Once Upon a Time in China & America

1997 ein kleines Ende für den modernen Hongkong Action Film, der Stadtstaat der bis dahin zur britischen Kronkolonie gehörte, wurde feierlich wieder an China übergeben. Es war ein Umbruch, viele Stars des Kinos zogen nach Hollywood um dort Filme zu drehen. Dennoch gibt es aus diesem Jahr noch ein paar Filme, die sich sehen lassen. Sammo Hung sollte sogar 1997 seine letzten Filme drehen für 19 Jahre, bis er 2016 mit The Bodyguard wieder hinter der Kamera stand als Regisseur. 97 drehte er neben Mr. Nice Guy mit Jackie Chan auch Once Upon a Time in China & America, den letzten Teil der Reihe. Das besondere daran, Jet Li kehrt als Wong Fei-Hung zurück, obwohl er die Rolle nach dem dritten Teil aufhörte. Man machte es aber anders, dieses mal geht es in den wilden Westen, also ein paar Jahre bevor Jackie Chan mit Shanghai  Noon sowas ähnliches drehte. Hinter der Kamera war auch Tsui Hark wieder als Produzent tätigt.

Die Handlung dreht sich wie immer um Wong Fei-Hung, dieses mal wurde in die USA eingeladen, ein chinesisches Krankenhaus feiert den ersten Geburstag. Begleitet wird er von Tante Yee und Sieben. Doch schon bei der Ankunft gibt es probleme, nicht nur die Sprache. Sondern sie werden von Indianern angegriffen, dabei wird Wong von der Gruppe getrennt. Während diese in der kleinen Stadt ankommt und schnell merkt, dass Chinesen hier nicht gern gesehen sind und Rassismus zum guten Ton gehört, landet Wong Fei-Hung bei einem Indianerstamm. Doch er hat sein Gedächtnis verloren und kann sich an nichts mehr erinnern.

Sammo Hung verabschiedet sich mit einem Film, der wohl auch sehr deutlich andeutet, wohin es mit vielen Stars geht. Auch wenn Once Upon a Time in China & America bei den Fans und Kritikern nicht den besten Stand hat. So bekommt man doch genau das, was man von so einem Film erwartet. Es ist Kung Fu, WireFu im wilden Westen. Er zeigt deutlich den Rassismus der dort herrschte und ein Land prägte. Dabei ist alles aber auch sehr typisch für das Hongkong Kino übertrieben.

Western Klischees treffen auf Kung Fu in Once Upon a Time in China & America

Das Western Genre umfasst so viele Filme das man wohl kaum einen Film in diesem Bereich drehen kann ohne irgendwelche Stereotypen zu treffen. Es war einst das beliebste Genre im alten Hollywood, wurde dann abgelöst durch den Italo Western und geriet dann in Vergessenheit aber immer noch dreht man den ein oder anderen Western. Das Grundthema der Rache blieb immer Gleich. So das man in Deutschland bei den Verleihern aus den Martial Arts Filmen der 70er Jahre, die eine ähnliche Grundhandlung hatten einfach Eastern machten, was bis heute leider in dem Sprachgebrauch vieler Filmfans einging. Doch man kann das auch mischen. Sammo Hung zeigt mit Once Upon a Time in China & America wie das geht, dabei nimmt man aber andere Handlungselemente. Denn wir haben hier den chinesischen Volksheld Wong Fei-Hung als Titelfigur. Dieser muss nun im wilden Westen zeigen warum er so beliebt war.

Wir haben hier als Wong Fei-Hung im wilden Westen, da muss man natürlich zeigen, was damals so passiert mit den Chinesen. Man zeigt deutlich den Rassismus der dort herscht aber auch gegen die Indianer. Es ist ein andere Blickpunkt auf das Western Genre, wo sonst immer der weiße Mann der Held war, in vielen Filmen. Dabei baut man noch eine kleine Handlung ein wo Fei-Hung sein Gedächtnis verliert und bei den Indianer aufgenommen wird und ihnen hilft. Der eigentliche Böse wird sehr spät bei Once Upon a Time in China & America eingeführt aber dann gleich richtig. Nach dem er seine Notdurf verrichtet hat, umzingeln in Wölfe. Da schneidet er sich in die Brust und fordert die Tiere zum Kampf und zeigt wer hier das Alphatier ist. Mehr erfahren wir aber auch nicht über ihn.

