In der Welle der Martial Arts Filme denkt man meist nur an Hongkong und die ganzen Produktionen, doch aus Japan gab es den ein oder anderen Genrevertreter. Dabei setzte man aber auch auf dieselben Formeln, nur war der Kampfstil ein anderer, denn man nutze Karate und so durfte Sonny Chiba zeigen was er drauf hat und sehr schnell seine Gegner erledigen. Regisseur Noribumi Suzuki ist heute immer noch bekannt, für ein paar seiner Filme wie Exzesse im Folterkeller oder Sex & Fury. Doch er konnte auch andere Filme drehen, einer dieser Vertreter ist Diamantenauge. Einzig das er Gern die Bösen mit Hakenkreuzfahnen und Bildern im Hintergrund ausstattet, ist immer ein sehr deutliche Bildsprache, dass diese Person sehr Böse ist. Man nutzt halt auch gern mal Holzhammersymbolik in asiatischen Filmen. Sonny Chiba hat hier nur eine Nebenrolle, wie auch der legendäre Wrestler Abdullah the Butcher. Die Hauptrolle übernahm Hiroyuki Sanada.

Die Handlung dreht sich um Joji, der lernt von seinen Vater am Sterbebett, dass er als Kind entführt wurde und zu einer anderen Familie gehört, diese ist in Gefahr, denn seine Eltern kamen bei einem mysteriösen Unfall um. So reißt er zurück nach Japan um seinen Zwillingsbruder und seine Schwester zu finden. Das geht auch recht schnell, sein Bruder wird auch vermisst. Seine Schwester ist Blind. Sein Onkel nimmt ihn auf. Doch schnell wird klar, der Onkel von Joji hat es böses vor. Er will den Diamanten Königin von Sheba stehlen. Doch dieser muss auch erst gefunden werden. Joji gefällt das nicht und lehnt sich gegen seine neu gewonnen Familie auf.

Stereotypen gibt es in jeder Form auch bei Filmen, Diamantenauge macht da keine Ausnahme und zeigt uns hier die Bösen als richtig Böse und die Guten als Gut und Naiv, die aber auch zurückschlagen können. Dazwischen gibt es etwas Humor und irgendwie plätschert die Handlung so vor sich hin und man streut auch ein paar Brüste mit ein. Man kann nicht sagen, dass man am Ende nicht unterhalten wurde. Doch irgendwie hat man immer das Gefühl, dass etwas fehlt.

Rache auf Sparflamme in Diamantenauge

Man baut schon am Anfang schnell auf, dass Joji sich rächen soll und dann passiert erst Mal nichts. Er findet schnell seine Familie, wird dabei von einem Taschedieb bestohlen und auch das wird nie wieder Thema sein im Film. Dann trifft er seine Familie und lernt alle kennen. Dabei merkt man als Zuschauer aber auch schnell, dass etwas nicht stimmt. Seine Schwester hält ihn für seinen Bruder, der noch nicht zurück gekommen ist. Sie ist Blind und übt auch fleissig die Kampfkunst. Sein Onkel wirkt nett aber man merkt schnell, er ist der Böse in der Geschichte. Das geht los, als Mr. Magic auftritt und seine Bauchrednerpuppe, allen erzählt, was mit den Eltern von Joji passiert ist. Hier haut man also schon mit dem Holzhammer darauf, dass es hier Böse gibt und Joji aufpassen soll.

Im Verlauf der Handlung sehen wir dann auch wieso. Sehr subtil geht Diamantenauge nicht damit um. Der Onkel wird so Böse dargestellt wie es nur geht und das schon durch die Bildsprache. Schnell merkt man auch, dass er alle kommandiert und erpresst. Er will diesen Diamanten, der 130 Karat hat und irgendwo versteckt ist. Für Chihiro hat er keinen Wert aber sie die Lösung für das Rätsel wo der Diamant ist. Man handelt das alles schnell ab, hier ist der japanische Spielfilm auch noch sehr heiter und man hat spass. Doch plötzlch schwingt die Stimmung im Film um und das kommt aus dem nichts.

