Ein Hauch von Zen

King Hu und seine Meisterwerk Ein Hauch von Zen haben das Wuxia Genre für immer verändert, vor allem aber auch den Martial Arts Film im Allgemeinen. Dabei war der Film als er damals erschien ein Flopp, denn der Film wurde in zwei Teilen veröffentlicht und kam bei dem Publikum nicht so gut an. Ein paar Jahre später in Cannes wurde der Wuxia Film wieder aufgehört in seiner wohl jetzigen Version, denn es gibt wohl noch längere Fassungen und kam beim Publikum sehr gut an, was dazu führt, dass das Genre auch international zum Erfolg wurde. Bis heute streiten Hongkong und Taiwan auch noch darum wohin King Hu und seine Filmographie gehört. Dazu war Ein Hauch von Zen auch das Sprungbrett für viele Darsteller, Sammo Hung hat im Finale eine kleine Rolle und Jackie Chan war Stuntman bei dem Film. Dazu hat er das Genre so sehr beeinflusst das selbst Ang Lee ihn in Tiger & Dragon zitiert.

Die Handlung des Films beginnt sehr komplex und in der ersten Stunde baut man das Thema mit den Geistern auf und wir lernen viele Charaktere kennen, darunter auch den Künstler Ku Shen Chai, welcher in einem kleinen Dorf lebt, was nicht in der besten Verfassung ist, hier taucht ein Fremder auf und stellt Fragen. Nachts sieht Ku immer wieder merkwürdige Gestalten. Schnell merkt er aber, dass es nur die neuen Nachbarn sind. Ein Nachbar ist die junge Yang Hui-ching, es könnte endlich die Frau für Ku sein. Doch die Liebe ist egal. Denn die Geheimpolizei ist hinter Yang her, sie ist die Tochter eines toten Generals, dieser wurde von der Geheimpolizei gestürzt und sie will ihre Rache.

Es ist sehr schwer diese drei Stunden in einer kurzen Zusammenfassung zu erklären. Dabei stellt sich auch heraus, dass King Hu die Geschichte zwar nicht verschachtelt erzählt aber er lässt am Anfang viel weg und lässt alles sehr mysteriös dastehen. Nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht und wie beim Buddhismus finden wir auch die Erleuchtung nach den drei Stunden Laufzeit.

Politik, Liebe und Rache in Ein Hauch von Zen

1971 waren Hongkong und Taiwan noch etwas anders, beide wollten nicht zu China gehören. Dennoch wurde alles versucht das man das ändert. Dies spiegelt sich auch bei Ein Hauch von Zen wieder, während Hongkong heute zwar zu China gehört aber immer noch unabhängig agiert, so betont Taiwan immer sehr das sie nicht China sind. In dem Film von King Hu kann man dies auch sehr eindeutig heraus lesen, die Geheimpolizei, welche den Staat im Staat Gründet und die anderen Unterdrücken will, kann man so Lesen, dass dies China ist. Dazu kommen aber auch die verschiedenen Religion, welche King Hu hier einbaut. Dazu kommt sein typisches Frauenbild zum Einsatz, denn der starke Held hier ist weiblich, was er schon bei Das Schwert der Gelben Tigerin zeigte.

Yang Hui-ching ist auch eine der Zentralenfiguren im Film, sie ist es welche dem typischen Wuxia Charakter am nächsten kommt. Sie ist die Rache will um endlich Frieden zu finden. Sie ist aber auch noch eine Frau, welche damals auch immer noch etwas heimisches hatten, etwas was für Frieden steht. Dabei ist sie hier aber von der Wut getrieben und an das Weltliche gebunden, doch nach und nach findet sie im Zen die Erlösung. Was sich dann auch im Finale wiederspiegelt. Nach drei Stunden haben wir Zuschauer zwar nicht das bekommen, was wir erhofft haben. Denn King Hu spielt mit dem Genre und verändert alles, immer mehr wird der Zen Buddhismus wichtig. Auch wenn Hu nicht wirklich zu dieser Religion gehört, hat er sich doch eingelesen und fand die Ansätze gut.

