Die Shaw Brothers haben unzählige Martial Arts Filme produziert, dass man irgendwann den Überblick verlieren kann. Dabei folgten sie aber auch sehr oft dem Schema, was einmal Erfolg hatte, wurde so oft kopiert bis der Zuschauer es nicht mehr sehen wollte. So gibt es viele Filme die ein Thema haben oder Darsteller. Ähnlich verhält es sich bei den 1980 entstanden Das Grabmal des Shaolin, auch wenn Chang Cheh hier Regie führte und man so schon ahnen kann, in welche Richtung der Film gehen wird. So wirkt das Ganze fast schon wie eine Parodie, die sich aber viel zu ernst nimmt. Dabei sind die Manchu zwar immer noch die Bösen, tauchen aber im Film nicht auf. Sondern man lässt hier die Shaolin auf den Wu-Tang Clan treffen, etwas was sich durch viele Filme zieht und diesen Filmen haben wir auch die Rapgruppe des Wu-Tang Clan zu verdanken.

Die Handlung beginnt mit einem Treffen des Wu-Tang Klans und man bespricht, wie man mit den Shaolin umgehen soll, denn diese sind immer noch ein Problem und haben erst jemanden getötet. Denn man arbeitet mit den Manchu zusammen und will endlich die Rebellen stürzen. Auch bei den Shaolin ist man auf Krawall auf und schickt seinen besten Mann los, um für Ordnung zu sorgen. In der Stadt trifft man auch neue Verbündete, die einem gleich zeigen wie man gegen die blutigen fliegenden Messer ankommt. Doch schnell entwickelt sich das alles in einen sinnlosen Kampf, wo jeder Rache will.

Chang Cheh ist bekannt dafür, dass er Filme drehte wo es um Freundschaft, Verrat und Rache geht. Diese Themen zeigen sich auch sehr deutlich bei Das Grabmal des Shaolin, doch alles wird in einem Tempo erzählt, dass man nach der hälfe des Films, dann den Zuschauer auch vor den Kopf stößt und fast alle Charaktere auf der guten Seite tötet und wir dann auf einmal uns mit ein paar Nebenfiguren anfreunden müssen. Das zeigt aber auch sehr deutlich wie sinnlos Rache ist.

Zu viele Charaktere verderben den Brei bei Das Grabmal des Shaolin

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Martial Arts viele Charaktere hat und wir zusehen wie es weniger werden. Doch bei Das Grabmal des Shaolin passiert das fast schon im Minutentakt und man kommt sich vor, als ob man hier von einer Rache zur nächsten springt. Denn stirbt ein Shaolin, wird ein Wu-Tang Typ getötet und so zieht sich das durch den Film. Es gibt kein Ende für die Rache und selbst wenn der Film vorbei ist, wird der Konflikt nicht gelöst, die Überlebenden gehen schulterzuckend davon und das war es. Davor muss man dann auch durch verschiedene Phasen der Handlung. So wirkt manches sehr vorhersehbar. Denn man weiß genau was gleich passieren wird.

In der ersten halbe Stunde lernen wir verschiedene Charaktere kennen, auch welche die eine interessante Hintergrundgeschichte haben, doch hat man hier schon das Gefühl, dass man dies nur für die Rache nutzen wird. Genau das wird auch kommen. Dabei führt man auch eine neue Kampfkunst ein, gegen die unser Held erst mal keine Chance hat. Doch anstatt wie üblich ein langes Training zu zeigen, wie er lernt diese zu besiegen. Wird alles in ein paar Minuten abgehandelt, man baut noch eine Liebesgeschichte ein und weiter geht es. Der starke Gegner ist jetzt schwach und schnell besiegt und man bringt die nächste Rache auf den Plan und so geht das weiter.

Immer wieder taucht dabei eine neue Figur auf und diese wird dann schnell umgebracht oder bleibt etwas länger. Bis man dann die Handlung endgültig entfaltet bei Das Grabmal des Shaolin vergeht fast eine Stunde und dann sind wird schon beim Finale. Hier gibt es dann auch den Verrat. Das wird vorher schon angedeutet, weil man das auch nur aus Rache macht.

