Wir schreiben das Jahr 1969 und das Kino ist freier geworden, die Menschen wollen etwas anderes sehen als die typischen Unterhaltungsfilme. Das Exploitationskino beginnt langsam im kommen zu sein. Dazu gibt es schon die Aufklärungsfilme, welche die Nacktheit zeigen und somit auch eine neue bzw besser gesagt eine alte Form der Erotik neu aufleben lassen. Wir sind auch ein Jahr davon entfernt das Ernst Hofbauer mit Schulmädchen-Report sich als Regisseur für immer in die Hirne vieler Männer brennen wird. Ein Film der eine Welle starten wird an Report Filmen, welche dann die deutschen Kinos in den 70er Jahren dominieren werden, neben vielen anderen Sexploitationsfilme. Der deutsche Sex Film war geboren. Doch 1969 tat sich Ernst Hofbauer schon mit Produzent Wolf C. Hartwig zusammen und sie machten Die jungen Tiger von Hongkong. Ein Film der die exotik des Stadtstaates zeigen will und dabei aber auch schon auf Sex setzt und eine sehr exploitative Handlung.

Die Handlung spielt in Hongkong dort haben ein paar Jugendliche die reiche Eltern haben den Schocker-Club gegründet um neue Abenteuer zuerleben. Doch ihr Suche nach Abenteur bringt auch einen Jungen um. Dabei machen sie weiter. Der Testpilot Mike Anderson kommt auch nach Hongkong um seine Frau zu suchen. Seine Spur führt auch in den Schocker-Club und dort lernt er eine neue Frau kennen und verleibt sich in sie. Diese arbeitet aber für Van Dreegen und spioniert alle aus. Denn Van Dreegen hat ein Mädchenhandel am laufen. Mike schleust sich in seine Organisation ein und versucht seine Frau zu finden. Doch die Jungs von Schocker-Club wollen sie auch an Van Dreegen rächen und entführen seinen Sohn.

Willkommen in der Welt des deutschen Kinos, das man heute gern vergisst und man nicht mehr darüber redet. lasst uns das ändern, denn als Zuschauer hat man auch einen Film wie Die jungen Tiger von Hongkong verdient. Man sieht hier genau was bald Mode sein wird in den 70er Jahren. Unverschwämt und ohne Moral hält die Kamera auf die Körperteile der Frauen, während man eine typische Thrillerhandlung geboten bekommt. Alles hat schon den Charm eines typischen Exploitationsfilms aus Deutschland.

Die jungen Tiger von Hongkong und der Genremix

Man merkt sehr deutlich bei Die jungen Tiger von Hongkong, dass man hier einen Film drehen wollte, der genau das wiederspiegelt was das Publikum gerade sehen will. Denn packt in die Handlung alle Dinge rein die irgendwie irgendwo in Deutschland den Zuschauer ins Kino locken soll. Das geht bei den Charakteren los, wir haben es hier irgendwo zwischen den bösen Jugendlichen und den guten Erwachsenen zu tun. Dabei bekommen wir aber alle Facetten geboten die dieses Spektrum hergeben, so sind die jungen Leute nicht so schlimm und die Erwachsenen sind Böser als man denkt. Das funktioniert zwar nur für ein paar Minuten. Denn dann lässt man alle Mysterien nieder und zeigt die typische Handlung eines Thrillers.

Man baut auch die Charaktere auf, vor allem versucht man Hier Mike oder Michael genannt oder sein Tarnname Brett als Guten darzustellen. Dabei hat er aber auch kein Gewissen, er will nur seine Rache für seine Frau. Doch er lernt Ann kennen und irgendwie ist dann die Rache zwar noch wichtig aber eine neue Frau hat er schon. Das ist nicht sehr moralisch oder irgendwo vernüftigt. Er trauert nichtmal. Dabei versucht der Film immer wieder die Moralkeule zuschwingen. Das aber nur wenn man uns die Jugend zeigt, die ist Böse und alles was sie tut ist dann zwar gut für den Exploitationsanteil von Die jungen Tiger von Hongkong. Man muss aber auch davor warnen.

Der ganze Schocker-Club wirkt sehr Naiv und man scheint hier doch sich mehr zu unterhalten wollen, weil das Leben als Sohn von reichen Eltern wohl sehr langweilig ist und man nicht weiss was man tun will. Diese Rebelion wird uns immer wieder als sehr schlimm dargestellt. Der Sprecher aus dem Off am Ende erklärt dem Zuschauer das auch nochmal. Hier merkt man dann auch den Sprung zum Schulmädchen-Report sehr deutlich. Man will zwar schockieren und zeigen aber das ältere Publikum nicht verschrecken und so zeigt man eine Moral die sie verstehen und vertreten. Was aus heutiger sicht sehr merkwürdig wirkt.

