Ende der 80er Jahre waren zwar erotische Filme schon fast verschwunden aus den Kinos, doch für dem Heimkinomarkt gab es sie immer noch, auch wenn der Porno längst alles dominierte. Dennoch erschien in Deutschland oder auf der Welt noch der ein oder andere Film. In seinem Enstehungsland Italien lief Lorenza im Kino. Dann verschwand der Film in den Weiten der Videowelt, dazu war er auch noch Jahrzehnte indiziert. Was sich schon 2014 geändert hat, so gibt es dieses erotische Drama mit ein paar Thriller Elemente auch auf DVD. Was für eine Einleitung doch eher nicht so informativ ist. Einfach mal was anderes probieren. Denn so viel kann man zu dem Film gar nicht sagen zu der Einleitung. Der Regisseur (Regisseurin?) drehte davor sogar zwei Pornos. Hauptdarstellerin Florence Guerin kennt man vielleicht aus dem Giallo Too Beautiful to Die, ansonsten ist auch recht unbekannt.

Die Handlung dreht sich um die junge Ehefrau Lorenza, die unter ihrem sehr dominanten Ehemann Corbi leiden muss. Denn er spielt perverse sexuelle Spiele mit ihr und macht sie damit fertig. Nach einem Spiel von russisch Roulette was er mit Lorenza spielt, flieht sie in das Landhaus. Dort lernt sie den jungend Edward kennen. Sie verliebt sich in den androgynen blonden jungen Mann, der ihr zeigt das es auch normale Liebe gibt. Doch ihr Ehemann ist immer noch in ihrem Kopf und nach einem Unglück im Schlafzimmer, fährt sie zu ihm zurück. Lange hält Lorenza es aber nicht aus und sie flieht wieder und dieses Mal will Corbi aber Rache und will seine Ehefrau nur für sich.

Willkommen in der Welt des erotischen Films aus Italien, wo man versucht etwas anderes zu erzählen als die typische Geschichte, dabei aber am Ende auch nur ein sehr zähes Drama erschafft. So kann man Lorenza in aller Kürze beschreiben. Zwar bietet die Handlung ein paar interessante Ideen. Dennoch ist es selbst für die Laufzeit von knapp 100 Minuten so wenig, dass man sich als Zuschauer in der letzten halben Stunde immer wieder langweilt.

Seichtes Drama mit etwas Rache in Lorenza

Am Anfang von Lorenza fragt man sich wo das Ganze hingehen soll und man braucht wirklich lange, bis man eine Art Handlung erkennt die auf mehr aus ist, als auf etwas Sex zu zeigen. Dabei fängt man gut an, wir sehen eine unbekannte Frau die irgendwo empfangen wird. Es könnte eine Escortdame sein und ein Mann empfängt sie. Dieser fängt mit seinem erotischen Spiel an, was gleich zu purer sexueller Gewalt wird. Denn er nimmt seinen Revolver und penetriert die Frau und will dann russisch Roulette mit ihr spielen. Sie bricht ab und verschwindet. Wir erfahren erst dann, dass es Lorenza und ihr Ehemann war, welcher solche perversen Spiele immer wieder mit ihr macht. Dabei lässt man es noch offen ob es ihr gefällt oder nicht.

Nach ihrer Flucht scheint für Lorenza die Welt besser zu werden. Hier zeigt uns der Film aber auch immer wieder, dass ihr Ehemann immer noch in ihrem Kopf ist, selbst als sie einen fremden Mann mit aufs Hotelzimmer nimmt. Doch im Ferienhaus trifft sie dann auf Edward und dieser junge Mann ist das Gegenteil von Corbi. Hier zeigt uns Lorenza dann aber auch das die Hauptfigur zum ersten Mal normale Liebe erfährt, etwas mit der sie nicht umgehen kann. Das zeigt die Szene deutlich, wo sie Edward mit einer Bürste penetrieren will. Hier kommt der Rollentausch zum Vorschein. Denn Edward ist androgyn und das nutzt auch Lorenza für die Rache.

