Iron Monkey

Als Iron Monkey 1993 in den Kinos von Hongkong anlief, war der Film ein flop. In Deutschland erschien er ein Jahr später auf VHS und prägte sich in die Köpfe der Martial Arts Fans ein. Weltweit wurde der Efolg größer, als er durch den Erfolg von Tiger & Dragon in den US Kinos gezeigt wurde aber wie immer in einer veränderten Version. Heute zählt er zu den klassikern des Hongkong Action Kinos. Denn der Film bietet genau das was man von dem Genre erwartet. Dazu hat man Donnie Yen in der Hauptrolle. Er spielt Wong Kei-Ying den Vater des chinesischen Volkshelden Wong Fei-Hong, welcher in diesem Film von der 13 Jährigen Angie Tsang Sze Man gespielt wurde. Genau, ein Mädchen. Wong Fei-Hong ist die Hauptfigur in gut über 100 Filmen aus Hongkong und China. Dazu die Figur des Iron Monkey, welcher ähnlich wie Robin Hood auf einer alten chinesischen Volkssage beruht.

Die Handlung spielt irgendwo in einem kleine chinesischen Dorf. Alles ist friedlich, doch der Stadtaufseher und andere Verbrecher nehmen die Menschen aus und handeln nach ihren Willen. Doch es gibt einen Mann der sich ihnen in den Weg stellt, Iron Monkey. Er kommt immer wieder bei Nacht und stiehlt das Gold und gibt es den Armen im Dorf. Bei Tag ist dieser Held ein Arzt. Dr. Yang und seine Assistentin Miss Orchid helfen den Menschen im Dorf und er nimmt nur von den Reichen Geld. Als Wong Kei-Ying und sein Sohn Wong Fei-Hong in das Dorf kommen, werden sie festgenommen, man hält sie für Iron Monkey. Man erpresst Kei-Ying das er den Dieb fässt, sonst würde er seinen Sohn nicht wiedersehen. Dabei freundet er sich mit dem Arzt Dr. Yang an.

Man merkt auch hier, dass Tsui Hark als Produzent seine Finger im Spiel hatte. Denn Wong Fei-Hong ist auch der Star in seinen Once Upon a Time in China Filmen. Man merkt aber noch etwas anderes sehr deutlich, den Stil von Yuen Woo-Ping der hier die Regie übernahm und auch die Martial Arts Szenen mit Choreografiert hatte. So entstand ein wirklicher Klassiker des Kampfkunstfilms.

Iron Monkey der Robin Hood aus China

Man merkt deutlich, dass es auch China eine Legende gibt, die einen Helden beschreibt der wie Robin Hood agiert. Der Echte Dr. Yang Tianchun hat wohl im 16. Jahrhundert gelebt und zusammen mit Zhang Lian als Rebel gelebt. Im Film ist Dr. Yang aber rein fiktional und hat mit dem echten nichts zu tun. In Iron Monkey ist er der Held, der versucht für Gerechtigkeit zu sorgen. Was natürlich schwer ist, wenn man selbst Verbrechen ausübt. Das ist ein moralischer Konflikt und diesen bekommt auch Wong Kei-Ying und sein Sohn Wong Fei-Hong zu spüren. Denn beide stehen für das Gute im Film wie kaum ein andere Charakter. Das liegt natürlich an die echten Vorbildern. Moral ist etwas wichtiges in dem Film, denn als Zuschauer bekommen wir davon eine Menge.

Immer wieder philosophieren die Charakter über Iron Monkey und ob das was er tut wirklich böse ist oder nur ein not gedrungenes Übel. Dabei gibt es die typischen vergleiche des asiatischen Kinos und auch bei der Bildsprache muss man heraus lesen, als dass es einen die Charakter erzählen. Dennoch ist die Handlung eindeutig, wer hier Gut ist und wer Böse. So versucht man zwar weg dem üblichen die sind Böse, weil sie die Bösen sind. Es ist ein Weltbild was auch kritisches mit dem System um geht in dem sich die Charaktere befinden. Man merkt, wie sehr manche Menschen ihre macht ausüben.

