I will never forgive

Das Thema Vergewaltigung und die Folgen davon werden in Filmen zwar immer wieder aufgegriffen, meist wird es aber ein Drama wo man auch die Schuld bei der Frau sucht oder es wird ein Rape n’ Revenge Film, der sehr exploitativ ist und wo die Vergewaltigung meist so gefilmt ist, als ob es der Frau gefällt oder es sogar ihre Schuld wär. Natürlich werden auch Männer vergewaltigt, das wird noch weniger thematisiert. Etwas neues zu dem Thema bringt I will never forgive, denn der Film ist schonungslos und als Zuschauer wird man damit konfrontiert, dass die Kamera nie weg schaut. Denn wir sehen den Großteil der Handlung aus der Sicht der Hauptfigur. Wir sind also Hautnah dabei wenn alles passiert und wie sie sich fühlt, dabei geht der Film mit dem Thema auch sehr offen um und wir sehen auch die Folgen.

Die Handlung dreht sich um Yōko eine 15 jährige Schülerin, sie wartet auf ihrer Mutter ist es Silvester und das neue Jahr steht bevor. Doch in dem verschneiten Bergdorf scheint alles still und ruhig zu sein. Da tauchen Furukawa, Kimura, Numashita, Masaaki und Saita auf, diese fünf Jungs schlagen Yōko und nehmen sie mit und fangen schon bei der Vater zu ihrem Haus an sie zu Missbrauchen, als sie wieder zu sich kommt, beginnt die schlimmste Nacht ihres Leben. Am nächsten Morgen kann sie entkommen aber der Albtraum endet nicht hier, vor Scham erzählt sie es niemanden. Wird von ihrem Vater verprügelt, weil sie nicht zu Hause war. Ihre Mitschülerinnen halten sie nun für eine Schlampe, sie hat sogar den Willen des Lebens verloren und fängt an sich an ältere Männer zu verkaufen, damit sie fliehen kann. Doch auch in Tokyo scheint ihr Leben keinen positiven Verlauf zu nehmen.

Da der Film auf dem Leben der echten Yōko basiert und versucht uns zu zeigen wie sie sich gefühlt hat und was alles passiert ist, macht es einem als Zuschauer noch schwerer. Denn I will never forgive lässt keine Distanz zu. Wir sind immer in der Handlung gefangen und es gibt nicht eine Flucht, wir müssen mit zusehen was alles passiert und es ertragen und auf eine Erlösung hoffen.

©I will never forgive Film Partners

Der Albtraum der nie aufhört in I will never forgive

Die Geschichte von I will never forgive ist eine Abwärtsspirale welche einen packt und das von Anfang an, denn schon am Anfang müssen wir mit ansehen wie Yōko vergewaltigt wird und dann gibt es für sie keine Hilfe, niemand interessiert sich für sie was passiert ist, niemand versucht ihr irgendwie zu helfen. Selbst die älteren Menschen, die es vielleicht bemerkt haben fragen nur höflich nach aber niemand bringt sie zur Polizei oder zu einem Arzt. Zu Hause wird sie vom Vater geschlagen und auch die Mutter kümmert sich nicht darum. Damit ist der Ton für den Film gesetzt, wir sehen das tragische Leben eines jungen Mädchens, was einst mal eine Hoffnung hatte und die durch diese Nacht und das Verhalten der Eltern für immer verändert wurde.

In der Schule wird sie gemobbt und es nimmt kein Ende, sie flieht in eine Welt, wo sie sich mit einem älteren Mann trifft und er gibt ihr Geld, damit beide Sex haben kann. Sie lernt nie die Liebe kennen und verkauft nur ihren Körper, sie kennt nichts anderes und das zieht sich durch den Film durch und wir werden immer wieder Zeug. Wir sehen es auch mit ihren Augen. Selbst die Flucht nach Tokyo und der Anfang eines neuen Lebens ist für Yōko keine Veränderung. Es bleibt wie es war, sie verkauft sich immer noch für Geld. Ihr 15 jähriges Ich schaut immer wieder zu und kommentiert es.