Neben der Rache ist Yang Hui-ching auch der Loveintrest von Ku Shen Chai, dieser ist über 30 und seine Mutter drängt drauf, dass er endlich eine Frau findet. Er will aber nicht so recht, dass ändert sich als er Yang Hui-ching trifft. Doch es gibt die Probleme, obwohl beide zusammenfinden könnten. Gibt es Wege die Yang geh, welche Ku nicht so nachvollziehen kann. Auch sie wendet sich nach und nach dem Zen Buddhismus zu.

Zen und Achtung Spoiler

Auch wenn es merkwürdig ist euch zu warnen einen über 40 Jahren alten Film zu Spoilern, so seit gewarnt, in diesem Absatz gibt es mehr Informationen zum Verlauf des Films.

Der Name des Films verrät es schon, dass es hier um Zen geht und man baut davon sehr viel in den Film ein. Das wird im Verlauf von Ein Hauch von Zen immer mehr. Vor allem wenn der Abt auftaucht und hier eine Wirkung auf das Publikum hat, seine Auftritte sind kurz aber immer von Bedeutung. Er redet auch immer wieder über den Zen Buddhismus. Auch Yang wendet sich diesem zu und lässt alles weltliche hinter sich. Doch die Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Das alles gipfelt in dem Finale, welches von der Symbolik des Zen nur so strotzt. Schon vorher sehen wir einige Szenen. Sehr interessant ist, dass wir es immer noch einen Actionfilm schauen aber hier kommen die Mönche und begraben die Leichen der Gefallen und ist es egal ob sie gut oder Böse sind. Ku muss das aber auch erst realisieren. Denn vorher lacht er, dass sein Plan klappte und dann sieht er das Unheil was er angerichtet hat.

Im Finale taucht das Böse in Form eines neuen Generals aufs. Hier wird vom Apt alles versucht ihn von seinem Plan ab zu halten. Doch hier gibt es kein abweichen mehr. So muss auch der Böse die Erleuchtung bekommen, dies klappt nicht so recht. So wird er bestraft. Während der Abt seinen inneren Reichtum findet und allem weltlichen los sagen kann, erlebt die Hölle auf Erden. Das wird von King Hu sehr eindrucksvoll dargestellt. Er arbeitet mit vielen negativ Bildern die das zeigen sollen. Auf der anderen Seite ist der Apt und die buddhistischen Mönchen immer im Hellen und haben die Sonne auf ihrer Seite und wir werden davon auch immer wieder Erleuchtet.

Action

Das Ein Hauch von Zen sehr viele Filme beeinflusst hat, ist unlängst bekannt. Denn die Actionszene zeigen hier deutlich, wohin es mit dem Genre gehen wird und wie sehr es doch Egal ist, ob es Schwerkraft gibt oder nicht. Das besondere ist, wir haben es hier zwar mit einem Wuxia Film zu tun aber bis wir die erste Actionszene sehen vergeht fast eine Stunde. King Hu lässt den Zuschauer warten, er baut erst die Figuren auf und lässt dann die Action los und schon der erste Schwertkampf ist ein Highlight, voller Spannung und Bedeutung, während Yang und ihre Begleiter durch den Bambuswald gleiten, schlagen sich die Bösen durch den Wald. Es ist eine Szene die auch oft kopiert wurde. Hier sieht man auch wieder die Bildsprache des Films, man nutzt das ganze Bild dafür und meist nicht die Dialoge. Alles ist Symbolhaft, wer wo steht, wer wohin geht, wie die Charaktere agieren.

