Die 18 Jadekrallen der Shaolin

Im Martial Arts Film der 70er Jahre ging es fast immer um das Thema Rache und das in allen Variationen die man sich nur vorstellen konnte. Nach und nach kamen zwar auch andere Themen dazu, doch dies dauerte etwas und wurde erst durch Jackie Chan gewandelt. Vorher gab es immer eine typische Handlung. Manchmal aber versuchen die Macher und der Drehbuchautor etwas anderes in die Geschichte mit einzubauen. So auch bei Die 18 Jadekrallen der Shaolin, denn hier versuchen die zwei Helden einen Mord aufzuklären aber das auch, nur weil jemand Rache will, dazu kommt auch eine Nebenhandlung, wo es auch um Rache geht und dann auch noch um neun Jadefiguren. Also eine interessante Mischung für einen Unbekannten Film. Doch kann dieser die Erwartungen erfüllen, oder ist es einer von vielen schnell abgedrehten Filmen aus Hongkong?

Die Handlung beginnt irgendwo in China, eine junge Frau geht nachts durch die Stadt und wird angegriffen, doch sie kann sie wehren. Ihr kommt ein fremder Mann zur Hilfe. In den nächsten Tagen kreuzen sich die Wege der Beiden immer wieder. Sie heißt Sing Pei-Pei und er ist Kung Chin Yu. Beide sind talentierte Kämpfer. Als ein Meister getötet wird und die Familie Rache schwört aber keinen geigneten findet, treffen sie auf Sing und Kung. Nach einem kurzen hin und her, nehmen Beide den Auftrag an, doch nur weil sich Kung Chin Yu mit den Besten messen will und man auch aufklären will, wer der Mörder ist. Doch Sing Pei-Pei hat noch einen anderen Plan, sie will auch Rache an ihre ermordete Familie.

Rache hier und Rache da, also bietet Die 18 Jadekrallen der Shaolin in seinem Grundgerüst nicht wirklich was neues aber in den zwischen Tönen gibt es mit der kleinen Krimihandlung auf der Suche nach dem Mörder etwas neues. Dazu legt der Film ein gutes Tempo vor und man wird mit Kampfkunstszenen bombardiert, dabei versucht man sich mir sehr viel Abwechslung.

Rache- und Krimihandlung treffen bei Die 18 Jadekrallen der Shaolin aufeinander

Bei Die 18 Jadekrallen der Shaolin scheint man schon beim Drehbuch versucht zu haben, dem Genre nochmals etwas neuen Schwung zu geben. Denn man verbindet Motive des Wuxia mit dem typischen Martial Arts Film, dazu baut man noch eine kleine Krimihandlung ein und fertig ist der Genremix. Dabei bleibt man sich aber auch sehr treu und verfolgt eine klare Linie. Im Verlauf der Handlung des Films gibt es zwar einige Wendungen, vor allem im Finale aber auch hier kann man den Braten schon weit vorher riechen, was nicht schlimm ist. Denn die Handlung schafft es sehr unterhaltsam zu sein und man präsentiert eine Geschichte die etwas anders ist.

Dabei dreht sich alles um Sing Pei-Pei Kung Chin Yu, Beide treffen zufällig aufeinander. Doch schnell macht einem die Handlung klar, dass da noch mehr ist. Immer tiefer geraten sie in diese Welt voller Rache und scheinbar war die Person desen tot sie rächen sollen nicht so gut war wie man glaubte. Dabei trifft man auf viele andere Kämpfer und auch schon mal auf buddhistische Mönche oder eine Höhle voller Geistergestallten. So wirkt die Geschichte von Die 18 Jadekrallen der Shaolin fast schon wie ein Best Of der bekannten Martial Arts Film Handlungen. Unsere Helden können alle immer besiegen und man kommt sich auch nie näher, obwohl in einer Szene deutlich wird, dass Kung wohl auf Sing steht. Doch Gefühle werden selten im Kampfkunstfilm ausgesprochen, man zeigt eher durch einen Fight. Auch hier hat man für so was nur Zeit, wenn man erklärt, warum man der Mörder ist und die Person es verdient hat.

