Jackie Chan war Anfang der 90er schon einer der größten Actionstars aller Zeiten und seine Filme waren immer ein Erfolg. Dennoch war man immer auf der Suche nach etwas neuem im neuen Hongkong Action Kino. So muss wohl Tsui Hark auf die Idee gekommen sein, was besser ist als ein Jackie Chan im Film? Genau zwei, da man aber Klonen noch nicht konnte, nahm man die neuere Version des Splitscreens. Denn ein paar Jahre vorher zeigte David Cronenberg schon in seinem Film Die Unzertrennlichen, wie weit man mit der neuen Form des Splitscreens einen Schauspieler eine Doppelrolle übernehmen lassen kann. So kam man dann wohl auf die Idee von Twin Dragons – Das Powerduo. Hier teilt sich Tsui Hark aber den Regiestuhl mit Ringo Lam, welcher wohl bei den meisten Actionszenen die Regie übernahm. So gibt es hier einen doppelten Jackie Chan, bedeutet das aber auch die doppelte Portion Martial Arts?

Die Handlung beginnt in einem Krankehaus, wo eine Frau gerade Zwillinge entbunden hat, auch der Vater ist voller Freude und man will das Beide nie getrennt werden. Doch ein paar Minuten später, landet eins der Babys bei einer anderen Frau, weil ein Vebrecher auf der Flucht aus dem Krankenhaus eins mitnahm. So wachsen beide doch sehr unterschiedlich auf. Jahre später beide sind erwachsen, während aus Ma Yau ein Dirigent wurde, der sehr erfolgreich in der Welt unterwegs ist und nun auf dem Weg zurück nach Hongkong ist, wurde aus Bok Min ein kleiner Gauner der versucht andere auszunehmen mit seinem Freund Tarzan. Doch bei ihrer neusten Aktion legen sie sich mit den falschen an, lernen dabei aber Barbara kennen. Diese verguckt sich in Bok Min. Als diese aus Versehen im selben Hotel wie Ma Yau landen, geht das Spiel los, wer nun wer ist.

Schnell merkt man, dass die Handlung der größte Schwachpunkt von Twin Dragons – Das Powerduo ist, denn man lässt sich zwar viel Zeit die Zwillinge zusammen zubringen, doch das funktioniert dann auch nur bedingt. Irgendwo fehlt hier doch der Konflikt, den gibt es eher mit den Damen die sie Daten und man dem Zuschauer schnell zeigt, das der Andere der besser Partner wär.

Typische Handlung rund um Verwechslungen bei Twin Dragons – Das Powerduo

Die Handlung von Twin Dragons – Das Powerduo ist sehr einfach, schon am Anfang erfahren wir, dass es Zwillinge sind die getrennt werden. Also haben wir hier den typischen Start für die Handlung, im Verlauf des Films lernen wir beide Charaktere kennen und man merkt schnell, sie sind auch sehr unterschiedlich. Dabei baut man schon ein, dass sie irgendwie verbunden sind, warum und weshalb wird einem aber nie erklärt. Man wirft es den Zuschauer nur an den Kopf und benutzt es immer wieder. Dabei scheinen dann die Unterschiede beider Zwillinge aber auch egal zu sein, man nutzt es nur noch für den Humor und wenn man die beiden Freundinnen mit einbaut.

Die Handlung benutzt dann auch den roten Faden von dem Überfall von Bok Min und was er dort alles macht und herausfordert. Die Flucht geht schief und Tarzan wird verletzt. Er soll dann für den Bösen auch noch ein Autofahren. Das ganze baut man dann in die Verwechslungshandlung mit ein, damit man dies auch nutzen kann. Nur als Zuschauer fragt man sich schon immer wieder, worauf das hinaus laufen will. Vor allem im zweiten Akt scheint man irgendwie die Ideen verloren zu haben und konzentriert sich mehr auf die Romanze und das Comedy Talent von Jackie Chan, was aber auch etwas schade ist. Denn so viele Szenen mit seinem Zwilling gibt es nicht. So nutzt man das doch immer wieder anders. Dabei zeigt die Szene im Hotelzimmer sehr deutlich, was man alles hätte machen können.

Sind alle Zweifel in Twin Dragons – Das Poweduo zerschlagen ist es auch Zeit für das Finale. Hier kommt es dann zwar zur Konfliktlösung, vorher gibt es im Schnelldurchlauf auch, für alle anderen die Auflösung dass es Zwillinge sind, mit einem kleinen netten Running Gag, doch auch hier merkt man wieder sehr deutlich, wie man den Humor liest in der westlichen Welt, man bekommt zwar viel mit, manches funktioniert auch aber manches ist einfach dann doch zu albern. Vor allem im Bezug auf die merkwürdige Verbindung der Zwillinge.