Nach der ersten Stunde von Ein Hauch von Zen gibt es immer wieder Actionszenen im Film, diese steigern sich dann auch immer weiter, bis wir das Finale erlangen. Vorher gibt es eine Szene, welche wohl an die Kunst des Krieges angelehnt ist aber auch die Geistergeschichte, welche man in der Handlung aufbaut auch auflöst. Man spielt hier also mit den Gegnern und auch dem Zuschauer. Es ist aber auch ein gewagter Plan. Das Finale von Ein Hauch von Zen ist dann sehr legendär und steigert die Spannung ins unermessliche, denn hier trifft nicht nur die Kampfkunst in den Vordergrund, sondern wie schon erwähnt auch der Zen. Als Zuschauer will man unbedingt wissen wie alles aufgelöst wird.

Optik

King Hu hat sich die arbeitet gemacht und auf Studio Aufnahmen verzichtet, so sind alle Sets on Location gedreht wurden und auf keiner Soundstage. Dies sieht man Ein Hauch von Zen auch immer wieder an, die Aufnahmen des Dorfes und die Landschaften drumherum. Wir sehen alles, von wunderschönen Wäldern, bis hin zu einer kargen Steinwüste. Dabei sieht man aber auch viele verlassene Ruinen einer längst vergessenen Zeit. Es zeigt auch den Verfall sehr deutlich, alles ist bewachsen von Gräsern. Man nutzt diese Sets auch immer wieder, dabei merkt man auch sehr deutlich, dass der Film ein Wuxia Film ist und dieses auch bei der chinesischen Oper gezeigt wurde, man nutzt das Bild immer wieder komplett aus. Dabei zeigt der Film aber auch eine Distanz und große Weiten. Der buddhistische Tempel wird immer nur aus der Ferne gezeigt, als ein Ort der schwer zu erreichen ist.

Auch nutzt King Hu selten künstliches Licht, was man vor allem bei den dunklen Szenen, man lässt uns auch im dunklen tappen wie die Charaktere auch. Interessant ist es aber wenn die Zen Buddhisten auftauchen ist es immer hell und die Sonne steht hinter ihnen. Das sind sehr eindrucksvolle Bilder die King Hu hier erzeugt. Auch das Finale im Wald, etwas Nebel, die Sonne scheint durch die Bäume, alles hat etwas mystisches, schon fast Märchenhaft wirkt das alles was wir hier sehen. Dazu ist der Kontrast sehr groß zu dem was passiert.

Auch die Actionszenen sind sehr dynamisch in Szene gesetzt und funktionieren deswegen immer noch sehr gut. Dazu kommt wie schon oft erwähnt, sind sie wegweisend für das Genre und dem Film. Immer wieder werden diese Szenen zitiert oder gar kopiert. Sie haben eine Wirkung auf den Zuschauer. Alleine das Finale, wenn ein Böser in die Luft springt und die Kamera sich schnell dreht und sucht wo er hin ist, das zeigt uns die Sicht des anderen, welcher auch sucht. Dazu nutzt er auch andere Stilmittel, wie eine Art Splitscreen und natürlich auch die Negativ Aufnahmen im Finale.

Fazit:

Ein Hauch von Zen ist zu Recht ein Meisterwerk des Wuxia Genres, welches uns nicht nur Actionszenen zeigt, die sehr überzeugend sind. Sondern auch eine Handlung die voller Symbolik ist und sich dem Thema des Zen Buddhismus annimmt. Dazu ist alles auch sehr politisch. King Hu verpackt hier in drei Stunden sehr viele Themen, welche funktionieren auch wenn man als westlicher Zuschauer beim Lesen des Films wohl immer wieder Probleme haben wird und manche Symbolik nicht so deutlich für einen ist.

Ein Hauch von Zen

Movie title: Ein Hauch von Zen

Director(s): King Hu

Actor(s): Hsu Feng, Shih Chun, Pai Ying, Tien Peng, Sit Hon, Roy Chiao, Chang Ping-Yu, Cho Kin, Miao Tien, Han Ying-Chieh, Sammo Hung, Jackie Chan

  • 9/10
    Handlung - 9/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 10/10
    Regie - 10/10
  • 9/10
    Action - 9/10
  • 10/10
    Spannung - 10/10
9.4/10

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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