Das Jahr 2000 die Filmwelt steht Kopf, denn Matrix hat den Actionfilm für immer verändert, vor allem in Hollywood, Martial Arts und Zeitlupen sind Mainstream geworden. In Hongkong versucht man immer noch Filme zu drehen, doch einiges hat sich geändert. Ang Lee sollte mit seinem Film Tiger & Dragon für viele neue Fans von Martial Arts Filmen mit WireFu hervorbringen. Doch auch ein bekannter Regisseur will es wieder versuchen, vier Jahre nach Schrift des Todes, meldet sich Regisseur Ching Siu-Tung mit Conman in Tokio zurück. Einer Actionkomödie angepasst an die neue Zeit mit typischen Hongkong Humor und hier versucht er auch ein Best Of des Hongkong Actionkinos zu zeigen, das ganze aber auch mit viel Humor. So erlebt man als Zuschauer einen sehr merkwürdigen Mix, der sehr schnell die Stimmung wechseln kann.

Die Handlung beginnt in Hongkong, dort lernen wir Jersey kennen, welcher angeblich der beste Glücksspieler ist und von niemanden geschlagen werden kann. Wie gut er ist zeigt er in einem Kampf. Doch seine Freundin Banana will unbedingt nach Tokyo, weil man dort so gut shoppen kann. Also machen beide sich auf den Weg. In der Stadt angekommen, landen sie eines abends in einem kleinem Resturant, dass zufällig einem Typ aus Hongkong gehört. Schnell bemerkt Jersey, dass dieser Mann wahrscheinlich Cool ist. Eine Legende unter den Spielern, der aber vor drei Jahren aus Hongkong verschwand. Schon bald erfährt er wieso. Denn Cool war in Karen verliebt, doch nach einem Trick durch seinen ehemals besten Freund, hat sie ihn geheiratet, doch bei der Hochzeit trifft Karen eine Kugel, welche für Cool war. Seit dem liegt sie in einem Koma und Cool hat aufgehört. Doch Jersey will das nicht und tut alles damit, dass Cool wieder anfängt zu zocken. Doch es warten größere Probleme auf Beide.

Es ist schon merkwürdig, denn Conman in Tokio bietet im Grunde alles was man von diese Art von Film erwartet, doch am Ende wird man enttäuscht. Es wirkt alles Halbgar und sogar die Wendungen sieht man sehr schnell kommen. Dazu ist die Action sehr Mau und man versucht alles extrem Cool darzustellen, dabei vergisst man aber seine Wuzeln und Regisseur Ching Siu-Tung zeigte bei den Filmen davor das er es besser konnte oder es lag daran, dass Tsui Hark Produzent war, was er bei Conman in Tokio nicht war.

Belanglose Handlung in Conman in Tokio

Es mag etwas böse klingen aber Conman in Tokio schafft es seinen Zuschauer immer wieder zu langweilen. Denn die Handlung weiß nicht immer wo sie hin will. Vieles wirkt so gezwungen und bestimmt wie es nur geht. Es ist klar, dass eine Handlung immer ein Ziel haben muss und Charaktere auch Entscheidungen treffen, damit die Handlung voran geht aber hier wirkt das alles so Planlos. Das geht schon am Anfang los. Uns wird Jersey vorgestellt und das als ziemlichen Poser und er ist dann auch der Held der Geschichte. Er behandelt seine Freundin schlecht, welche aber auch nur meckert über die Schimpfwörter. Zu beginn redet er so abfällig über sie, dass im echten Leben die Person längst gegangen wär. Hier überspielt man das alles mit einem Witz und springt zur nächsten Szene. Denn Banana wird so stereotypisch dargestellt, sie ist der Golddigger und will dann unbedingt nach Tokyo, weil man da besser shoppen kann als in Hongkong. Vorher hören sie aber noch von Cool und das er seit drei Jahren verschwunden ist.

In Tokyo landen sie dann auch durch puren Zufall in einem Resturant was stark nach Hongkong aussieht. Für den Zuschauer ist schon klar, dass sie hier Cool treffen werden und hier gibt es ärger. Jersey stellt sich hier auch entgültig als Idiot heraus, welcher scheinbar einfach immer nur glück hat. Dann baut man die Handlung rund um Cool auf und der Film wechselt seine Stimmung. Ab hier wird Conman in Tokio ernster und es geht um Freundschaft und verrat. Also typische Themen für das Hongkong Actionkino. Doch man macht nicht viel daraus. Man zeigt uns den Bösen hier als extrem böse. Der sogar in das Badewasser seiner Frau pinkelt, weil er sie peinigt, einfach nur so aus Rache an Cool.

