Italien ende der 80er, die Filmbranche lag brach und mit den Exploitationsfilmen ging es Berg ab, man merkte das Hollywood immer mehr klagte und man so kaum noch einen Film kopieren konnte. Auch bekamen die Regisseure kaum noch Geld um einen Film zu drehen, so mussten sie immer kreativer sein. Auch wenn Sergio Martino in den 70ern mit ein paar Gialli Erfolg hatte und auch andere Genrefilme drehte. In den 80er Jahren fing auch er an, mehr Filme zu drehen die nach angesagten Hollywood Filmen waren. Von der Endzeit hin zu einem Cyborg. So sind wir nun bei Paco – Kampfmaschine des Todes. Ein Film der wahrscheinlich mal als Terminator Kopie angedacht war aber die Umstände der Produktion und das Drehbuch von Martino gehen in eine andere Richtung. So gibt es mehr schwitzende Männer und kaum ein Wort über Cyborgs. Dafür merkt man das Roland Emmerich hier etwas abgeschaut hat für Universal Solider.

Die Handlung dreht sich um Paco, er ist halb Mensch und halb Maschine. Er soll im Auftrag von Turner einen Politiker töten, doch er schafft es nicht, seine Menschlichkeit hindert ihn daran. Er kann aber fliehen und landet in Arizona, wo ihn seine Vergangenheit hinführte. In einer schäbigen Bar, die auch ein kleines Motel ist. Dort lernt er Linda kennen. Während Paco, versucht ein normales Leben zu führen, ist Turner sauer und will Rache. Er schickt einen weiteren Cyborg los, um Paco zu töten. Doch der bekommt auch Probleme mit Raul Morales.

Man merkt Paco – Kampfmaschine des Todes sehr deutlich an, dass man wohl einst mehr geplant hat und am Ende nicht alles so umsetzen konnte, wie man wollte. Denn alleine schon bei den Darstellern, man hat hier John Saxon und George Eastman dabei, drehte auch viele Szenen in den USA. Der Soundtrack kommt von Claudio Simonetti, alles was eigentlich einen sehr unterhaltsamen italienischen Exploitationsfilm ausmacht. Am Ende wollte man wohl doch zu viel und konnt nur wenig abliefern.

SciFi Klischees in Paco – Kampfmaschine des Todes

Man muss anmerken, dass Sergio Martino bei Paco – Kampfmaschine des Todes den SciFi Klassiker Terminator von James Cameron im Kopf hatte. Er gibt ihn auch als Inspiration an. Das merkt man an einigen Stellen. In der deutschen Synchronisation ist es fast schon eine Parodie. Denn Paco wird hier von Thomas Dannenberg synchronisiert, welcher auch Arnold Schwarzenegger seine Stimme verleiht. Doch so viel Terminator gibt es in diesem italienischen Spielfilm gar nicht. Man geht einen anderen Weg, die Kampfmaschine wird schnell sehr menschlich aber man sollte keine tiefgehende Philosophie erwarten über das, was uns menschlich macht, wie bei Blade Runner.

Apropos Blade Runner, es gibt sogar eine Szene in Paco – Kampfmaschine des Todes die an diesen Film erinnert, welche aber erst nah des Finales auftaucht. Vorher erleben wir Paco, wie er den starken Mann gibt und bei Linda abhängt und beide kommen sich langsam näher. So kommt noch eine Nebenhandlung in den Film rund um Raul Morales. Der Anführer einer kleiner Gruppe von Männern, die in der Bar von Linda abhängen und Armdrücken machen. Man muss starke und verschwitze Männer zeigen. Den Stereotypen der 80er Jahre kann man hier auch nicht entkommen. Dazu baut man Paco auch, als seht stark auf, weil er den unbesiegbaren Champion besiegt und ihm dabei auch noch das Leben rettet, dies wird im Finale nochmals wichtig.

