er in der Vergangenheit spielt und man so nicht unbedingt sagen kann, wann er gedreht wurde. Außer bei ein paar Trickaufnahmen, wo man eindeutig sieht, wie sie geschnitten haben, es gibt auch ein paar Szenen in Das Schwert der gelben Tigerin, wo man als Zuschauer sehr deutlich sieht, dass man hier das Bildmaterial schneller abgespielt hat. Das stört nur bedingt, ist aber sehr auffällig.

Fazit:

Das Schwert der gelben Tigerin ist ein unterhaltsamer Swordplay Film von den Shaw Brother Studios. Man merkt schon was King Hu später noch drehen wird und warum er zu den Legenden des Genres gehört. Ansonsten bekommt man blutiger Action geboten, die Handlung wird zum Finale hin aber sehr absurd und vergisst auch womit man angefangen hat.

Das Schwert der gelben Tigerin

Movie title: Das Schwert der gelben Tigerin

Director(s): King Hu

Actor(s): Cheng Pei-Pei, Yueh Hua, Chen Hung-Lieh, Li Yun-Chung, Yang Chih-Ching, Shen Lao, Han Ying-Chieh, Feng Yi, Simon Yuen Siu-Tin, Ku Feng, Wong Yeuk-Ping, Kwan Ying-Chi

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.7/10