Bloodrunner Zero

Japan ist ein sehr faszienierendes Land, auch in der Filmwelt, kaum in einem anderen Land werden in Filmen die fetische so offen Ausgelebt, das man als Zuschauer nicht viel deuten muss um zu erfahren worum es geht. Dabei lebt man das zwar aus aber man hält sich dennoch bedeckt. Auf der anderen Seite gibt es viele Veranstalltungen wo man aus dem Alltag ausbrechen kann, denn man lebt im zwang und auch die Selbstmordrate ist sehr hoch. Das alles kommt durch den Stress und die viele arbeit. Doch auch unter Schülern ist es hoch, es gibt viel Mobbing und Gewalt. Etwas was man gern in Filmen oder in Animes oder Mangas auslässt. Man spricht nicht darüber aber es ist da, auch in Filmen. In dem Kurzfilm Bloodrunner Zero von Sade Sato geht es genau darum aber auch um den Fetisch des Blutes.

Stellt euch vor, Jörg Buttgereit hätte eine weitere Episode für seinen Episodenfilm Der Todesking gedreht, diese würde in Japan in einem Apartment spielen und wir sehen eine Schülerin, jedenfalls trägt die Frau eine Schuluniform. Ihr scheint das Leben zu viel zu sein, sie raucht, sie trinkt und nimmt Tabletten. Es ist eine Flucht aus dem Alltag und auch das Aufgeben. Denn sie hat ein Hobby, sie schneidet sich, etwas woran viele Jugendliche leiden und es ist immer auch ein Hilferuf. So sitzt das Mädchen da und fängt an sich zu schneiden, während wir die Zeit vergessen und sie auch schon bewusstlos ist.

Sado Satô macht es dem Zuschauer nicht leicht, nach seinem erstlings Werk Mai-Chan’s Daily Life: The Movie schon ein extremer Fetischfilm war mit viel Anspruch, ist sein neues Projekt Bloodrunner Zero ein Fetisch Kurzfilm, der sich definitiv von der Masse an Fetischfilmen aus Japan abhebt. Denn schon alleine durch seine Cinematographie und dann auch noch was wir sehen, verschmelzen die Grenzen von Fetisch und Kunst zu etwas neuen. Denn es gibt auch eine Botschaft, auch wenn die verpackt ist in echten Schmerz.

Blut und Fetisch in Bloodrunner Zero

Bloodrunner Zero verliert keine Zeit, man fängt gleich damit an, dass wir das Modell Zero Syoujyo sehen und wie sie das Mädchen darstellt, denn es ist immer noch ein fiktives Werk, während im Hintergrund der Soundtrack von Bride Wore Black läuft, sehen wir sie, wie sie anfängt zu rauchen und zu trinken, dabei ein paar Tabletten nimmt, wahrscheinlich Schmerzmittel. Ihre Wohnung ist voller Pillen. Hier merkt man, dass der Charakter Probleme hat, sie zieht das Pflaster von ihrem Arm und wir sehen die Narben und dann geht es los, sie schneidet sich mit einer Klinge, immer und immer wieder. Hier geht auch schon der Fetischteil los, denn Zero Syoujyo schneidet sich wirklich und es ist echtes Blut. Sie hat diesen Fetisch und zeigt ihn auch immer wieder bei Auftritten. Man sieht aber auch sehr deutlich, dass sie nicht tief schneidet. Dennoch sollte man das nicht nachmachen, vor allem nicht wenn man Probleme hat. Darauf will der Film auch aufmerksam machen.

Der Fetisch im Film ist eindeutig aber Bloodrunner Zero verkauft ihn nicht als etwas positives, dafür bietet der Film dann doch durch seine Bilder mehr Inhalt. Als Zuschauer ist man gefesselt, durch die Kamera und den schnitt und wie alles aussieht. Es wirkt wie ein Kunstfilm, ein kleines Projekt oder wie schon erwähnt eine moderne Episode für Der Todesking von Jörg Buttgereit, denn das Gefühl kommt auf. Man fühlt sich nicht wohl, was auch daran liegt, dass die Schnitte und das Blut echt sind.

Zwar gibt es in Bloodrunner Zero auch andere Fetische, wie den Pantsu, der wohl schon fast dazu gehören muss und auch die Schuluniform kann als Fetisch gewertet werden. Dennoch ist es auf jeden fall mehr. Auch wenn man sagen muss, es ist kein einfacher Kurzfilm, es ist immer noch etwas typisch Japanisches.

Optik

Man sieht Bloodrunner Zero an, dass Regisseur Sade Sato mehr machen wollte als einen normalen Fetischfilm, die gehen zwar meist auch nur ungefähr 15-20 Minuten aber bieten nicht diese Cinematographie, wie sie uns bei Bloodrunner Zero geboten wird. Schon am anfängt lässt er eine Szene rückwärts laufen und arbeitet mit dem Kontrast der in verschiedenen Szenen anders ist. Auch mit der Farbgebung wird gearbeitet. Dazu arbeitet man mit vielen Close Ups, vor allem wenn sich Zero Syoujyo schneidet, dann ist die Kamera sehr nah auf den Wunden. Man soll keine Distanz bekommen von dem was man sieht, man soll es förmlich spüren, dass Leiden des namenlosen Charakters.

Fazit:

Bloodrunner Zero ist kein leichter Kurzfilm und vor allem durch das gezeigt auch nicht wirklich für viele Menschen, es ist immer noch ein Film mit Fetischen aber auch einer Botschaft, der in seinen Bildern das Selbstmordproblem Japans anspricht.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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