Die Credits von Meister des Schwertes sind schon etwas besonderes, wenn man alles mit nimmt hat der Film gleich sechs Regisseure. Dabei muss man aber wohl unterscheiden, denn King Hu hat hier wohl nach der Hälfte aufgeben und das Projekt verlassen und dann übernahm Tsui Hark und sein Team das restliche. So wird wohl Ching Siu-Tung sehr viel gedreht haben, was nichts mit der Action zu zun hat, er führte auch die Regie bei den beiden Fortsetzungen. Dennoch ist es interessant, dass er wie Tsui Hark und Raymond Lee im Vorspann selbst als Actionregisseur geführt wird und man King Hu den Regieposten überlässt. So zählt man diesen Wuxia Film auch zur Filmographie von King Hu. Es könnte auch passen, in manchen Szenen merkt man seine Arbeit doch sehr deutlich. Am Ende ist es auch Egal, wer nun Regie geführt hat, der Film gehört zu den Meilenstein des neuen Hongkong Actionkinos.

Die Handlung dreht sich um Ling und als kleiner Bruder getarnt die Tochter des Chefs seines Clans. Er soll einen alten Meister helfen, der gerade belagert wird. Denn er hat die Schriftrolle der Sonnenblume. Diese beinhaltet Kampfkünste die wohl übermenschliche Kräfte verleihen. Ling und seine Begleiterin können die Schriftrolle bekommen. Doch die Bösen wollen diese unbedingt haben und verstecken im Clan auch Spione. Doch auch dort gibt es wohl Probleme, denn ein ältere Mann lehrt Ling neue Kampfkünste und erklärt ihm, dass er seinen Meister nicht alles glauben soll.

Was für ein Film, man merkt hier sehr deutlich, dass wir es mit dem neuen Hongkong Film zu tun haben. Denn Grenzen gibt es nicht, dazu bekommen wir auch eine sehr philosophische Handlung, welche immer wieder Marital Arts Szenen bietet, die keine Schwerkraft kennt und auch immer wieder härter ist. Dabei fällt einem als Zuschauer aber auch auf. Das die Handlung bei all dem Tempo sehr ruhig erzählt wird. Man baut die Charaktere auf und auch nach einer Stunde scheint nicht jeder Charakter richtig eingeführt zu sein.

Auf der Suche nach dem Meister des Schwertes

Man muss sich nichts vormachen, denn die Handlung von Meister des Schwertes ist immer noch sehr typisch für den Wuxia Film. Es geht um eine Schriftrolle und an der sind verschiedene Parteien interessiert. Dabei verläuft das alles aber sehr stark aus der Sicht von Lin und seiner Begleiterin. Sie sind die Hauptcharaktere, die Auftauchen in der Färberrei und dort eine Nachricht übebringen sollen, doch schon hier passieren die ersten Fehler. Denn man versucht die Handlung auch mit Humor zu erzählen. Man baut Lin und seine Begleiteirn, die er als kleinen Bruder vorstellt und jeder wirklich annimmt sie wär männlich, mit Humor auf, das arbeitet aber auf das ernste Ende hin. Davor müssen beide aber in den knapp zwei Stunden Laufzeit ein wahrlich episches Abenteuer durchleben mit sehr vielen Wendungen und die Frage wer ist Freund und wer ist Feind.

Was alles noch normal Anfängt, wird bald zu einem wilden Fantasymix, es tauchen Charaktere auf die haben einfach übernatürliche Fähigkeiten. Als Zuschauer ist man zwar schon daran gewöhnt, wir kennen den Mythos der Schriftrolle schon und sehen das was einige Charaktere können. Dennoch tauchen wir tiefer in eine Mythologie ab. So trifft Lin auch auf einem Charakter, der ihn mehr erklärt und neue Techniken beibringt. Dieser Charakter taucht aber nur in dieser Szene auf. Auch die ganzen Clans die es gibt und deren Fähigkeiten. Man wird damit erst mal bombardiert, weil vieles nicht über die Dialoge erklärt wird, sondern über das gezeigt. Man muss sehr viel Lesen bei dem Film.

Interessant ist aber auch, dass Lin hier gleich bei mehren Frauen landen könnte und irgendwie seine Begleiterin zwar mag aber andere Frauen interessanter findet, weil sie wie Geschwister sind. Das führt auch zum letzten Konflikt im Finale. Denn Meister des Schwertes, bietet neben dem Humor auch eine große Portion an Drama, was aber auch nie ausgesprochen wird, man deutet es an und zeigt es in den Bildern. Dieser Konflikt ist aber auch einer der schon eher beginnt, dennoch wird er hier zwar aufgelöst aber glücklich ist dann keiner.

