Alle haben einmal angefangen auch David Hamilton und mit seinem ersten Film schaffte er etwas, was viele wohl nie erreicht haben, obwohl in den 70ern waren erotische Filme IN, so ist es wohl auch kein Wunder, dass sein Erstlingswerk Bilitis so erfolgreich war. Denn der Meister des Weichzeichner machte hier genau das, wofür er schon wegen seiner Bilder berühmt war. Dabei zeigt sich aber, dass er noch mehr Themen anspricht. Am Anfang bekommt man aber viele der berühmt berüchtigten Szenen zu sehen, welche seine Werke so umstritten machten. Im Verlauf des Films wird aber sehr deutlich, wer hier am Drehbuch mit schrieb. Denn Regisseurin und Drehbuchautorin Catherine Breillat, welche mit ihren Filmen auch immer provozierte. Man sieht deutlich ihr Weltbild in dem Film und das hier auch ernstere Themen angepsrochen werden. Dazu wirkt der Hauptcharakter auch normaler und weiblicher. Obwohl manches noch die typischen heterosexuellen Fantasien befriedigt.

Die Handlung dreht sich um die 17 Jährige Bilitis, welche in einem Internat lebt. Doch die Sommerferien stehen an und sie soll bei der Tochter einer Freundin ihres Vaters unterkommen. Dabei merkt sie auch, dass sie Jungs mag aber sie fühlt sich nicht wohl in ihrem Körper, wurde sie wie ein Junge groß gezogen und im Internat hatte sie auch etwas mit einer Mitschülerin. Sie ist hin und her gerissen. Als sie bei Melissa ankommt, lernt sie auch ihren Ehemann kennen, dieser entpuppt sich schnell als Arschloch, welcher seine Frau in der Nacht vergewaltigt, obwohl sie laut Nein ruft. In dieser Welt voller Gefühle versucht sie nun zu Recht zu kommen.

Das ist der Film der David Hamilton berühmt machte und auch umstritten war. Man merkt zwar sehr deutlich woher das kommt. Dafür sorgt aber auch das Drehbuch von Catherine Breillat. Ihr Einfluss ist sehr deutlich zu spüren und das tut auch dem Film gut, denn so bekommen wir eine vielschichtigere Handlung. Dazu ist es ein sehr blauer Film, denn diese Farbe findet man immer wieder im Film.

Bilitis das männliche Mädchen was aber auch gern mehr weiblich wär

Ein Film wie Bilits der uns die Geschichte der gleichnamigen Hauptfigur erzählt, macht es dem Zuschauer zwar sehr leicht der Handlung zu folgen aber am Ende scheint es für den Hauptcharakter keine Katharsis zu geben. Es wirkt alles so, als ob sie einfach nur Leiden muss, weil sie anders ist, sie liebt eine Frau und kann sich im Moment nicht vorstellen einen Mann zu lieben. Etwas was nichts schlimmes ist, doch im Film wird es als etwas schlimmes dargestellt, als etwas flüchtiges, obwohl es dem Charakter bewegt und am Ende ist sie total enttäuscht und bekommt dafür auch die Quittung. Das ist sehr fragwürdig. Doch fangen wir vorne an mit Bilitis.

Sie wird uns als junge Frau vorgestellt, die anders sein will und sich auch so benimmt. Erklärt wird es dadurch das sie ihr Vater erzogen hat, so wirkt sie männlicher. Das wird auch deutlich wenn sie sitzt und sich entspannt, so ist das eine sehr männliche Haltung. Auch der Fotograf merkt das schnell und macht auch Witze darüber, dass Bilitis sich wie ein Junge verhält. Im Verlauf des Films wird das immer deutlicher, zwar mag sie Lucas aber richtig lieben tut sie ihn nicht. Auch nicht als er mit ihr versucht Intim zu werden, sie will nicht. Er tut es ab da sie Jungfrau ist. Etwas was wohl auch sehr moralisch fragwürdig ist, ein Nein so abzutun. Jedenfalls gibt sich Bilitis aber sofort Melissa hin, sie versucht es immer wieder sie zu verführen.

