Linie 1

Musicals und auch noch deutsche Musicals sind immer so eine sache. Denn sie sind schon etwas seltener, zwar wurde früher im Heimatfilm gesungen oder später in den 60ern oder auch noch 70ern in den Spielfilmen mit den Schlagerstars gab es auch einige Lieder, meist hatten die aber nichts mit der Handlung zu tun oder waren nur Werbung für den Schlagerstar. Abseits der Leinwand gibt es einige Musicals in Deutschland, welche sehr beliebt sind. Das in den 80ern noch einiges möglich war, zeigt die Filmversion von Linie 1, einem erfolgreichen Musical aus Berlin, was in der Berleriner U-Bahn spielt. Was schon ein Thema für sich alleine wär. So versucht man als in 90 Minuten den alltäglichen Wahsinn der öffentlichen Verkehrsmittel der Hauptstadt zu zeigen. Ok, 1988 war Berlin noch geteilt und nicht Hauptstadt aber ihr wisst was gemeint ist.

Die Handlung dreht sich um Sunnie, welche nach Berlin kommt um Jonnie wieder zusehen, dieser war bei ihr in einem unbekanntne Ort und hatte einen Auftritt. Er versprach ihr das sie zusammen sein werden, wenn sie nach Berlin kommt. Doch schon Bahnhoof Zoo zeigt sich von seiner schönsten Seite und in der U-Bahn angekommen trifft Sunnie immer wieder auf sehr typische Gestalten. Sie will aber nach Kreuzberg, als sie dort endlich ankommt, trifft sie auf Bambi, welcher ihr erklärt, dass die Adresse nicht stimmt. Doch er verspricht ihr das er Johnnie finden würde. Sunnie macht sich wieder auf den Weg nach Bahnhof Zoo, doch die Reise ist voller Gefahren und merkwürdigen Menschen. Wer ist der namenslose Mann der sie verfolgt.

Öffentliche Verkehrsmittel sind ein Ort wo man auf unterschiedliche Menschen treffen kann. In Berlin ist das nicht anders, nur zeigt sich die Stadt hier immer von seiner besonderen Seite und es ist ein Schmelztigel wo alle Menschen gleich sind, weil sie wohin wollen. Dennoch gibt es immer noch die Unterschiede und diese erleben wir mit Sunnie auf ihrer Reise.

Mit Linie 1 durch Berlin

Falls man noch nie in Berlin war, könnte Linie 1 auch als pure abschreckung wirkung. Denn man sieht halt die Schattenseiten der Stadt in seinem vollen Spektrum präsentiert. Dabei versucht der Film aber nur das widerzuspieglen was wirklich los ist. Dabei sehen wir das alles immer mit den Augen von Sunnie, wohl eine Teenagerin die von zu Hause abgehauen ist und nun in Berlin nach ihrer großen Liebe sucht. Etwas ws wohl täglich passieren könnte. So lernen wir sie auch kenne, total verunsichert von der Stadt und was alles los ist. Das geht los mit den Obdachlosen die nach Geld betteln, den Punkern die nach Geld betteln.Die Menschen die Party machen und nach Hause wollen. Alles ist dabei und prasselt am Anfang uns und Sunnie ein.

Auch während den Fahrten mit der Linie 1 trifft Sunnie auf sehr unterschiedliche Menschen und wie das so ist, haben wir alle Teil an einem Stück des Lebens der Menschen. Da hat man die genervte Familie, die Schülerinnen welche die Schuleschwänzen oder auch Menschen die ihren rasistischen scheiß ablassen. Man hat das Gefühl die Welt hat sich seit 1988 nicht viel geändert, manches ist besser geworden, manches noch schlimmer. Alles erleben wir also, während Sunnie auf der Suche nach Johnnie ist oder besser gesagt, sie wartet auf Bambi.

Wir treffen aber auch auf Menschen, welche ihre Hoffnung nicht aufgeben und dennoch sehr depressiv wirken.Dabei freundet sich Sunni mit ihr an und hört von ihren ängsten und gefühlen. Menschen sind bei Linie 1 sehr Mitteilungsbedürftig. Das geht von Humor bis Drama. Man hat sogar das Gefühl, dass Maria sich vor die U-Bahn werfen wird. So gibt es einen Moment im Film wo man diese Art des Selbstmordes anspricht und es ist aber eine andere Figur. Dazu diskutieren dann die Menschen in der Bahn darüber. Das wirkt doch sehr befremdlich und die Auflösung der Szene endet mit einem Konflikt mit NeoNazis.

