Zombiefilme gibt es wie Sand am Meer, das Genre ist immer noch beliebt und die Untoten sind einfach nicht tot zu bekommen. Dabei versucht man immer wieder frischen Wind hinein zu bekommen und Puristen wollen ihre Zombies langsam und gefährlich. Dabei zeigt Japan auch immer wieder in seiner Popkultur das Zombies auch anders sein können. Alleine im Anime und Manga gibt es alle möglichen, da kämpfen groß brüstige Highschool Schülerin gegen sie oder der Zombie ist extrem niedlich und noch sehr menschlich. In Videospielen bekämpfen Mädels in Bikinis die Zombies. Es scheint so als gäb es keine Grenzen. Auch One Cut of the Dead versucht etwas neues, dabei bekommen wir hier gleich einen Film im Film geboten, alles beginnt aber mit einem One Take Horrorfilm und dann wechselt einfach das Genre. Dem Zuschauer erwarten eine menge Überraschungen.

Die Handlung beginnt an einem Filmset, man versucht einen Zombiefilm zu drehen, doch der Regisseur ist nicht zu Frieden mit der Hauptdarstellerin und schreit sie an. Schnell entwickelt sich eine merkwürdige Stimmung an dem Set, denn hier scheint die Armee im zweiten Weltkrieg versuche durchgeführt zu haben um Untoten zu erschaffen. Der Regisseur scheint das auch getan zu haben, es kommen Zombies auf die Darsteller zu die um ihr Leben kämpfen. Nach 37 Minuten ist Spuk aber vorbei und wir springen einen Monat in der Zeit zurück, alles ist ein Filmprojekt für einen TV-Sender der neu ist und einen Live Übertragung eines Zombiefilms machen will.

Es gibt immer wieder Lichtblicke in einem Genre, dazu gehört auch One Cut of the Dead, man bekommt mehr als einen Film in diesem Streifen. Man springt zwischen den Genres hin und her, hat am Anfang zwar auch schon etwas Humor aber wenn man auflöst, dass es auch nur ein Film ist, was keine Wendung ist oder ein Spoiler, es gehört zur Handlung des Films. Dann ist man sich als Zuschauer freudiger Erwartung was folgen mag.

Genresprünge und Film im Film bei One Cut of the Dead

Ein Film wie One Cut of the Dead macht es einem auf der einen Seite nicht Leicht, denn man ist gefangen in dem Film den man gerade sieht und dann zerrt er einem aus diesem Genre und zwingt uns in das nächste rein. Wir müssen also erst Mal runter kommen und durchatmen. Diese Zeit gönnt uns der Film auch, denn wir sehen den Vorspann und merken, jetzt geht es erst los. Es ist eine interessante Idee. Das fertige Produkt an dem Anfang zusetzen und uns dann zu zeigen wie es entstand. Wir müssen uns aber damit Abfinden, dass wir hier gerade erst einen Film im Film gesehen haben und alle haben eine andere Rolle gepsielt und hier zeigt sich dann die Stärke des Drehbuchs von One Cut of the Dead, man macht das behutsam und wir sehen die Figuren in ihrer normalen Version.

Alleine scho der Regisseur, es sind Welten die beide unterschieden. Es ist aber auch interessant zu sehen, dass man hier eindeutig auf Kubrick anspielt, wie er seine Hauptdarstellerin terrorsiert hat bei The Shining, damit sie besser schauspielert. Nur artet es beim Film One Cut of the Dead echt aus. Das ist auch einer der interessanten Punkten, wir sehen den One Take Film und dann wie er entstanden ist. Quasi ein Making Of als Film, dabei bekommt sehr viele bekannte Szenen zu sehen, es gibt die alltäglichen Probleme einer Filmproduktion. Dazu aber auch die Schwierigkeiten der Familie. Denn die Tochter des Regisseurs, will selbst Filme drehen, doch sie ist nicht so Stolz auf ihren Vater. Als er aber bei One Cut of the Dead mit macht, ändert sich das langsam. Denn ihr Lieblingsschauspieler spielt die Hauptrolle. So ist sie auf einmal Feuer und Flamme für das Projekt.

