Es gibt ja in jedem Genre bestimmte Elemente, welche immer wieder vorkommen. Dabei ist es manchmal sehr verwunderlich wie weit das in der Filmgeschichte zurück gehen. Es gibt auch manche Elemente, die kennt man meist eher aus einem anderen Medium als dem Film. Denn vor allem in Japan gibt es auch die Mangas, dort gibt es Shonen, was eine Bezeichnung für ein bestimmtes Genre ist, was sich an jugendliche Männer richtet. Hier hat man immer einen Helden, der entweder der beste sein will oder schon der beste ist aber noch besser werden will. Bei Tokyo Knights aus dem Jahr 1961 von dem legendären japanischen Regisseur Seijun Suzuki findet man viele Elemente wieder, welche man auch in Shonen Jump Mangas bestaunen kann. Dabei fühlt sich der Film, durch seine Handlung und verschiedene Elemente auch immer an, wie ein Live Action Film, was auch daran liegen kann, dass der Film auf dem Buch von Kenzaburo Hara basiert.

Die Handlung dreht sich um Kôji, welcher in den USA zur Schule ging, doch durch den plötzlichen Tod seines Vaters kommt er zurück nach Japan. Denn dort muss er die Baufirma übernehmen, da er nun das Familienoberhaupt ist. Schnell merkt Kôji, dass etwas nicht stimmt. Denn die Konkurrenz scheint seine Firma vom Markt zu verdrängen. Nebenbei muss Kôji aber auch noch zur Schule gehen und hier landet er auf eine katholische Schule, wo er zeigt das er der Beste ist und dann dem Musikclub beitritt. Hier lernt er noch eine Schülerin kennen. Er will aber heraus finden ob sein Vater nicht umgebracht wurde.

Sollte man keine Filme von Seijun Suzuki kennen, wird man sich wohl über einiges wundern was man bei Tokyo Knights sieht. Denn sein Stil ist hier schon sehr ausgeprägt, obwohl hier alles noch sehr typisch vonstatten geht. Denn was Branded to Kill und Tokyo Drifter ausmachten, sieht man hier auch schon. Anders als Bei The Man with a Shotgun, ist hier aber das Genre nicht so eindeutig.

©1961 Nikkatsu

Viele Genres verderben nicht den Brei von Tokyo Knights

Man kann die Genre die Tokyo Knights uns zeigt, zwar sehr schnell erkennen, dennoch mischt er sie immer wieder stark. Das geht schon bei der Einführung von Kôji los. Denn wir sehen ihn bei der Zeromonie, dass er die Firma übernimmt. Es wirkt angespannt und seine Schwester schleicht durch die Tische und nimmt ihn immer die Getränke weg, denn er muss los, zur Schule. In der Schule gibt es eine Montage wie er in jedem Club der Beste ist. Am Ende sehen wir aber den Musikclub, wo der ausländische Lehrer verzweifelt, weil die Schüler den Jazz nicht so gut rüberbringen wie er es gern hätte. Auch hier taucht Kôji wieder auf, der die Musik hörte und überzeugt am Piano. Dieser Anfang macht uns als Zuschauer eins deutlich, wir haben es mit einer Komödie zu tun aber auch mit einer typischen Shonen Geschichte, denn der Held ist in allem Perfekt. Mit diesem Wissen gehen wir in die restliche Handlung.

Denn schnell kommen Thriller und Krimi Elemente hinzu, denn Kôji findet am Ort wo sein Vater gestorben ist ein Manschettenknopfund fängt an zu zweifeln dass es wirklich ein Unfall war. So macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei kommen auch andere Figuren ins Spiel, wie der neue Liebhaber seiner Stiefmutter. Dieser arbeitet aber für die Konkurrenz und scheint auch noch anderes in Schilde zu führen.Dabei rennt die Handlung aber auch immer wieder von einem Punkt zum nächsten. Dadurch das wir wissen, was Kôji alles kann. Verwundern uns andere Momente im Film nicht. Vor allem der Nachtclub wird wichtig und auch hier zeigt sich, dass es gut ist Freunde zu haben.

Während sich die zweifel von Kôji also verdichten und er das angedeutet Love Intrested immer besser kennenlernt, passiert aber auch etwas. Wir wechseln immer wieder durch die Genre und die Schule, die immer als wichtig dargestellt wird, wird es sogar. Denn es gibt auch eine Angriff, hier spitzt sich die Lage zu und bereitet das Finale vor, denn es gibt eine wichtige Wendung, die man vorher nicht wusste.