Im Grunde hält sich die Handlung von Once Upon a Time in China & America sehr zurück und man erzählt uns immer nur das nötigste. Wong Fei-Hung brauch keine weitere Einführung, er ist bekannt schon aus den Teilen davor und dazu kennt ihn wohl jeder in China. Auch die anderen Charaktere, kennt man aus den anderen Filmen. Die neuen Figuren bekommen etwas mehr Zeit, doch auch hier wird nur in Gut und Böse gezeichnet. Dabei versucht man natürlich China als gut darzustellen und das sie für alle Menschen da sind. Die Rede von Wong Fei-Hung wird von seinen Mitmenschen zwar ignoriert und keiner mag sie aber der Zuschauer versteht die Botschaft schon sehr deutlich.

Action

Die Once Upon a Time in China Filme gehören zu den Genre Meilensteinen, denn sie waren auch etwas wie der Durchbruch für Jet Li und sein können. Dabei bneutzt man da auch schon WireFu und Produzent Tsui Hark zeigte, warum er zu den legendärsten Filmproduzenten Hongkongs gehörte. Beim nunmehr sechsten Film ist Jet Li wieder zurück und es sind ein paar Jahre vergangen aber er spielt immer noch den Volksheld Wong Fei-Hung und der wurde in über 100 Filmen dargestellt. Hier hat man es aber mit den letzten Filmen des Hongkong Actionkinos zu tun, bevor sich das alles ändern sollte. Man drehte auch in den USA. Das merkt man auch bei der Action, denn Sammo Hung hat sie auch choreografiert. So gibt es auch im wilden Westen WireFu und kämpfe die nur zeigen, dass die Schwerkraft in dieser Art von Film nur ein Wort ist. Zwar hält man sich hier doch zurück mit den Sprüngen und flügen. Dennoch sind diese Szenen da und können überzeugen.

Auch sonst bekommt man sehr gute Martial Arts Szenen, hier sieht man die Erfahrung der Crew sehr deutlich. Auch bei den US Darstellern holte man sich erfahren Stuntmänner und so kann Jet Li hier auch gegen andere Gegner glänzen. Im Finale bekommt er es wohl mit dem merkwürdigsten Gegner der Reihe zu tun. Der Böse, der scheinbar denkt er hat es mit einem normalen Gegner zu tun und er von Wong Fei-Hung vorgeführt wird. Dabei liefern sie sich ein Duell durch die ganze Stadt. Davor gibt es aber auch ein Highlight, wenn man durch Kampfkunst Wong Fei-Hung zum erinnern bringen will. Klingt merkwürdig aber in Once Upon a Time in China & America werden Konflikte ausgekämpft, egal mit was.

Optik

Da Once Upon a Time in China & America im Cinemascope Format gedreht wurde, bekommt man tolle Bilder des wilden Westen geboten. Das weite Land, die Freiheit, das sieht man auch hier sehr deutlich. Sammo Hung als Regisseur oder seine B-Crew lässt ein paar wunderschöne Bilder einfangen. Dazu drehte man in Alamo Village, welches für den John Wayne Klassiker Alamo gebaut wurde. Man dreht also in Kulissen eines Klassikers des Western Genre, der entstand, weil High Noon zu Links war und man einen patriotischern Film wollte. Dies sieht man diesem Film aus Hongkong nicht unbedingt an. Man hält sich bei der Bildsprache schon etwas zurück. Dennoch fällt es immer wieder auf, dass man hier doch Pro China ist. Die Kamera zeigt auch immer wieder wie man auf sie herabschaut.

Bei der Action merkt man sehr deutlich, dass man sich bei dem moderen  Hongkong Actionfilm befindet, vorbei ist die Zeit von vielen langen und langsamen Einstellungen. Sammo Hung macht hier einen Film der auch viel Tempo setzt und das funktioniert sehr gut, man ist immer wieder gespannt was als nächstes kommt und der Schnitt und Stil von Once Upon a Time in China & America passt perfekt zur Handlung und den Figuren die Kämpfen. Da man in keinem Studio dreht, ist das WireFu geringer, dafür nutzt Hung hier einige interessante Stilmittel, vor allem wie Wong Fei-Hung Kugeln abwehrt.

Fazit:

Once Upon a Time in China & America ist ein würdiger Abschluss der Reihe. Dazu zeigt der Film wohin die Zukunft gehen wird, man bekommt sehr gute Actionszenen, eine nette Handlung, welche aber einige schwächen hat, vor allem bei der Charakterzeichung. Dennoch wird man gut unterhalten.

Once Upon a Time in China & America

Movie title: Once Upon a Time in China & America

Director(s): Sammo Hung

Actor(s): Jet Li, Rosamund Kwan, Xiong Xin-Xin, Chan Kwok-Bong, Jeff Wolfe, Patrick Lung, Richard Ng, Chrysta Bell Zucht, William Fung, Johnny Koo, Roger Yuan, Lau Kar-Wing

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.0/10

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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