Action

Man kann sich bei einem Shaw Brother Martial Arts Film auf eins verlassen, das ist die Action. Denn die ist immer gut, auch wenn man das Gefühl hat, dass man etwas hinter der Zeit herhängt. Denn 1980 war Jackie Chan schon auf den Weg nach oben und man hatte mit Drunken Master und die Schlange im Schatten des Adlers zwei Filme die Martial Arts von einer ganz anderen Seite zeigten. Man spürt das sehr deutlich bei Das Grabmal des Shaolin, hier gibt es die typischen klassischen Martial Arts Szenen aus Aktion und Reaktion zu sehen und ein paar neue Stile, welche aber nur kurz gezeigt werden. Dazu kommen auch ein paar Waffen, vor allem im Finale will man da mit auftrumpfen. Als Zuschauer sieht man also gut gemachte Szenen, die aber nicht immer überzeugen können.

Im Verlauf von Das Grabmal des Shaolin gibt es aber auch einige härten zu bestaunen und ungefähr zur hälfte des Films oder etwas kurz davor gibt es eine der besten Kampfkunstszenen zu sehen. Hier zeigt man auch sehr deutlich, wie rücksichtlos die Shaolin sind und man keine Seite irgendwie gut darstellen will, außer man braucht es für die Handlung. Hier wird einer von den Wu-Tang Klan einfach entmannt mit einem Move. Das ist ein großer Schockeffekt für das männliche Publikum, welcher gut funktioniert aber auch die Kraft des Gegners zeigt.

Optik

Da die Shaw Brothers immer in ihren eigenen Studios gedreht haben und meist nie on Location gedreht haben, bekommt man immer Filme geboten, die ein ähnliches Set bieten. Zwar gibt man sich immer Mühe, alles etwas zu verändern. Dafür kann ein Regisseur wie Chang Cheh das Set auch für sich nutzen, vor allem bei den Actionszenen, auch hier film man wie gewohnt in langen Takes, meist so 11 Sekunden bevor ein Schnitt kommt und eine andere Kameraeinstellung.So hat man zwar längere gut choreografierte Actionszenen, doch fehlt hier das Tempo. Dafür sind die Effekte mit den fliegenden Messern gut gemacht und leider verschwinden sie so schnell wie sie aufgetaucht sind.

Auch merkt man sehr deutlich, dass Das Grabmal des Shaolin schon eine etwas spätere Produktion ist, man hat zwar ein paar Gewalt spitzen aber Chang Cheh arbeitet weniger mit Zeitlupe und bei der Dramatik ist seine Bildsprache auch sehr einfach. Das zeigt sich im Finale, wenn die einzige Frau zur Moral wird und einem der Haupfiuren erklärt warum das was er tat falsch war, auch wenn seine Rache begründet war, so zeigt sie ihm auch auf, wie sinnlos das alles ist. Dabei weint sie große Tränen und man merkt hier auch, dass das Schauspiel nicht immer das Beste ist, vor allem wenn man es in Großaufnahme zeigt.

Fazit:

Das Grabmal des Shaolin ist nicht der beste Film von Chang Cheh und den Shaw Brothers, er kann dafür aber immer noch Unterhalten. Dennoch bietet er ab und an zu wenig Spannung und man wird mit Charakteren bombardiert, welche einfach dann nur ein Opfer der Rache sind. Moralisch wandelt man auch auf Dünneneis, auch wenn man zeigt, wie sinnlos Rache ist.

Das Grabmal des Shaolin

Movie title: Das Grabmal des Shaolin

Director(s): Chang Cheh

Actor(s): Lo Meng, Chiang Sheng, Lu Feng, Chin Siu-Ho, Candy Wen Hsueh-Erh, Sun Chien, Yeung Jing-Jing, Wang Li, Yu Tai-Ping, Chui Shing-Chan, Walter Tso Tat-Wah, Kwan Chung

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
6.2/10

 

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