So ist nicht alles nur Schwarz und weiß in Iron Monkey und wir bekommen eine sehr unterhaltsame Geschichte erzählt, welche die Charaktere auch weiterentwickelt und wir lerne, dass auch Wong Kei-Ying zwar immer noch an die Gesetze glaubt aber eine Figur wie Iron Monkey akzeptieren kann, wenn es für die Gerechtigkeit ist. Denn er lernt die Menschen kennen, denen geholfen wird. Hier merkt man den Kontrast sehr deutlich der uns gezeigt wird.

Action

Natürlich macht nicht die Handlung von Iron Monkey ihn zu einem Klassiker, sondern die Action und hier bekommt man die volle Ladung von WireFu geliefert. Menschen können Fliegen und in der Luft sich auch wenden, wenn es gerade in den Kampf passt. Alles wirkt so schnell und ohne irgendwelche Grenzen. Das ganze hat auch ein hohes Tempo, was aber mehr an der Technik liegt wie die Szenen gefilmt wurden, statt den üblichen 24 Bildern pro Sekunde, nahm man nur 21 oder 22 Bilder. Das verleiht den Martial Arts Szenen in Iron Monkey auch den besonderen Look. Natürlich kann Donnie Yen auch ohne diese Tricks überzeugen. Es passt aber perfekt in den Film.

Alleine schon Angie Tsang Sze Man als Wong Fei-Hong hat eine Szene die es in sich hat, hier macht sie ihre Gegner mit einem Regenschirm fertig. Der ganze Film ist voller Actionszenen die sehr kreativ sind. Es gibt alles von Hände und Füßen bis hin zu Waffen. Alles ist dabei und man lässt einem nicht immer die Zeit für eine kurze Pause, sondern legt gleich nach. Alleine das Finale auf den Holzstangen wo noch ein Feuer brennt, ist nicht so schnell vergessen. Hier brauchte man gut 20 Drehtage um diese eine Szene komplett zu Filmen. Die hat es auch in sich, denn sie zeigt, egal wie gut man ist. Man muss sehr taktisch sein um zu gewinnen. Dabei ist es auch egal, dass alle Charaktere hätten auf die Häuserdächer springen können. Es geht hier um Macht und das man zeigen will, wer der bessere ist.

Optik

Wie schon erwähnt, zeigt der Film den deutlichen Kontrast der Menschen in den Dorf. Die Armen leben auf der Straße oder in einem Tempel, während die Bösen in einem kleinen Palast leben und der Aufseher auch noch ein paar Leichtedamen bei sich hat, die auch nur wegen dem Geld sich mit ihm abgeben. Das zeigen die Bilder sehr deutlich, auch bei der Kleidung. Prachtvoll geht es nur bei den Bösen zu. Obwohl eine Figur nicht nur hässlich vom Charakter her ist, sondern auch vom aussehen. Bildsprache ist in Asien halt immer alles und so wirkt manches wenn man es versucht zu Lesen leicht befremdlich oder sehr deutlich, je nachdem wie viel Erfahrung man mit den Filmen hat.

Auch die Kameraarbeit ist sehr direkt und vor allem bei den Actionszenen merkt man das Talent von Yuen Woo-Ping sehr deutlich, er hält alles in längeren Einstellungen fest aber auch durch Schnitt verleiht man dem Film Tempo und Schläge auch die nötige Kraft. Dabei fühlt man sich aber niemals verloren und weiß nicht wo gerade welcher Charakter hinspringt. Alles ist trotz des Tempos und den schwerelosen Charakteren in Iron Monkey sehr übersichtlich.

Fazit:

Iron Monkey ist ein sehr unterhaltsamer Martial Arts Film über Moral und Gerechtigkeit, ein sehr interessante Abwandlung des Robin Hood Themas. Dazu bekommt man unglaubliche Kampfkunstszenen geboten, die allen Gesetzen der Physik strotzen.

Iron Monkey

Movie title: Iron Monkey

Director(s): Yuen Woo-Ping

Actor(s): Donnie Yen, Jean Wang, Yu Rongguang, Lee Fai, Angie Tsang Sze Man, Yen Shi-Kwan, James Wong Jim, Yuen Shun-Yi, Hsiao Hou, Dang Taai Woh, Chan Siu-Wah, Mandy Chan

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
8.0/10

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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