Im Finale bringt man dann eine Wendung nach der anderen, dabei fällt auf, dass beide Hauptcharaktere hier als sehr schlau dargestellt werden und es wohl ein größerer Plan war. Als Zuschauer bekommt man davon aber nicht viel mit. Man lässt uns hier auch im dunklen was natürlich die Wendung am Schluss schon interessant macht aber man kann sie auch kommen sehen. Denn irgendwas passt bei allen Geschichten der Figuren nicht, die diese einer Person umgebracht haben wollen.

Action

Bei der Action in Die 18 Jadekrallen der Shaolin fährt man so richtig auf. Auch hier bekommt man alles geboten, was man schon in anderen Filmen gesehen hat. Dabei gibt es sogar Szenen die erinnern an typische Wuxia Filme auch etwas King Hu ist dabei und sehr typische Martial Arts Szenen gibt es zu bestaunen. Dabei ist die Schwerkraft auch egal und manche Charaktere fliegen durch die Luft und springen hoch. Dabei wird man prächtig unterhalten, weil alles ein gutes Tempo hat und auch der Schnitt bei vielen Szenen auch schon auf mehr Geschwindigkeit aus ist als nur die gut choreografierten Martial Arts Szenen zu zeigen.

Man steigert sich von einer Szene zur nächsten. Hier gibt es ein paar Test und kleine Turniere, nichts Großes aber nicht immer geht es da nurdem Nahkampf auch auf geschick kommt es an. Es tauchen einige Figuren auf, die versuchen Kung zu töten, doch er ist immer besser oder bekommt Hilfe von Sing. Das ganze gipfelt dann im Finale, hier kämpft man auf Bambusstäben und man nutzt sogar die Trainingsszene aus dem Vorspann, so ist die nicht da, um schon etwas Kampfkunst zu zeigen. Mit all den unterschiedlichen Martial Arts Szenen kann Die 18 Jadekrallen der Shaolin punkten.

Optik

Wann genau der Film spielt, lässt sich schwer sagen aber es sieht alles nach der typischen Ming Dynastie aus. Im Grunde ist es aber auch egal zu welcher Zeit Shaolin spielt. Es könnte sogar eine alternative Welt sein, denn man lässt die typischen Szenen aus wo es die bösen Manschu gibt. Man lässt die Charaktere nur in typischen Farben auftreten, Sung trägt Rot und Sing tritt immer wieder in Blau auf. Wichtige Figuren haben immer eine Farbe die sonst kaum vorkommt. Der Rest der Figuren hat keine aufdringlichen Farben. Der Böse im Finale trägt sogar Schwarz. Also rein optisch erzählt man mit den Bildern die Handlung auch, selbst wenn man nicht genau zu hören sollte. So kann man nach asiatischer Bildsprache schnell erkennen wer hier der Gute und wer der Böse ist.

Bei der Kameraarbeit merkt man auch sehr deutlich, dass man schnell und Kosten günstig gearbeitet hat. Denn es gibt die typischen Zooms aus den Martial Arts Filmen und man nutzt auch längere Szenen, wenn man nicht gerade die Action zeigt und man Figuren sehr hoch springen lässt oder durch die Luft fliegen. Bei den Dialogen, verfolgt die Kamera die Charaktere und so kommt hier auch mehr Beweglichkeit ins Bild, dazu muss man nicht jedes Mal eine neue Einstellung machen. Dabei sieht der Film gut aus, auch wenn das aktuelle Master ihn zwar im original Bildformat zeigt, merkt man aber auch, dass es ein eher unbekannter Film ist.

Fazit:

Die 18 Jadekrallen der Shaolin gehört zu den unbekannteren Martial Arts Filmen, dabei wird man hier sehr gut unterhalten. Dazu versucht man bei der Handlung auch frischen Wind rein zubringen. Dazu gibt es gut gemachte Kampfkunstszenen, die sich bis zum Finale steigern.

Die 18 Jadekrallen der Shaolin

Movie title: Die 18 Jadekrallen der Shaolin

Director(s): Cheung Chieh

Actor(s): Polly Shang-Kuan Ling-Feng, Lo Lieh, Chang Yi, Philip Ko, Lung Fei, Chuan Yuan, Fang Fang, Tung Li, Le Lung-Hua, Chiang Ching-Hsia, Li Chiang, Fan Dan-Fung

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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