Teruo Ishii dreht 1999 mit Japanese Hell seinen vorletzten Film. Der japanische Regisseur gehört in Deutschland zu den bekannteren das liegt aber nicht an Blind Woman’s Curse, einem der ersten Filme mit Meiko Kaiji, sondern an seien Tokugawa Filme, welche für die damalige Zeit schon sehr exploitativ waren und härter und einige Fans haben. Wahrscheinlich wird er deswegen auch gern etwas unterschätzt. Dabei ist er ein sehr fähiger Regisseur, alleine sein Spiel mit Licht und Farben lohnt sich immer wieder. Mit Japanese Hell aber drehte er  seine Version von Jigoku, der japanischen Version der buddhistischen Hölle, welche auf der chinesischen Hölle Diyu basiert. Es ist also ein Film voller religiöser Symbole und dennoch wird der Spielfilm immer nur auf seine Splatterfilme reduziert. Dabei ist die Hölle hier ein Ort der sich sehr deutlich an dem Konzept des Jigoku hält und dabei aber auch immer wieder ins Ero Goru abdriftet.

Die Handlung beginnt mit Rika, diese trifft eine fremde Frau auf der Straße, diese spricht sie an und verkündet ihr, dass ihr Leben bald vorbei sei, doch sie wird eine wichtige Rolle spielen, sie sei ausgesucht wurden und wird die Vertreterin auf Erden für die Hölle sein und sie soll die Menschen warnern vor dem was schief läuft. Doch zu vor soll sie in die Hölle, sie sollt dort mitansehen was mit Sündern passiert. Am Anfang sieht sie eine kurze Episode über einen Kinderschänder, welcher viele kleine Mädchen umbringt und dafür bestraft wird. Danach geht es aber um die Vergangenheit von Rika und hier erfährt man dann endlich, warum ausgerechnet sie ausgewählt wurde. Denn es geht um eine Sekte.

Man merkt sehr deutlich, dass wir es hier mit einem Film zu tun haben, der mit vielen religösen Symbolen arbeitet und typisch für Japan verarbeitet man eine Tragödie auf eine sehr besondere Weise. Denn die Sekte ist eine Anspielung an die Ōmu Shinrikyō Sekte, in Deutschland auch als Aum-Sekte, welche 1995 in der Tokyoter U-Bahn einen Giftgasanschlag verübten.

Japanese Hell und die Frage Warum Rika?

Der start von Japanese Hell wirkt sehr befremdlich, wir befinden uns mitten in der Handlung und verstehen nicht warum gerade Rika ausgewählt wurde und was das alles soll. Warum soll sie in die Hölle und sich anschauen was mit anderen passiert? Es dauert etwas bis man als Zuschauer versteht warum das alles. Denn wir befinden uns hier wohl gerade in der Phase der Erleuchtung und Rika muss lernen alles weltiche von sich zu lassen. Sie hat eine Vision von Enma des Höllenfürst, hier in diesem Film ist es eine Frau. Sie erlebt dann ihre Vergangenheit und Zukunft und wir als Zuschauer erfahren endlich mehr über sie aber auch über die Sekte und langsam wird deutlich, was das alles soll. EInfach macht man es uns nicht, dafür wird man aber auch belohnt. Selbst wie die Handlung rund um die Sekte am Anfang etwas langsam startet, wird deutlich warum wir das alles sehen.

Die Sekte ist der Hauptbestandteil der Geschichte von Japanese Hell, denn sie ist der Ort wo Rikas Seele verunreinig wird und sie verlernt was das Leben bedeutet. Sie wird korumpiert und muss mit ansehen wie Menschen ausgenommen werden. Dabei scheint es ihr aber auch nicht zu gefallen. Doch bis wir zu dem Rika Teil der Geschichte kommen, erleben wir erst wie diese Sekte arbeitet. Sie töten einfachen einen Anwalt um einer Klage zu entkommen. Der Aufrührer missbraucht gern die jungen weiblichen Mitglieder und nennt es Fruchtbarkeitsritual. Alles nur um etwas Spass zu haben, obwohl die Mädels nicht wirklich wollen. Hier zeigt der Film das aber auch nicht erotisch, die Vergewaltigung wird als Böse gezeigt und nicht wie gerne in Japan als ein Teil der Erotik. Wir lernen auch andere Mitglieder kennen und sehen was mit Verrätern passiert.

Irgendwann erfahren wir auch mehr von den Machenschaften und das die Menschen in ihrem abgelegen Ort nur noch Lügen erzählt bekommen. Alles spitzt sich zu und läuft auf den Giftgasanschlag drauf hin. Hier zeigt sich dann auch wieder Anwalt, der als sehr Böse dargestellt wird. Hier zeigt sich auch sehr deutlich das moralische Bild des Films, man merkt dass hier verschiedene Glaubensrichtungen zusammen kommen und nicht immer der Buddhismus deutlich genutzt wird. An diesem Punkt macht dann auch der Anfang des Films mehr Sinn.

