Yoshihiro Nishimura kennt wahrscheinlich der ein oder andere Leser von seinen Werken wie Tokyo Gore Police oder Vampire Girl vs. Frankenstein Girl. Dazu hat er bei vielen Filmen die Effekte gemacht. Dennoch dreht er auch neue Filme und schon das Marketing für seinen neuesten Film verspricht etwas. So hat man wohl vier Tonnen Kunstblut verbraucht. Die Frage ist nun ob man wirklich das Gewicht meint oder einfach vier Tonnen voller Kunstblut. Es dem Film aber anzusehen, dass der rote Lebenssaft sehr viel spritzt. Dabei zeigt Kodoku: Meatball Machine sich auch von seiner anderen Seite und gibt sich immer wieder sehr kritisch. Im Grunde bekommt man aber auch schon das was man erwartet, man muss nur Geduld haben. Denn man nimmt überraschend Zeit für die Charaktere. Natürlich hat Nishimura für seinen Film auch die Effekte gemacht und auch das Drehbuch mit geschrieben.

Die Handlung dreht sich um den 50 jährigen Schuldeneintreiber Yuji. Dabei ist er nicht gut in seinen Job, er ist zu freundlich und lässt sich von den Leuten abwimmeln. So bezahlt er aus eigener Tasche die Schulden, damit er bei seinem Boss nicht so schlecht dasteht. Doch der will mehr. In dem Stadtteill Asakusa wo er wohnt passieren aber auch merkwürdige Dinge, eine Frau zieht eine weiße Linie. Aber Yuji bemerkt das kaum, er geht gern in einen Buchladen und kauft Comedykasetten. Dabei steht er auch die junge Verkäuferin. Als er aber auf der Straße zusammenbricht und die Diagnose Krebs bekommt, ist ihm alles egal. Er treibt die Schulden ein und scheinbar nimmt sein Leben eine positive Wendung. Doch dann landet diese Glasekuppel über Asakusa und Menschen verwandeln sich in Monstermaschinen, auch Yuji wird angefallen aber irgendwas stimmt nicht, ist er die letzte Rettung für seinen Stadtteil?

Wie man merkt, gibt die Handlung von Kodoku: Meatball Machine am Anfang sehr viel mehr her. Wir bekommen Yuji sehr genau eingeführt und sehen auch viele andere Charaktere. Dabei merkt man aber auch wie schwer er es hat. Man baut hier als den typischen Versager auf, der dann zum Helden wird. Doch so einfach macht es uns dieser Film bei der Handlung dann doch nicht und das ist auch die große Stärke von Kodoku: Meatball Machine.

Sehr kritische Handlung bei Kodoku: Meatball Machine

Man könnte ja meinen, dass sich ein Film wie Kodoku: Meatball Machine mehr auf die Effekte konzentriert und die Handlung sehr einfach hält. Doch als Zuschauer der hier einen Film erwartet, wo nur so das Blut spritzt von Anfang bis Ende, der wird in den ersten 30 Minuten wohl kein spass haben. Denn man nimmt sich viel Zeit für Yuji und man baut seine Geschichte auf. Dabei wird sehr schnell deutlich, dass alle Menschen um ihn herum auch probleme haben. Dabei gibt es aber immer wieder Charaktere, wo sich der Zuschauer fragt, warum sehen wir diese Szene jetzt. Das alles wird im Verlauf aufgelöst und ist irgendwann wichtig für die Handlung. Nichts in dem Film wird dem Zufall überlassen.

Alleine schon das wir Yuji sehen wir er am Ende ist, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Dann geht der Film eigentlich los. Unser Hauptcharakter ist am Boden, wurde von der Polizei verhaftet, weil ein Kind ihn ein Mörder genannt hat. Das zeigt aber auch die absurdität in der sich der Film befindet. Denn er kritisiert immer wieder die japanische Kultur stark. Nicht alle Punkte, doch es zeigt die Vereinsamung von älteren Männern und auf der anderen Seite ist Yuji auch sehr lüstern, was uns immer wieder sehr deutlich gemacht wird, durch Gegenschnitte wo er hin schaut. Unser Held hat also viele schwächen und die erfahren wir in den ersten 30 Minuten.

Nach dem Anfang gibt der Film dann sehr viel Tempo und wir haben die typische Situation das Yuji die Jungfrau in Nöten retten muss. Dabei zeigt sich dann aber auch deutlich, dass er seinen Peinigern in Monsterform gegenübertreten muss. Darauf hat Kodoku: Meatball Machine aber auch hin gearbeitet. Es ist die Katharsis die Yuji durchläuft. Wir erfahren aber auch etwas über die Frau die er rettet und welche Probleme sie hat. Dazu die Glaskuppel und die Probleme der Menschen die angezeigt werden, die sie berühren. Hier zeigen sich die typischen Probleme die Japan beschäftigt und man aber nie so wirklich ausspricht. Man zeigt sie hier deutlich. Das Ende ist dann auch sehr bitterböse und die Botschaft wird mit einem Holzhammer auf den Zuschauer eingehämmert.