Action

Wenn man schon dran denkt, dass Tsui Hark und Ringo Lam für den Film zuständig sind, bekommt man als Hongkong Actionfilm Fan sicherlich auch ein feuchtes Höschen. So sind die Erwartungen auf das Endprodukt natürlich hoch. Hier zeigt sich Twin Dragons – Das Powerduo nicht immer von seiner besten Seite. Denn man muss auch auf die Action warten, zwar gibt es ein paar Highlights, wie die Szene im Nachtclub und hier sieht man dann auch, dass Jackie Chan sehr anders kämpft als sonst immer, angepasster an das neue Hongkong Actionkino aber auch hier und da gibt es noch den Humor. Im Verlauf des Films lassen die Actionszenen aber nach. Zwar wird man in eine Einfach hinein geworfen, wenn ein Verbrecher befreit werden soll und hier hat man dann auch eine gute Verfolgungsjagt, doch irgendwie hat man doch mehr Doppelaction erwartet.

Im Finale baut man auch viel auf, da man in einem Testgebäude für Autos ist und man auch in einer Kammer ist voller Heizstrahler, hier verschwendet man dann das Setting für den Kampf, man deutet es zwar an aber richtig nutzen tut man es nicht für einen spannenden Kampf. Man zeigt Jackie Chan hier auch nie wirklich doppelt. So gibt es hier zwar einige wirklich gute Stunts geboten, bei einem verlangsamt man das Bild sogar, damit der Zuschauer es auch mit bekommt was Jackie Chan hier abliefert. Man bringt auch die merkwürdige Verbindung der Zwillinge ins Finale unter, dass ist eine nette Idee.

Optik

Das Hauptaugenmerk bei Twin Dragons – Das Powerduo ist natürlich der Splitscreen und die Tricks, wie man Jackie Chan zweimal auf das Bild bekommt. Heute ist das einfacher, dank digitalen Schnitt und Computertechnik, kann eine Person auch mehre Charaktere spielen und man sie ins Bild bringen. Mit der normalen Splitscreentechnik ist das natürlich etwas schwerer. Man filmt zwar Chan auch zwei Mal aber muss es mit der Hand zusammenschneiden. Das funktioniert bei diesem Film gut, man merkt selten, dass man hier getrickst hat, das liegt aber auch daran, dass die Szenen selten sind und man sie sich eher für die Highlights aufhebt. Ansonsten benutzt man auch viele Doubles oder lässt die Szene so ablaufen, dass es sich zwar um die Zwillinge dreht aber man Chan so plazieren kann im Schnitt und bei den Aufnahmen, dass man keinen Splitscreen braucht.

Auch sonst ist der Film sehr typisch für die neuen Hongkong Filme. Obwohl es einige Szenen gibt, die vielleicht eher die Vorlieben des Regisseurs entspringen. Wir lernen Barbara kennen, wie sie Karaoke singt und eine blaue Perrücke trägt und dazu auch blaue Schuhe, es gibt eine Szene wo man die Schuhe in Großaufnahme sieht und dann nie wieder, auch die Farbe Blau wird für den Charakter nie wieder wichtig. Vielleicht war es auch nur für den Effekt, weil die Schuhe so sehr glitzern.

Fazit:

Twin Dragons – Das Powerduo ist ein unterhaltsamer Film mit einer netten Idee, leider schwächelt die Handlung immer wieder. Dafür gibt es ein tolles Finale mit guter Action, ansonsten bekommt man viel Humor geboten. Jackie Chan in einer Doppelrolle ist auch ein interessanter Ansatzpunkt, man hätte sich hier aber etwas mehr Action gewünscht, was aber wohl Tricktechnisch sehr schwer geworden wär.

Twin Dragons - Das Powerduo

Movie title: Twin Dragons - Das Powerduo

Director(s): Tsui Hark, Ringo Lam

Actor(s): Jackie Chan, Maggie Cheung, Teddy Robin Kwan, Anthony Chan Yau, Nina Li Chi, Philip Chan, Sylvia Chang, Alfred Cheung, Jacob Cheung Chi-Leung, Joe Cheung Tung-Cho, Chu Yuan, David Chiang

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.2/10