Musik

Man darf nicht vergessen Linie 1 ist auch ein Musical und ab und an gibt es also eine Gesangseinlage. Dabei merkt man aber auch sehr deutlich, dass diese zwar zur Handlung passen sollen aber viel führen sie auch bestimmte Charaktere ein. So bekommt man hier vie volle Ladung der 80er auf die Ohren. Dabei hat man typische Popnummer, auch etwas Rock n’ Roll oder etwas Punk. Am Ende erfährt man aber bei den Songs dann mehr wie sich manche Figuren fühlen, als das es die Handlung voran bringt. So tauchen dadurch auch Figuren auf, welche man vorher nicht kannt. Manche Songs sind dann direkt nur über Berlin und zeigen Sunnie was sie erwartet.

Maria wird auch durch ihr Lied als sehr depressiv dargestellt. Während Bambi doch der Hoffnungslose romantiker ist. Interessant ist das Sunnie im Film keinen eigen Song hat. Obwohl sie am Ende sing und dann mit ihrem Love Intrest aus dem Nichts davon läuft. So singt sie doch am wenigsten, obwohl sie der Hauptcharakter ist. Was etwas besonderes sein könnte, vergeigt man hier auch sehr deutlich. Dazu hat man die Geschichte abgeändert und in der Bühnenversion kommt sie mit jemanden anderen zusammen, was auch im Film besser passen würde.

Optik

Man sieht Linie 1 an, dass man nicht wirklich immer in Berlin gedreht hat und vieles einfach ein Studio ist, das muss aber auch absicht sein, weil man hier eine Bühenversion vor sich hat. Das geht schon mit der Ankunft von Sunnie los, früh am Morgen in Berlin und alles ist voller Nebel und dann gibt es einen Unfall und wir hören das erste Lied. Dann geht es runter in die U-Bahn. Schon davor hat man eine Modelaufnahme von einem Zug der in Berlin ankommt. Die U-Bahnen dürfte echte gewesen sein, auch bei der an und abfahrt. So hat der Spielfilm seinen eigenen Charm und spielt damit das er nur ein Bühnenstück ist.

Bei der Kamera merkt man den typischen deutschen Stil, welcher hier aber versucht Musicals zu kopieren, so bekommt man viele gute Einstellungen, welche uns das zeigen was sie sollen. Dabei hält man sich aber mit Bildsprache und Symbolik doch zurück. Interessant ist, dass alles neu und aufregend wirkt, was an Sunnie liegt. Die Kamera zeigt es so als wär es etwas neues. So antwortet sie auf die Frage wie sie heißt beim ersten mal auch mit Alice. Sie ist wie Alice im Wunderland. Sogar erstaunt das die Linie 1 auch über der Erde fährt. Das ist hier etwas besonderes, während die Fahrgäste genervt schauen, weil es nichts besonderes ist, so ist es für Sunnie und dem Zuschauer ein eintauchen in eine neue Welt. So sieht dann auch Kreuzberg aus.

Fazit:

Linie 1 ist etwas besonderes, zwar ist es nur ein Musical aber es zeigt uns ein Berlin, was es so auch nicht mehr gibt. Dennoch gibt es die Berliner U-Bahn immer noch und einiges hat sich seit 1988 nicht geändert. Man bekommt hier etwas interessantes geboten, auch wenn nicht jeder Song überzeugen kann, so hat der Spielfilm einen ganz besonderen Charm.

Linie 1

Movie title: Linie 1

Director(s): Reinhard Hauff

Actor(s): Inka Victoria Groetschel, Dieter Landuris, Ilona Schulz, Petra Zieser, Thomas Ahrens, Johannes Krisch, Hark Bohm, Claus-Peter Damitz, Eva Ebner, Tilman Eichstädt, Bruno Ferrari, Jörg Friedrich

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Musik - 7/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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