Es gibt viele Kleinigkeiten in der Handlung und bei den Charakteren. Denn wenn der Film erst mal zu dieser warm herzigen Komödie wird, entdeckt man als Zuschauer so einiges was man vorher in dem Horrorfilm gesehen hat. Die Handlung baut darauf auf, dass wir wissen was dort passiert, nur sehen wir es von einer anderen Perspektive. Dabei lernen wir die Figuren erst so richtig kennen und wir merken erst, wie sehr uns die ersten 37 Minuten gefesselt haben und was wir dort schon erfahren haben und was dann völlig anders ist.

Zombies und One Take

Ein Film in einem Take zu drehen ist schwer und auch etwas problematisch für den Zuschauer, denn es gibt nur eine Kamera und auch nur eine Einstellungen, dabei muss die Kamera sich immer bewegen. Schon Alfred Hitchcock gab die Idee auf und war nicht zu frieden damit. Jahre später ist ein One Take immer noch etwas was im Film genutzt wird, vor allem bei Actionszenen kann das gut funktionieren, es braucht aber viel vorbereitung. Auch Horrorfilme gab es schon, die angeblich amstück gedreht wurden sind. One Cut of the Dead spielt mit dieser Idee. Denn wir sehen 37 Minuten lang diesen One Take, was auch in Ordnung ist. Denn es gibt viel Bewegung und man wechselt auch die Orte, zwar alles in diesem verlassen Gebäude und dem Gelände drumherum. Dennoch ist es mehr als ein Ort. Denn moderne Kameras machen das möglich, weil sie leichter und einfacher zu Handhaben sind.

Man sollte nur keinen richtigen Zombiefilm erwarten, es geht viel mehr um das Wie und nicht was alles passiert. So gibt es zwar ein paar Effekte aber die sind nicht blutig oder wirklich wichtig für den Film. One Cut of the Dead setzt auf seine zwei Handlungen und wie man es miteinander verbindet. Der Zombiefilm ist nur der Aufhänger für das alles. Es hätte auch jedes andere Thema sein können.

Optik

Ein One Take kann sehr schnell langweilig werden, denn man sieht immer nur dieselbe Kameraeinstellung und vielleicht eine Fahrt oder etwas Bewegung. Bei One Cut of the Dead ist das etwas anders, in den ersten 37 Minuten ist die Kamera auch ein Charakter im Film, sie bewegt sich mit schaut zu flieht und verfolgt die Charaktere. Dabei geht sie auch schon Mal zu Boden und dann liegt sie da. Was eine coole Idee ist und die Auflösung warum das so ist gibt es auch. Man hat wirklich alles bedacht. Ist der One Take vorbei, kommen wir zum klassischen Film. Hier ist alles mit vielen Kameraeinstellungen gefilmt und man sieht auch mehr von dem was passiert. Interessant wird, wenn es los geht mit dem drehen des Films. Hier zeigt der Film seine stärke im Bereich des Humors.

Ansonsten merkt man, dass One Cut of the Dead weiss, dass Horrorfilme in Japan auch oft sehr billig produziert werden, das sieht man dem One Take auch an. Hier zollt man dann seinen Respekt vor diesen Filmemachern. Ansonsten gibt es viele nette Ideen zu entdecken, auch wie man einen Kamerakrahn ersetzen kann. Dazu kommen kleine Details, wie die T-Shirts der Tochter, die Motive von Scarface, Taxi Driver oder Shining trägt. Man merkt, dass sie wie ihr Vater Filme liebt und selber welche drehen will. Das merkt man auch immer wieder bei diesen Szenen, wie begeistert sie am Filmset ist.

Fazit:

One Cut of the Dead ist ein toller und sehr interessanter Film im Film, welcher den Zuschauer auf eine spannende Reise in die Welt des Filmemachens mitnimmt. Dazu besitzt er viel Humor und Herz. Man wird hier gut unterhalten und bekommt einen außergewöhnlichen Film zu Gesicht.

One Cut of the Dead

Movie title: One Cut of the Dead

Director(s): Shin'ichirô Ueda

Actor(s): Yuzuki Akiyama, Takuya Fujimura, Ayana Gôda, Takayuki Hamatsu, Manabu Hosoi, Hiroshi Ichihara, Satoshi Iwagô, Sakina Iwaji, Mao, Kazuaki Nagaya, Harumi Shuhama, Kyôko Takahashi

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
8.3/10