Action, Humor und Spannung

Wir hatten es ja schon angerissen, dass Tokyo Knights zwischen den Genres gern hin und her springt. Dabei aber auch deutlich macht, dass der Film sehr typisch für Japan ist und auch ein Film ist, der ein Publikum im Teenager Alter ansprechen soll, dass vor allem männlich ist. Das gelingt auch, man merkt sehr deutlich, welche Themen immer wieder in den Vordergrund drängen. Alleine die Szenen in der Schule, wo der junge Lehrer der alten Nonne die Stirn bietet und sogar einen Aufstand anfängt, dass Kôji bleiben darf. Es ist einer der Momente, die heraustehen, denn sie passen nicht so wirklich in den Film. Was aber nichts neues ist bei Seijun Suzuki. Er benutzt gern fremde Elemente für seine Filme. Es passt auch gut zur Musik, denn wir hören immer wieder Jazz.

Leider kommt aber die Spannung immer wieder zu kurz und man vergisst auch schnell, dass Kôji hier auch auf die Suche nach dem Mörder seines Vaters ist. Dabei gibt es einige Konflikte die man lösen muss. Das funktioniert auch gut. Leider hält man die Bösen manchmal für etwas zu dumm. Es scheint so als würden alle Kôji unterschätzen und er hat in immer die Oberhand. Das fällt vor allem bei einer Szene auf. Er spielt sogar mit seinen Gegnern. Wir als Zuschauer wissen aber durch den Anfang schon, dass er hier gewinnen wird. Das nimmt dieser Szene etwas die Spannung.

Wir haben es mit einem Film von 1961 zu tun und die Action wie wir es heute kennen, musste sich noch formen. Zwar hat Akira Kurosawa schon ein paar Jahre vorher mit die Sieben Samurai den Grundstein gelegt. Doch bei Tokyo Knights merkt man den Film in diesen Szenen sehr deutlich das Alter an. Dennoch funktioniert es immer noch gut. Was aber auch an der Regie von Seijun Suzuki liegt und der genau weiß, was sein Hauptcharakter alles kann. So ist die Action zwar rar gesät aber immer wieder wichtig für den Verlauf der Handlung.

©1961 Nikkatsu

Optik

Das Seijun Suzuki einen sehr wilden Stil hat merkt man auch bei Tokyo Knights. Hier probiert er aber auch sehr viel aus. Das merkt man vor allem beim Schnitt. Der wohl auch optisch verdeutlichen soll, dass Kôji auf der Suche nach dem Mörder seines Vaters ist. Denn er schaut sich die potenziellen Täter an und man bekommt eine Blende in Form eines Fragenzeichens geboten. Ein Effekte der nur in dieser Szene vorkommt. Auch andere Schnitteffekte gibt es hier nicht zu sehen. Dafür aber alles ander. Man experimentiert mit Farben und scheinbar will Suzuki hier ein Hauch Hitchock mit einbringen. Denn es gibt eine Szene im Jazz Club, wo an allen Tischen rote Lampen stehen und man sonst kein Grün hat. Doch an den Tisch wo Kôji die Täter belauscht landet die gründe Lampe, die er verwanzt hat. So sind beide in ein grünes Licht getaucht.

Es gibt aber noch ein paar Szenen die sehr Stark von Seijun Suzuki geprägt sind, wenn Kôji und das Mädel was er mag sich unterhalten. Denn er hat etwas erfahren was die Beziehung doch schaden könnten. So stehen beide an einer Mauer gelehnt und unterhalten sich. Es ist die sinnbildliche Wand die sie trennt, doch auch etwas was Suzuki Jahre später auch bei Branded to Kill wieder machen wird. Doch auch bei Tokyo Knights geht er schon sehr moderne Wege und das merkt immer wieder. Es wirkt auch nicht so sehr japanisch, wie man denken könnte. Man hat sich schon etwas beim westlichen Stil abgeschaut. Dennoch ist die Handlung und wie alles dargestellt wird sehr japanisch. Alleine die Masken die Kôji in einer Szene trägt und das Stück was die Schüler vorher aufführen.

©1961 Nikkatsu

Fazit:

Tokyo Knights ist ein unterhaltsamer Film, welcher die Gernes mischt wie es ihm gefällt. Man merkt sehr deutlich, dass Seijun Suzuki hier auch wegen der Vorlage, sich schon etwas austoben konnte und immer wieder Musikeinlagen baut.

Tokyo Knights

Movie title: Tokyo Knights

Director(s): Seijun Suzuki

Actor(s): Kôji Wada, Mayumi Shimizu, Yôko Minamida, Nobuo Kaneko, Yoshiko Nezu, Shôichi Ozawa, Hiroshi Kondô

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10

Bilder Copyright: ©1961 Nikkatsu