Die japanische Musikwelt hat mehr zu bieten als weibliche und männliche Idols oder Visual Kei oder gar J-Rock und J-Metal. Seit Jahrzehnten gibt es im Underground auch eine große Szene aus Garage Punk Bands und alles was irgendwie dazu passt. Am bekanntesten dürften wohl Guitar Wolf, welche mit Wild Zero sogar einen Film haben wo sie gegen Zombies kämpfen, und The 5.6.7.8’s welche Ihr alle wohl als die Band aus Kill Bill Vol. 1 kennen solltet. Doch die Szene ist viel größer als man denkt und mit eigegen Veranstalltungen die Szene in Tokyo aufwirbelt. Als begründer und zusammenbringen zählt man Daddy-O’Nov um ihn geht es auch in der Dokumentation Garage Rockin’ Craze. Denn sie beleuchtet genau diese Szene und den Aufstieg und wie alles zusammen kam, mit vielen Interviews von Bands und Menschen aus dem Hintergrund.

Auch eine Dokumentation kann eine Handlung haben, denn man erzählt hier die Geschichte des japanischen Garage Punk und wie die Szene aufstieg und das Back from the Grave wichtig wurde, für die Bands und auch die Fans. Denn man zeigt mehre Generationen an Bands, welche alle zusammentrafen bei BFTG und immer noch Tokyo und Japan unsicher machen. Dabei kommen auch viele der Musiker zu Wort und erzählen wie sie zu der Musik kamen und wie alles entstand, immer wieder ist Nov Mittelpunkt der Erzählungen, er ist ein wichtiger Teil der Geschichte.

Wenn man nach dem schauen von Garage Rockin’ Craze keinen Bock hat auf japanischen Garage Punk, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Denn wenn man nicht gerade interessante Geschichten über diese Subkultur hört, dann hört man Musik und die hat es in sich, man erlebt die Wildheit Japans in einer ungefillterten Version. Etwas was sicherlich einige sich nicht vorstellen können oder konnten. Regisseur Mario Cuzic fängt wirklich das ein was das Genre ausmacht.

© Freza Films

Garage Rockin’ Craze erzählt die Entstehung einer Szene

Es ist immer wieder interessant zu erfahren, wie etwas entstanden ist. Zwar gab es japanischen Garage Punk auch vor den Back from the Grace Shows, doch hier ging alles los. Das erzählt uns jedenfalls die Dokumentation Garage Rockin’ Craze. Alles geht los mit Daddy-O’Nov, der diese Band entdeckts und zusammenbringt für eine Show und das wurde dann immer größer aber es gab auch Pause, weil man an manchen Orten den Rock n’ Roll wohl etwas zu sehr auslebte und das erzählt man auch in der Doku. Es geht halt anders zu als bei den Idols, wo alles meist doch sehr friedlich ist, außer ein paar Anti Idols fliegen von einem Festival, weil sie Stagediving gemacht haben, doch das ist eine andere Geschichte.

In verschiedenen Kapiteln lässt man die Szene erzählen wie alles entstand und was sich verändert hat. Man reißt auch kurz den internationalen Erfolg von Guitar Wolf an. Doch leider verschweigt man vollkommen den Auftritt von The 5.6.7.8’s in Kill Bill Vol. 1 und wie es dazu kam. Das würde sicher auch gut in die Dokumentation passen, auch wenn es sich viel mehr um die Szene in Tokyo dreht und wie Nov das alles gemeistert hat. An vielen Stellen wirkt das alles doch etwas merkwürdig, weil man immer nur Lobliebder über ihn sing. Warum er aber immer mit Teenagern gefeiert hat und deswegen auch Daddy-O heißt, lässt man leider etwas aus. Man kann leider nie alles haben.

Dafür zeigt man aber wie Generations übergreifend es sein kann. Wenn Mutter und Tochter erzählen wie man zu den Bands kam, die Tochter erfuhr erst später das alle Typen die sie schon zu Hause getroffen hat zur Garage Punk Szene gehörten und sie fing auch selbstständig an sich für die Musik zu interessieren, dabei wusste sie nie, dass alle mit ihre Mutter befreundet waren. Dabei bekam diese auch Angst, dass all die Dinge ans Licht kommen könnten die sie tat, die ihre Tochter aber nie erfahren sollen. Das sind die Momente wo Garage Rockin’ Craze wirklich punkten kann.

Optik

Die Kamera ist bei den Liveauftritten der Bands immer sehr nahdran und man nahm in Zeitruam von sechs Jahren immer wieder diese Szenen auf, dazu auch Interviews. Diese Stellen zeigen sehr gut, was die Musik und die Live Shows ausmacht, wir erleben Hautnah Bands und ihre Auftritte und auch wie das Publikum reagiert, dabei ist alles was diese Garage Punk Szene ausmacht, man ist aber auch Offen für anders, was die Rockabillys und andere Richtungen zeigen, sie verbindet aber etwas und das ist schwer in Worte zufassen, man zeigt es durch die Bilder und wie sie auftreten, man erlebt hier auch ein anderes Japan, wilder und freier. Man lebt unbeschwert und lässt den Alltag an der Tür. Man sieht auch immer wieder Szenen von Besuchern und auch hier treffen Generationen aufeinander.

Ansonsten ist Garage Rockin’ Craze eine typische Dokumentation, man zeigt alles in vielen Bildern und bei den Interviews sind immer alle Partner im Bild und man nutzt kaum andere Kameraeinstellungen, das stört auch nicht, so können sich die Erzählungen entfallten und man schneidet wenn es passt Live Auftritte daziwschen.

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Fazit:

Garage Rockin’ Craze ist eine tolle und interessante Dokumentation über eine Subkultur und eine Musikrichtung die gern überschaut wird, wenn man an Japan denkt. Wie schon gesagt, wer danach nicht etwas Garage Punk hört, muss sich die Doku nochmal anschauen.

Bilder Copyright: © Freza Films