Vampire Clay

Im Horrorfilm ist alles möglich und das schon seit Jahrzehnten, da können Gegenstände zu Killern werden, sei es ein Auto wie bei Christine von Stephen King oder ein Blob aus dem Weltraum. Ja selbst ein Kühlschrank oder ein Bett können tödlich sein. Dazu Puppen wie Chucky und man merkt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch Japan hat einige Beiträge für das Horrorgenre, welche ins bizarre abdriften, seinen es die NeoSplatter Filme wie Machine Gun Girl oder Tokyo Gore Police, auch Klassiker wie Hausu zeigen wie Kreativ man im Horrorgenre sein kann. Ein aktueller Beitrag der das auch zeigt ist Vampire Clay. Die Handlung des Films klingt auf dem Papier sehr lächerlich aber man wird hier eines besseren belehrt und bekommt einen Film, der sehr ernst mit dem Thema umgeht und daraus einen düsteren Film entstehen lässt.

Die Handlung spielt irgendwo in einem abgelegenen Bergdorf in Japan, dort gibt es eine Schule für Künste. In der aktuellen Wochen ist das Thema Ton dran und die Schüler sollen Figuren aus dem Material machen. Eine neue Schülerin hat noch keinen eigenen, da kommt der Zufall gerade recht, denn nach einem kleinen Erdbeben hat die Lehrerin in der Erde vergraben Ton gefunden. Was niemand weiß, dieser Ton ist Böse und erwacht durch Wasser wieder zum Leben, so beginnt er langsam zu wachsen und übernimmt auch einen Schüler nach den anderen.

Wie man als Zuschauer schnell merkt, die Handlung klingt nach einem Party Film der sich wahrscheinlich nicht ernst nimmt aber schnell wird man eines besseren belehrt. Denn Vampire Clay ist ein düsterer Horrorfilm ohne Humor. Man hat das Gefühl man sieht einen Film aus einer anderen Zeit, manchmal erinnert er an die guten Full Moon Produktionen, wo jede Absurde Idee auch einen würdigen Film bekommen hat. Dazu entwickelt sich das ganze auch zu einem Körperhorrorfilm und es wird in mancher Szene sehr bizarr ohne dabei ins lächerliche abzurutschen.

Vampire Clay formt seine Handlung aus dem Horrorgenre

Auch das Horrorgenre hat seine Formeln und Muster die in vielen Filmen zum Einsatz kommen. In Japan ist das aber alles immer etwas anders, hier gibt zwar auch viele Motive die sich wiederholen und auch Schauplätze wo das Ganze stattfindet, doch es unterscheidet sich etwas von der westlichen Welt. Hier haben wir also das abgelegene Dorf, irgendwo im Nirgendwo. Es gibt gerade mal fünf Schüler und alle versuchen ihr bestes, doch die Lehrerin ist sehr streng, sie will aber auch nur das beste für ihre Schüler. Es ist also der perfekte Schauplatz für einen Horrorfilm. A m Anfang stehen aber erst mal die Charaktere und die werden uns sehr japanisch eingeführt, sie sind einfach da und nach und nach stellt sich dann heraus welcher Charakter wichtig ist.

Als Zuschauer bleibt man wohl auch so erst mal dran um mehr zu erfahren. Man macht aber keine Pause und lässt den Ton sehr schnell lebendig werden und nach und nach auch Böser. Nebenbei erfahren wir mehr über die Schule und die Schüler, dabei habt ihr schon gemerkt, es werden keine Namen hier in diesem Text erwähnt, das liegt auch daran, dass die Figuren zwar welche haben und sie auch im Abspann stehen aber man kommt nicht immer so schnell mit, wer nun wie heißt. Das ist aber im Grunde auch egal, weil man schnell sieht wer hier das Finale Girl wird. Wie schon erwähnt, eine neuere Schülerin ohne eigenen Ton, findet den Beutel mit den Bösen. Da gibt es nur zwei Optionen, sie ist das erste Opfer oder die Heldin.

Die restlichen Charaktere sind da und werden nach und nach zum Opfer des Tons. Als Zuschauer fiebert man hier zwar mit was passiert aber diese Charaktere sind einem auch egal. Man versucht aber auch nicht sie wirklich sympathischer darzustellen, sie sind viel mehr mittel zum zweck, das wir merken das hier etwas nicht stimmt.

Vampire Clay und der Horror

Der Name des Films ist zutreffend, zwar wandelt man das Vampirthema wie fast immer in Japan ab und vor allem am Anfang des Films sieht man wie der Ton immer wieder Blut trinkt, auch als er die Form eines Schülers angenommen hat, sieht man es. Danach wird es aber fast schon unwichtig, bis das Finale eingeläutet wird. Hier bekommt man dann auch einen der heftigsten Effekte des Films zu sehen. Der Horror kommt hier zwar auch schleichend. Dadurch das die Bedrohung aber von außen und von innen kommt. Ist man sich als Zuschauer auch nie sicher was als nächstes passieren könnte. Vampire Clay lebt von seiner düsteren Atmosphäre und das man alles zwar mit Tempo erzählt es aber auch ruhig angeht.

Man mag es zwar nicht wirklich glauben aber Vampire Clay funktioniert im Horrorbereich erstaunlich gut. Das liegt auch am glaubhaften Schauspiel der Darsteller, welchen man es abnimmt das sie wirklich Angst haben oder schockiert sind von dem was hier passiert. Als Zuschauer ist man auch gefesselt von dem was man sieht. Dadurch das wir Körperhorror bekommen mit verformten Körpern und dazu etwas Blut und man nicht gleich erkennt ob die Person noch dieselbe ist oder das Monster.

Optik

Vampire Clay sieht auch noch gut aus, das Bild ist in einen grau Ton getaucht, so wirkt alles etwas düsterer und man nimmt ihn auch ab, das wirklich irgendwo in einem Wald spielt, wo nur das Haus der Schule steht. Das Setting ist für einen Horrorfilm gut gewählt und man baut das langsam durch die Bilder auf, denn am Anfang sieht man das Monster nur in der Nacht und wie es langsam mächtiger wird. So haben die Charaktere auch hier schon das Gefühl das etwas nicht stimmt, wir als Zuschauer fühlen das auch und sehen es auch. Wir sind zwar immer etwas schlauer als die Figuren. Doch in wichtigen Momenten sehen wir dann auch erst den Horror und hier gibt es viele Nahaufnahmen, welche das bizarre perfekt wiederspiegeln.

Sonst haben wir halt einen modernen Film vor uns. So sieht man Vampire Clay seinen digitalen Look noch etwas an, doch durch die Farbfilter und Bild Bearbeitung wirkt alles wie ein richtiger Kinofilm und es sieht auch nicht so billig aus, wie manch anderer moderner japanischer Horrorfilm. Man merkt das Regisseur Sôichi Umezawa vom Fach ist und vorher auch schon für andere Regisseure gearbeitet hat vor allem für die Effekte.

Fazit:

Vampire Clay funktioniert erstaunlich gut, obwohl die Handlung nicht unbedingt danach klingt. Man bekommt einen spannenden Körperhorrorfilm aus Japan geboten, der überzeugt.

Vampire Clay

Movie title: Vampire Clay

Director(s): Sôichi Umezawa

Actor(s): Ena Fujita, Asuka Kurosawa, Yuyu Makihara, Ryô Shinoda, Momoka Sugimoto, Kyôka Takeda, Kanji Tsuda

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Effekte - 8/10
7.6/10

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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