Doch aus diese Handlung wird irgendwann einfach vergessen und die Rache kommt nur noch in Nebensätzen vor. Es geht wieder ums Spielen und auch hier ist man sich nie sicher, was es nun soll. Am Ende gibt es den großen Kampf in Form eines Spiel aber auch hier scheint man andere Pläne zu haben und baut noch etwas Action ein und löst den Konflikt dann wenigstens aber auch die Wendung die man uns hier zeigt hat man längst durchschaut, weil man die Sache nur einmal erwähnt und einem da klar ist, genau das wird passieren  in Conman in Tokio. Auch hier zerstört man jede Form der Spannung.

Action

Es gibt zwar ein paar kurze Actionmomente in Conman in Tokio aber die sind kaum der Rede wert. Man  verlagert hier alles viel mehr auf das Glücksspiel aber auch das wird meist nicht wirklich spannend erzählt oder wie ein Kampf. Alles passiert schnell und man hat den Gegner schnell erledigt. Eine einzige Actionszene kann etwas mehr überzeugen. Wenn Cool versucht Karen zu befreien. Dann zeigt er seine Kartentricks und kämpft gegen einen weiblichen Ninja. Leider merkt man dann hier auch sehr deutlich den einsatz von sehr billigen CGI. Das zieht sich aber auch durch den ganzen Film. Es ist nichts schlimmes wenn eine Actionszene spektakulärer aussehen soll aber hier fällt es extrem auf.

Im restlichen Film gibt es zwar ein paar Action Szenen aber was Regisseur CHng Siu-Tung ein paar Jahre vorher noch zeigt ist verschwunden. Es gibt kein WireFu mehr, nichts mehr was irgendwo an gut gemachte Martial Arts Szenen erinnert. An einer Stelle gibt es eine kurze Hommage an John Woo aber das war es dann auch schon. Alles wirkt wie schnell abgespieltes Best Of von Hongkong Filmen aber ohne deren Qualität zu erreichen.

Optik

Auch bei der Optik muss man ein paar abstriche machen, zwar versucht man uns zu zeigen dass man in Tokyo ist aber die schnelle Montage aus typischen Szenen der Stadt können zwar etwas überzeugen aber irgendwann spielt alles nur noch in Räumen ab und das kann über all sein. Auch die Villa und die typischen Yakuza Klischees werden hier erfüllt. Was zwar auch nett aussieht, wenn das Laub herrunter fällt, das hat einen netten Effekt aber sonst, ist es halt ein Film der wahrscheinlich in Studios entstand. So merkt man als Zuschauer dann doch nicht ob es wirklich Tokyo ist. Am Ende ist es aber auch egal. Man sieht Conman in Tokio auch sonst sehr deutlich an, dass wir uns am Anfang der 2000er befinden, die Kleidung spricht dafür schon Bände.

Irgendwie scheint es als ob Regisseur Ching Siu-Tung hier nie wirklich lust gehabt hätte. Viele einstellungen wirken Lust los und andere erinnerne einfach an andere Filme. Vielleicht ist es aber auch absicht, dass man sich hier ab und an nicht so ernst nimmt und einfach Spass haben wollte. Das färbt aber bei den Bildern nicht immer auf dem Zuschauer ab und funktioniert auch nur bedingt.

Fazit:

Conman in Tokio kann wenig überzeugen. Dabei bietet der Film ein paar nette Ideen, nimmt sich nicht all zu ernst. Dennoch wird man als Zuschauer nicht immer unterhalten und die Handlung nimmt sich immer wieder selbst die Spannung. So bleibt am Ende nur ein Spielfilm zurück der es zwar versucht aber nicht wirklich schafft.

Conman in Tokio

Movie title: Conman in Tokio

Director(s): Ching Siu-Tung

Actor(s): Louis Koo, Nick Cheung Ka-Fai, Athena Chu, Christy Chung, Ben Lam, Yasuaki Kurata, Leung Ka-Yan, Joe Cheng

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 3/10
    Action - 3/10
  • 4/10
    Unterhaltung - 4/10
5.0/10

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