Auch wenn sie glaubt sie hat ein ruhiges Leben, merkt sie schnell das etwas nicht stimmt. Da sie kaum in einen Spiegel schauen kann, dauert es auch uns bis wir merken was ihr Ehemann gemacht hat mit ihr. Hier gibt es aber einen Wendepunkt in der Handlung von I will never forgive. Doch auch hier gibt es kaum Hoffnung auf die Erlösung. Als Zuschauer muss man sich auf zwei Stunden deprimierendendes Kino gefasst machen.

Schockierend

Da I will never forgive drauf setzt, alles aus der Egoperspektive zu Filmen, sehen wir alles immer wieder aus der Sicht von Yōko, so ist die Vergewaltigung am Anfang, so unangenehm und ab diesen Punkt hat der Film uns aber schon. Denn wenn es wirkt als ob Yōko sich rächen will, so spielt er mit dieser erwartungshaltung. Viel mehr aber sehen wir mit an, wie sie sich das Mädchen kaputt macht und auch von ihrer Umwelt verachtet wird. Alles weil sie wie viele Frauen angst hatte zur Polizei zu gehen und es für sie auch keine Hilfe gab. Dazu ist die Familie hier auch echt unangenehm und nicht freundlich. Es gibt Gewalt und immer wieder schläge. Etwas was Yōko so bewegt, das sie auch Jahre später noch zusammen zuckt, wenn ein Mann die Hand hebt. Es zeigt diese Trauma was sie hat.

Nach dem Abspann gibt es noch eine kurze Szene mit der Echten Yōko und ihre Meinung zum Film. Es zeigt auch deutlich, das wie schrecklich alles der Film schon darstellt und wie sehr man versucht uns zu zeigen, was alles in der Welt passiert. Das reale Leben ist noch schlimmer. Dabei verschönt der Film nichts. Auch die Nacktheit und der Sex im Film sind niemals erotisch, es ist alles widerlich dargestellt und Yōko schämt sich dafür. Sie hat keinen Spass und wir auch nicht, wir können aber wie sie nur bedingt weg sehen.

©I will never forgive Film Partners

Optik

Das besondere an I will never forgive wurde ja schon im Text erwähnt. Er wurde zum größtenteil aus der Egoperspektive gedreht, das macht den Film aus. Wir sehen und erleben alles aus der sicht von Yōko. Dabei zeigt der Film sehr deutlich, dass sowas nicht nur bei Actionfilmen funktioniert. Sondern auch für ein Drama was I will never forgive ist auch. Denn die Handlung braucht diese Bilder, als Zuschauer muss man verstehen was dem Charakter passiert und aus der Ich Perspektive funktioniert dies am besten. Denn so kann man nicht weg schauen. Keine Kameraeinstellung kann irgendwie Distanz erzeugen. Auch am Anfang wenn Yōko ihre Brille verliert ist alles sehr verschwommen. Wir sehen sie nur wenn ihre Seele auftaucht und kommentiert was mit hr los und ihrem Leben los ist oder wenn sie in einen Spiegel schaut. Hier gibt es dann auch eine Wendungen zu entdecken.

Die wenigen Aufnahmen, die uns die Welt so zeigen sind auch sehr gut gefilmt. Wir merken auch sehr deutlich, das die Jahre vergehen. Alles fängt in einem verschneiten Bergdorf in norden Japans an und irgendwann bewegen wir uns Richtung Tokyo. Auch hier sehen wir es sehr deutlich, man sieht aus dem Fenster und sieht den Tokyo Tower. Vielleicht etwas stereotypisch aber es funktioniert.

©I will never forgive Film Partners

Fazit:

I will never forgive ist ein unangenehmes und hartes Drama über eine junge Frau, welche durch eine alptraumhafte Nacht ruiniert wurde. Es ist ein langer Kampf das Leben zurück zu bekommen. Hoffnung gibt es in dem Film kaum, es sind zwei Stunden die einen mitnehmen und nicht mehr los lassen. Hier ist nichts exploitativ oder verschönt.

i will never forgive

Movie title: I will never forgive

Director(s): Hideki Wada

Actor(s): Kanako Nishikawa, Chiaki Hiratsuka, Jun Miho, Kan Mikami, Daisuke Ryû, Shirô Sano, Kazuko Shirakawa, Kazuki Tomokawa

  • 9/10
    Handlung - 9/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 10/10
    Regie - 10/10
  • 10/10
    Anspruch - 10/10
9.5/10

 

Bilder Copyright: ©I will never forgive Film Partners

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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