Symbolik

Japanese Hell ist voller Symbolik, das geht schon los, wie uns die Hölle gezeigt wird. Es ist ein bunter Ort, voller gestallten aus dem japanischen Glauben des Buhhdismus und ab und an auch aus anderen Religionen übernommen. Die Frau vom Anfang auf der Straße ist niemand geringeres als Enma, der Höllenfürst, hier wird er als Weiblich dargestellt. In Asien ist es auch der Todengott. Man merkt also, wenn man sich etwas mit dem Glauben in asiatischen Ländern befasst, wird man bei diesem Film viel mehr sehen als nur Splatter und Gewalt. Zwar gibt es viele Szenen die das Ero Goru wirklich verdeutlichen, doch auch dies gehört zur Jigoku, denn es gibt verschiedene Orte für verschiedene Personen. Dies man sehr deutlich, die Bestrafung verschiedener Menschen ist sehr unterschiedlich und den Taten angepasst die sei begangen haben.

Auch sonst finden wir viele Details in dem Film wieder, die auf Buddhismus hinweisen. Alleine das Gemach des Sektenaführer ist voller Bilder dieses Glauben und auch von Höllenwesen. Am Ende hat Rika dann die Erleuchtung. Was auch an Buddha liegt, welcher hier als Samurai auftaucht und sie aus der Hölle befreit, denn sie zum richtigen Weg zurück gefunden. Am Ende ist ihr bewusst, dass sie sich von allem weltlichen lösen muss um so zum inneren Reichtum zu gelangen. Hier zeigt man das, in dem sich viele Frauen ausziehen und anfangen zu beten. Vorher sieht man auch eine kurze Tanzauführung, welche die Hölle auch nochmal darstellt und die Zerrissenheit von Rika.

Optik

Wie schon erwäht hat Regisseur Teruo Ishii in seinen Film auch gern sehr viel unnatürliche Farben genommen und mit ihnen gespielt. Das merkt man hier vor allem in den Szenen in der Hölle. Es gibt viele grelle Farben und alles wirkt wie ein unwirklicher Ort. Also sehr passend für etwas von den Niemand weiss ob es ihn wirklich gibt oder nicht. Alles entspringt also der Fantasie von Menschen, wir bekommen hier einen Ort gezeigt, der sehr anders ist als andere Höllen die man so kennt. Zwar gibt es hier und da ein paar Punkte die typisch sind. Dennoch ist alles andere sehr knall Bunt, dabei dominiert immer wieder Blau und Rot. Der Höllenfürst trägt viel Gold und wir mit einen Rosa angestrahlt. Man versucht also viele farbliche Kontraste zu schaffen. Der Gegensatz dazu ist die Wirklichkeit. Bis auf ein paar Szenen, verzichtet man hier auf diese Neonfarben und alles wirkt natürlicher.

Ansonsten bekommt man einen Film geboten, der auch gut in Szene gesetzt wurde. Zwar bietet Japanese Hell jetzt nicht immer viele Einstellungen oder Kamerafahten, die mehr als nur Standard sind aber sie funktionieren. In wichtigen Momenten der Handlung spielt man ab und an etwas und nutzt schneller Schnitt um uns ein paar Charaktere zu zeigen, das wirkt aber auch sehr wahllos. Der Angriff auf dem Anwanlt in Zeitlupe, wirkt auch etwas befremdlich und passt nicht recht zur Stimmung. Ansonsten zeigt man aber auch sehr deutlich, was für ein Typ der Anführer ist und seine Sexszenen werden niemals als erotisch gezeigt.

Fazit:

Japanese Hell ist ein sehr interessanter Film, welcher uns mit nimmt in die Hölle Japans. Jigoku ist dabei anders als man es aus der westlichen Welt kennt und man zeigt hier viele Symbolik des Buddhismus. Der Ero Goru Anteil ist zwar vorhanden, gehört aber zum Kontext der Hölle und die Geschichte entfalte sich erst langsam und man merkt dann auch deutlich, warum Rika hier ausgewählt wurde.

Japanese Hell

Movie title: Japanese Hell

Director(s): Teruo Ishii

Actor(s): Mutsumi Fujita, Hisayoshi Hirayama, Miki Satô, Yôko Satomi, Kenpachirô Satsuma, Ryuji Takasaki, Tetsurô Tanba, Chiho Yoshida

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
  • 6/10
    Anspruch - 6/10
7.2/10