Blut, Blut, BLUT!

Natürlich bietet Kodoku: Meatball Machine auch sehr viel Blut aber man muss warten, wird dann aber belohnt. Hier spritzt der rote Lebenssaft wirklich sehr stark. Am Anfang hält man sich auch nicht zurück. Selbst der Regisseur hat einen kleinen Gastauftritt und zeigt, wie man wohl Under The Dome von Stephen King hätte verfilmen hönnen. Danach gehen die Mutationen los und man bekommt sehr starken Körperhorror zu sehen. Man merkt auch deutlich die Vorbilder von Yoshihiro Nishimura sehr deutlich. Dabei bekommt man die typischen Effekte des Regisseur zu sehen und merkt auch, dass man wohl mit mehr Budget auch mehr machen könnte. Dennoch bekommt man hier so einiges Geboten.

Das interessante dabei ist, dass die Monstermaschinen Eigenschaften der Menschen übernimmt. Das ist sogar wichtig für die Handlung, denn wir kennen alle Monster schon von dem Anfang und so gibt es immer wieder Rückblicke zu einer Eigenschaft, das ist zwar nicht immer Subtile und man hätte es nicht so oft machen müssen, man weiss nach ein oder zwei Mal als Zuschauer genau, was man uns sagen will aber das ist nur ein kleiner Punkt. Der Kreativtät sind keine Grenzen gesetzt. Wenn der weibliche Hauptcharakter, oben Ohne auf einer Maschine reitet, da sie ihre Bluse braucht und den BH als peitsch nutzt, wirkt das auch sehr absurd und wohl so, dass man noch ein paar Brüste im Film brauchte.

Ob nun wirklich vier Tonnen Kunstblut verbraucht wurden bei Yoshihiro Nishimura kann man an dieser Stelle nicht sagen. Nur verlieren manche Menschen und Monster sehr viel Blut und das auch sehr großzügig. Ein weibliches Monster schießt aus ihren Brüsten auch erst mal Blut und das nicht nur für einen kurzen Moment. Also man bekommt ordentlich Blut geboten. Dabei ist alles aber so übertrieben und die Effekte so sehr überzeichnet, das man auch hier den Humor des Films merkt.

Optik

Man sieht sehr deutlich, dass Kodoku: Meatball Machine viel mehr sein möchte als möglich war. Man hat hier den typischen digitalen Look, den viele japanische Filme haben. Das liegt eher daran, dass niemand für so einem Film Geld geben möchte, weil es eine kleine Produktion ist und das Thema auch nur eine Nische. Dennocht macht Yoshihiro Nishimura das Beste daraus. Er zeigt auch sehr deutlich, dass er in all den Jahren viel gelernt hat. Vor allem beim Schnitt und wie man den Zuschauer bestimmtes ins Gedächtnis ruft, wie schon erwähnt, die Rückblicke auf die Charaktere die nun Monster sind. Alles ergibt dann auch langsam mehr sinn und als Zuschauer hat man den Aha Effekt. Dazu ist es auch eine deutliche Bildsprache, vor allem bei der Kritik. Auch wenn hier und da, vielleicht schwer zu Lesen für die westliche Welt, vor allem bei der Kritik an der Sekte, wird das erst durch den Kommentar deutlicher, was es für ein Ort ist.

Interessant ist auch, dass man im Hintergrund immer wieder die Abdeckung sieht, damit nichts schmutzig wird. Manche Location ist zwar schon so gestalltet, dass man hier das Blut nur spritzen lassen kann. Dennoch blitzt es in einigen Szenen hervor. Dafür legt man auch viel Wert darauf, dass wir alles sehr deutlich sehen und so ist die Kameralinse bei Kodoku: Meatball Machine immer wieder voller Kunstblut. Erstaunlich sind auch die Actionszenen, diese sind gut Choreografiert und auch gut gefilmt, man bekommt alles mit. Damit verleiht man den Kämpfen noch mehr Tempo.

Fazit:

Kodoku: Meatball Machine ist überraschend anders als ein typischer japanischer Splatterfilm. Man verleiht den Charakteren mehr Tiefe und nimmt sich mehr Zeit für die Handlung. Dabei legt man auch in den Actionszenen und bei den Effekten, öfters wert darauf, dass es ein Bezug zur Handlung gibt und als Zuschauer man so auch versteht, warum das alles passiert und es nicht nur gezeigt wird, damit man Unmengen an Kunstblut spritzen lassen kann. Dazu ist das Ende extrem Bitterböse.

Movie title: Kodoku: Meatball Machine

Director(s): Yoshihiro Nishimura

Actor(s): Tomori Abe, Kensuke Ashihara, Satoshi Eishima, Goki, Yôta Kawase, Riri Kôda, Rima Matsuda, Masanori Mimoto, Maki Mizui, Seminosuke Murasugi, Takashi Nishina, Takumi Saitô, Yurisa, Yôji Tanaka

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 9/10
    Unterhaltung - 9/10
  • 9/10
    Effekte - 9/10
8.4/10