Action, Sex und Unterhaltung

Während die Handlung manchmal nicht genau weiss was sie nun sein will, macht hier der Film auch immer wieder etwas Pause und man zeigt ein paar Brüste oder Ann macht eine Show, welche die Männer in einem Club zuschauen. Man merkt hier schon eindeutig, warum der Film existiert. Man wollte einfach dem Publikum etwas Unterhaltung bieten. Dabei geht man aber den einfachsten weg und zeigt nackte Haut, das zieht immer willige Männer ins Kino und gehört zu den Exploitationsfilmen dazu. Man hat auch ein paar hübsche Frauen genommen. Dabei vergisst man aber auch immer wieder, dass der Film in Hongkong spielen soll und so könnten viele Szenen auch in jeder anderen Stadt der Welt spielen. Am Ende ist es aber auch egal, man durfte im Jahr 1969 schon Brüste im Kino zeigen und schon ein paar Jahre lang, doch langsam merkt man auch wie Schamlos man es nutzt, das zeigt Die jungen Tiger von Hongkong auch sehr deutlich.

Im Finale darf dann Robert Woods auch etwas von seinem Actiontalent zeigen, was er in den unzähligen Western gelernt hat, die er gedreht hat und wodurch er etwas berühmt wurde. Man sollte nur nicht so viel erwarten, es gibt ein paar Prügellein und auch etwas was man schon eine Verfolgungsjagd nennen kann. Die Action wirkt dabei aber noch sehr steif und nicht mehr so funktionierend, wie es vielleicht damals war. Jedenfalls bekommt man hier doch einiges Geboten. Die letzten zehn Minuten von Die jungen Tiger von Hongkong sind dann auch das Highlight des Films.

Optik

Man merkt Die jungen Tiger von Hongkong zwar an, dass es erfahren Männer hinter der Kamera waren aber auch das Ernst Hofbauer hier zwar mutig wirkt und uns ein paar Einstellungen schenkt, welche interessant sind. Doch in vielen Szenen wirkt alles sehr zweckhaft gedreht und bei den Szenen mit Nacktheit, versucht man uns die Brüste der Frau auch gern und lang zu zeigen. Auch der Hintern darf gern sehr Nah an der Kamera stehen, was zwar ein interessanter Ansatz ist und zeigt was in der Szene wichtig ist aber die Handlung die wir dort erfahren, ist auch der Umbruch im Film. Doch das kan man schnell vergessen. Am Interessanten sind die subversiven Aufnahmen in Die jungen Tiger von Hongkong. Am Anfang sehen wir russisch Roulette aus der Egoperspektive und wie es schief geht und die Person zu Boden geht. Im Finale sehen wir aus der POV Sicht wie jemand eine Waffe abfeuert. Hier merkt man dann etwas den Mut von Hofbauer aber etwas mehr hätte dem Film gut getan.

Ansonsten sieht man halt sehr deutlich, dass wir noch in den 60ern sind aber der Umbruch zu den 70ern ist auch sehr deutlich. Von Hongkong sieht man am Ende nicht so viel, am Anfang zeigt man ein paar Aufnahmen von der Stadt und auch wie ein Flugzeug landet. Danach wird es aber immer weniger und nur noch in ein paar Szenen geht man nach draussen. Ansonst findet sehr viel der Handlung in Häusern oder Kellern statt.

Fazit:

Die jungen Tiger von Hongkong ist ein netter Zeitvertreib, er tut nicht weh hat aber die typischen merkwürdigen moralischen Vorstellungen, die Ernst Hofbauer und Wolf C. Hartwig auch bei den Schulmädchen-Report Filmen zeigen. Dazu darf man einen jungen Jochen Busse in einer Nebenrolle bestaunen und es gibt etwas Nacktheit und Action.

Die Jungen Tiger von Hongkong

Movie title: Die Jungen Tiger von Hongkong

Director(s): Ernst Hofbauer

Actor(s): Robert Woods, Veronique Vendell, Werner Pochath, Michael Bulmer, Jochen Busse, Barbara Capell, Solvi Stubing, Ralf Wolter

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.8/10