Ab diesem Punkt verliert die Handlung sich aber immer wieder und man hat immer noch kein Plan was das alles soll. Bis zum Finale scheint es doch nur um Rache zu gehen oder um das Spiel. Man macht selbst vor einer Vergewaltigung nicht halt und man merkt deutlich, wie sehr Lorenza hier leiden muss. Dabei scheint der Film dann kurz vor dem Abspann aber noch moralisch zu werden und irgendwie ist die Hauptfigur dann nicht nur ein Opfer, wie sie die Liebe kennengelernt hat und wie es hätte sein sollen.

Erotik

Das mit der Erotik ist immer eine Sache, vieles was damals funktioniert hat, muss heute nicht mehr überzeugen. Denn man reduziert eine Frau nicht nur auf ihr aussehen. Doch genau das passiert in einem erotischen Film und derren Besprechungen. Bei Lorenza kann man sagen, dass Hauptdarstellerin Florence Guérin hübsch ist und etwas wirkt wie das nette Mädel von neben an. Damit spielt der Film aber nicht, man zeigt Lorenza als eine gezeichnete junge Frau. Die ihrem sexual Leben nur die Perversionen kennengelernt hat und scheinbar erst mit Edward das erste Mal normale Liebe macht. Das romantisiert man so sehr, dass sie sich am Meer lieben. Das wirkt schon sehr kitschig, im Vergleich mit dem, was wir sonst sehen.

Die ganzen Szenen mit dem Ehemann und die sexuelle Gewalt, die immer wieder ausgeübt werden, zerstört jede Form von Erotik. Wir sehen deutlich, dass es die Frau nicht will. Da helfen Nahaufnahmen die schon etwas expliziter sind auch nicht mehr. Man will hier gar nicht erotisch sein. Am Ende gibt es sogar den Rollentausch und Lorenza wird zum Mann und Edward wird zu Frau, alles für eine Show. Man spielt damit und auch mit Cobri. Hier übernimmt dann auch Lorenza wieder die gefälschte Penetration und es scheint ihr zu gefallen diese Macht zu haben.

Optik

Man sieht Lorenza an, dass man wohl etwas mehr Geld für die Produktion hatte. Denn es sieht alles gut aus, man hat ein paar sehr schicke Wohnungen, die sehr modern wirken aber auch extrem danach schreien, das sie die 80er sind. Es scheint man wollte alles nicht so schmutzig und verrucht wirken lassen. Es sieht alles danach aus, als ob wir hier einen Film sehen sollen, der eine Handlung bietet und die erotischen Szenen sollen nur die Kirsche auf der Schlagsahne sein. Dabei ist hier auch nicht alles Gold was glänzt. Wie schon erwähnt, die Montage der Sexszene zwischen Lorenza und Edward wirkt sehr kitschig und irgendwie auch nicht erotisch. Man nutzt hier wieder nur die sehr männliche Sicht und will sehr viel nackte weibliche Haut zeigen. Das ändert sich zwar gegen Ende aber vorher ist es sehr typisch für das Genre.

Bei den Szenen bekommt man ein paar sehr gute Aufnahmen geboten. Vor allem am Anfang auf der Flucht von Lorenza, immer wieder sieht sie ihren Ehemann und man ist sich nie sicher ob er wirklich da ist oder alles nur in ihrem Kopf passiert. Damit spielt dann der Film auch und benutzt es immer wieder, leider merkt man als Zuschauer irgendwann was Sache ist und man hat dieses Spiel durchschaut. Das Finale und die Szenen davor bieten auch ein paar interessante Ideen und man zeigt hier auch eine sehr voyeuristische Sicht auf alles.

Fazit:

Lorenza versucht einiges anders zu machen und zeigt dabei vor allem, wenn es auf das Finale zu geht ein paar gute Einfälle. Doch das ist alles zu wenig, weil man vorher eine Handlung serviert bekommt, welche lange nicht weiß was sie will und man mit kitschigen erotischen Szenen konfrontiert wird und dazu auch, welche die eindeutig nicht erotisch sein können.

Lorenza

Movie title: Lorenza

Director(s): Giuliana Gamba

Actor(s): Florence Guérin, Luciano Bartoli, Robert Egon, Stefano Sabelli, Giuliano Sestili, Vasco Santoni, Erminia Garofano

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 4/10
    Erotik - 4/10
  • 3/10
    Spannung - 3/10
5.6/10

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