Doch genau das darf nicht sein, das lässt der Film kaum zu und am Ende wird Bilitis dafür bestraft und steht alleine da. Man entzieht ihr das Glück und die Liebe. Als Zuschauer denkt man zwar, dass es halt ein Drama ist und sehr langsam und ruhig erzählt, alles wirkt wie eine schnulze und das sie halt damit Leben muss. Doch schaut man genau hin, zeigt es eine junge Frau die wahrscheinlich homosexuell ist und nicht weiss wie sie damit umgehen soll. Sie wär zwar auch gern weiblicher und hätte größere Brüste aber nicht um den Männern zu gefallen.

Erotik

Mit diesem Film wurde David Hamilton berühmt und auch gab es einige Skandal, das liegt vor allem an dem Anfang, die ersten 20 Minuten ungefährt, bieten viele der Aufnahmen, die den Film erotisch machen. Danach ist der Film sehr zurückhaltend und baut alles langsam auf, vor allem die Spannung zwischen Bilitis und Melissa, etwas was aber auch aufgelöst wird und somit etwas Klarheit in den Film kommt. Doch im Bereich der Erotik bekommt man hier nicht viel geboten, zwar gibt es ein paar Aufnahmen und alles ist gut fotografiert aber alles wirkt doch sehr zurückhaltend, auch die Filme die Folgen bieten mehr in diesem Bereich.

Es mag wirklich an der Szene liegen, wo die Schülerinnen des Internats nackt Baden gehen und die Kamera alles Film wie sich die Mädels entkleiden. Hier kommt wohl auch das Lolita Thema auf, was sich durch den späteren Werken von Hamilton ziehen wird. Alles ist aber sehr kurz gehalten, könnte aber für manche schon reichen. Dennoch ist Bilitis mehr ein Drama mit etwas Erotik als ein erotisches Drama.

Optik

Auch wenn der Weichzeichner nicht so aufdringlich und sehr deutlich zu sehen ist, wie bei den anderen Filmen von David Hamilton, dennoch ist er da. Auch sonst ist der Film wieder sehr gut gefilmt und es ist auch ein sehr blauer Film. Die Farbe Blau finden wir in vielen Szenen wieder, in fast alles sogar. Dazu kommt auch etwas Rot und schon gibt es einen sanften Kontrast bei den Bildern. Hier merkt man halt sehr deutlich, dass Hamilton aus der Fotografie kommt und deutlich sieht was gut aussieht und was nicht.

Alles ist wie immer sehr ruhgi gefilmt und es kommt nie hektik auf. Man zeigt uns die Welt von Bilitis. Interessant ist, dass man nicht deuten kann, wann der Film wirklich spielt, es gibt keine Radios oder Fernsehgeräte, dafür aber Autos und auch Mopes. So wirkt alles wie eine andere Welt in der wir Leben, irgendwann am Anfang des 20. Jahrhunderts aber es könnten auch die 70er Jahre sein. Die Kleidung gibt da auch keine weiteren Informationen.

Fazit:

Bilitis war sicherlich einst mal ein erfolgreicher Film, jetzt ist es einer der etwas morlaisch fragwürdig ist. Dabei geht man mit der weiblichen Hauptfigur sehr ungut um und stellt ihre Gefühle in ein schlechtes Licht.

Bilitis

Movie title: Bilitis

Director(s): David Hamilton

Actor(s): Patti D'Arbanville, Mona Kristensen, Bernard Giraudeau, Mathieu Carrière, Gilles Kohler, Irka Bochenko, Jacqueline Fontaine, Marie-Thérèse Caumont, Germaine Delbat, Madeleine Damien, Camille Larivière, Catherine Leprince

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Erotik - 5/10
6.5/10

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