Action

Die Action trägt deutlich die Handschrift von Tsui Hark und man merkt auch, dass der neue Hongkong Actionfilm zwar seine wurzeln im klassischen Wuxia Kino hat und King Hu mit Ein Hauch von Zen auch dafür den Grundstein legte, doch Meister des Schwertes zeigt eine ganz andere Welt, mit viel mehr Fantasyelementen und noch mehr Schwerelosigkeit. Zwar ist es noch kein wirkliches Wirefu, dafür aber können die Charaktere hoch springen und auch etwas in der Luft bleiben. Alles wird so Grenzenlos dargestellt wie es nur geht. Dabei steigert sich das alles im Film nocht. Wenn Lin seine Fähgikeiten am Anfang zeigt, könnte er noch als sehr talentierte Schwertkämpfer durchgehen. Doch im Verlauf von Meister des Schwertes ändert sich das gewaltig.

Dabei ist der Film auch überraschend Hart, so gibt es einige härtere Einlagen und ein gebrochner Knochen schaut heraus und das Blut spritzt auch immer wieder. Das zieht sich durch den Film und im Finale findet man dann auch seinen Höhepunkt. Vorher gibt es auch immer wieder Kampfszenen. Hier geht es aber nicht darum, wer nun der bessere ist, sondern wirklich immer wieder um das Objekt der Begierde, die Schriftrolle. Das merkt man auch sehr deutlich im Finale, sie wird immer wieder gezeigt und man spielt auch ein kleines verwir Spiel.

Wenn Meister des Schwertes dann auch los legt, geht es rund, der Boden explodiert, weil ein Kämpfer so starke Kräfte hat, ein Schwerthieb zerteilt mit dem Luftdruck Holz oder auch den Boden. Man lässt der Kreativität freien lauf und legt keinen Wert mehr auf Realismus. Alles wirkt wie ein düsteres Märchen und die Action zeigt deutlich, dass man sie auch so zeigen kann, ohne dass man als Zuschauer sich fragt ob das wirklich möglich wär, In der Welt des Films ist es glaubhaft.

Optik

Wie schon öfters erwähnt, gehört Meister des Schwertes zum neuen Hongkong Action Kino, eine Welle die unzählige Filme hervor brachte aber sich auch immer wieder etwas gewandelt hat. Anfang der 90er und hier passt der Film dazu, wurde das alles auch wieder etwas fantastischer und das sieht man auch dem Spielfilm an, denn alles wirkt wie ein Märchen, das wurde auch erwähnt. Zwar spielt es zur Zeit der Ming Dynastie, doch man baut sehr viele Elemente aus dem Fantasy Genre ein. Etwas was die Filme auch so beliebt gemacht haben. Hier gibt es Zauber, Frauen die aus dem Ärmel Schlangen fliegen lassen oder Würm der Wahrheit. Dazu natürlich auch die Kampfkünste der Figuren, sie können wohl schon fliegen und schweben. Das zeigt die Kamera immer wieder sehr deutlich.

Man zaubert wirklich große Bilder auf die Leinwand oder des Heimkinos. Man führt uns die Welt ein und irgendwie schwebt die Kamera auch nur noch mit und ist immer in der Action und wir bekommen alles mit, das liegt auch daran, dass man in Honkong bei vielen Actionszenen auch den Choreograf die Kamera gab und nicht dem Kameramann. Man bekommt alles mit, man nutzt auch schon die Zeitlupe oder bestimmte Einstellungen die sich in dieser Art immer wieder finden lassen, wenn jemanden die Waffe aus der Hand geschlagen wird mit Kampfkunst, so sehen wir immer eine Nahaufnahme der Hand mit etwas Blut dran. Es zeigt wie mächtig der Gegner ist.

Fazit:

Meister des Schwertes ist ein sehr unterhaltsamer Film des neuen Hongkong Action kinos. Der Perfekt zeigt, das man dies auch mit Fantasyelementen verbinden kann und man keine Schwerkraft braucht um gut Martial Arts Szenen zu zeigen. Hier ist alles möglich in den zwei Stunden.

Meister des Schwertes

Movie title: Meister des Schwertes

Director(s): Ching Siu-Tung, Tsui Hark, Ann Hui, King Hu, Andrew Kam, Raymond Lee Wai-Man

Actor(s): Sam Hui, Cecilia Yip, Jacky Cheung, Sharla Cheung Man, Fennie Yuen, Lau Siu-Ming, Yuen Wah, Lau Shun, Lam Ching-Ying, Wu Ma, Wong Chi-Wai, Han Ying-Chieh

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.8/10

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