Auch sonst verbaut man sehr viele typische SciFi Dinge in Paco – Kampfmaschine des Todes. So gibt es die aktuellen Informationen, was ein Cyborg ist und man sagt auch gern bionisch, man kann sich also nicht entscheiden, was Paco am Ende ist. Dafür lernt er was es bedeutet eine Moral zu haben, das auch schon am Anfang des Films, was auch das Dilemma der Handlung ist. Man muss zeigen, wie böse Turner ist.

Action

Es ist das Thema, was sich hier wohl wie ein roter Faden durch ziehen wird. Denn das liebe Geld, ende der 80er Jahre gab es für Filmemacher aus Italien kaum noch Geld, viele gingen in andere Länger, damit sie einen Film produzieren konnten. Bei Paco – Kampfmaschine des Todes, dreht man aber viele Szenen in den USA, was sehr viel von den Produktionskosten gefressen hat. Dafür mussten andere Dinge weichen. Man merkt an einigen Stellen, dass man sicherlich mehr Action zeigen wollte oder gar mehr Spezial Effekte. So bekommt man hier nur eine Handvoll Actionszenen präsentiert, die ein paar kleine Härten aufweisen.

Daniel Greene als Paco ist gut gewählt, seine eiserne Mine zeigt den Cyborg, welcher wieder menschlich wird gut, auch wenn er keine Emotionen zeigt, passt dies zur Rolle und er kann in den Actionszenen überzeugen, auch wenn seine Kampfkunst sehr langsam ist, so ist es Effektiv für den Film wenn seiner wenigen Gegner erledigt. Am Ende wirkt das sogar etwas wie Rambo nur in einer verlassen Fabrik. Dazu gibt es ein paar Waffen und sogar ein Laser kommt zum Einsatz. Nur nutzt man nicht immer alles so gut. Dennoch können die wenigen Actionszenen unterhalten.

Optik

Auch wenn man bei Paco – Kampfmaschine des Todes kaum Geld hatte, Regisseur Sergio Martino versteht sein Handwerk und die Kameraarbeit ist immer gut, auch wenn man hier nicht so was erwarten sollte, wie er es in den 70ern tat bei seinen Gialli. Es ist viel mehr Standardarbeit, diese sieht aber dennoch immer noch gut aus. Die Einstellungen sind gut gewählt, als Zuschauer erfährt man auch sehr einfach wer hier gut ist und wer Böse, auch wie Paco zweifelt, denn durch den Schnitt wird das am Anfang deutlicher als durch das Schauspiel von Daniel Greene.

Man sieht auch sehr deutlich, welche Szenen in den USA gedreht wurden und welche nicht. John Saxon hat alle seine Szenen in Italien gedreht, weil kein Ärger mit der Schauspielergewerkschaft haben wollte. So bekommen wir aber ein paar tolle Landschaftsaufnahme von Wüsten zu sehen, welche auch die Hitze verdeutlichen. Dazu tragen auch die schwitzenden Männer bei. Wie schon erwähnt, es gibt eine kleine Szene die an Blade Runner erinnert, hier trägt die Dame eine Art Plastik Hotpants, was wohl an die Mode aus dem Ridley Scott Film erinnern soll. Noch deutlicher wird dann der Kampf in dem Motelzimmer.

Fazit:

Paco – Kampfmaschine des Todes bietet viele nette Ideen und bedient sich nicht so stark bei seinen Vorbildern wie man denken könnte. Dafür weiß der Film nicht immer wo er hin will und was er aus all dem machen soll. Das könnte den Umständen der Produktion geschuldet sein. Dennoch wird man gut unterhalten. Auch wenn diese exploitative Spät werk, nicht mehr den Glanz von früheren Werken hat, so kann alleine schon den Nebenrolle von George Eastman überzeugen.

Paco - Kampfmaschine des Todes

Movie title: Paco - Kampfmaschine des Todes

Director(s): Sergio Martino

Actor(s): Daniel Greene, Janet Agren, Claudio Cassinelli, George Eastman, Robert Ben, Pat Monti, Andrea Coppola, Donald O'Brien, Darwyn Swalve, Amy Werba, John Saxon, Franco Fantasia

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 4/10
    Action - 4/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.2/10