So entscheidet man sich doch für die Rachehandlung und Diamantenauge, zeigt uns noch mehr deutlicher wie Böse der Onkel ist und was seine Pläne sind. Joji wird also entgültig zur Rache gezwungen andere Charaktere kommen auch etwas zu Kurz bei dem ganzen. Was auch an der deutschen Version liegen könnte aber so viel Handlung wurde nicht entfernt. Man merkt als Zuschauer deutlich, dass man hier wohl schnell machen wollte und endlich das Finale einleiten.

Action

Man sollte sich ncihts vormachen auch wenn der Film gern mit Sonny Chiba beworben wird, er hat nur eine Nebenrolle und darf erst im Finale zeigen was er drauf hat. Vorher baut der Film das alles etwas auf. So wirkt es so als ob Diamantenauge auch eher mehr Humor bietet als ernsthafte Action, nach der Szene vor dem Vorspann zwar etwas verwunderlich aber es gibt eine längere Verfolgungsjagd, wo eine Gruppe Joji und seine Freunde verfolgt und diese versuchen zu entkommen. Dabei landet man auch in einer Gruppe Nonnen und es gibt eine Aufnahme des Höschens einer jungen Nonne. Etwas Humor muss sein, die ganze Szene wirkt auch stark so, als ob man hier versucht Jackie Chan zu kopieren.

Im Finale sind dann alle auch in Hongkong und es gibt wieder eine Verfolgungsjagd und dieses Mal auf fahrenden Bussen. Das leitet dann auch endlich das Finale ein, denn vorher gibt es nicht viel zu sehen. Ausser Etsuko Shihomi als blinde Chihiro die als erste zeigen kann, was sie drauf hat. Hier merkt dann auch die Richtung in welche die Kampfkunstszenen gehen werden. Das Finale bietet dann alles. Hiroyuki Sanada und Sonny Chiba verprügeln Gruppen von Bösen. Sanada als Joji darf auch endlich zeigen was er kann. Hier braucht man sich auch nicht vor dem typischen Hongkong Actionfilm zu verstecken. Da man schon am Anfang zeigt, dass es für Joji keine Schwerkraft gibt, funktionieren auch viele Szenen im Finale.

Optik

Man sieht Diamantenauge an in welchem Jahrzehnt er gedreht wurde und auch in welchem Land. Der Film hat diesen typischen japanischen 80er Jahre Look, auch wenn der Hauptcharakter, wie ein Cobwboy ankommt. Da er ja die ganzen Jahre in den USA war, hier merkt man auch sehr deutlich die stereotypischen Ideen der Macher des Films. Denn wie sieht jemand aus, der aus den USA zurück in seine eigentliche Heimat kommt? Anders kann man das nicht erklären, achja und er hat auch einen Affen, der im Verlauf des Films aber irgendwann verschwindet. Ansonsten bekommt man schicke Sets geboten und sieht auch etwas von Hongkong. Dazu auch die typischen japanischen Klippen, wo man die dramatischen Szenen spielen lässt. Drama und Meer gehören in Japan fest zusammen.

Sonst ist alles sehr routiniert gefilmt und man hat auch das Gefühl, dass man bei den Comedy Einlagen auch ein Talent für Humor hat. Den typischen Stil der Regisseur findet man auch in ein paar Szenen wieder auch seine Vorlieben bei Frauen und natürlich wie er das Böse gern zeigt. Das wurde ja schon öfters angesprochen. Auch die Actionszenen sind gut gefilmt und man sieht deutlich, das die Darsteller hier alles geben und scheinbar auch etwas Talent für die Kampfkunst haben. Natürlich merkt man auch, dass es Karate ist und nicht Kung Fu, obwohl das alles hier auch etwas verschwimmt und Waffen zum Einsatz kommen.

Fazit:

Diamantenauge ist ein kleiner unterhaltsamer Martial Arts Film, der aber auch viele schwächen hat. Da sich die Handlung im Verlauf nie so entscheiden kann was sie sein will und man einen starken Stimmungswechsel hat, der sehr plötzlich kommt. Ansonsten bekommt man ein sehr Actionreiches Finale geboten.

Diamantenauge

Movie title: Diamantenauge

Director(s): Noribumi Suzuki

Actor(s): Hiroyuki Sanada, Sonny Chiba, Etsuko Shihomi, Mikio Narita, Abdullah the Butcher, Tatsuo Endô, Seizô Fukumoto, Shôtarô Hayashi, Tatsuo Inada, Masashi Ishibashi, Masataka Iwao, Michio Kai

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.8/10

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