Das Polizieschi Genre bietet sehr viele Filme, die in einer kurzen Zeitspanne entstanden. Dabei hatte man am Anfang Dirty Harry, Ein Mann sieht Rot und auch ab und an Der Pate als Vorbild. Die harten Cops oder auch Gangster, die sich gegen das System auflehnen und es nach ihrer Art machten, waren so beliebt, das man kaum hinterherkam diese Filme zu produzieren. Doch wie beim Western war auch irgendwann Schluss. Doch 1976 war es noch nicht soweit, sondern man war noch gut dabei. So spielt der bekannteste Schauspieler des Genre Maurizio Merli die Hauptrolle in Stadt in Panik. Ein Film der versucht uns einen Polizisten zu zeigen, der weiß das er nicht für das System geeignet ist aber man braucht ihn für bestimmte Aufgaben. An manchen Stellen wirkt das alles schon, wie ein Abgesang auf das Genre am Ende nutzt man aber diese Genreformeln gut für sich.

Die Handlung beginnt mit ein paar Morden an unterschiedlichen Personen und aus einem Gefängnis kann eine Gruppe von Verbrechern entkommen. Schnell findet man Zusammenhänge, nur einer der Entkommnen scheint in keinem Zusammenhang mit allem zustehen. Da man für die Aufklärung des Falls aber einen Polizisten braucht, der keine Regeln kennt, holt man Murri. Dieser nimmt den Fall an, doch er hat noch ein Trauma seine Frau und sein Kind wurden bei einem Anschlag getötet, seit dem wird er immer wieder gewalttätig und kennt keine Skrupel mehr. So macht man sich auf die Suche nach den Verbrechern, die einzige Spur ist Laura Masoni, die Nichte von Giacomo Masoni , welcher mit entkommen ist aber nichts mit den anderen Verbrechern zu tun hat.

Wieder bekommt man als Zuschauer eine typische Krimihandlung geboten bei Stadt in Panik und die ist so typisch, wie es nur geht. Hier kann der Film nicht punkten. Zwar überzeugt Maurizio Merli als Murri, welcher den gebrochnen Cop gibt der nur noch Gewalt kennt. Dabei aber auch schwach wird, als er auf Laura trifft, hier könnte er ein neues Leben anfangen, Wiedereinmal ist die Frau die Stimme der Vernunft.

Stadt in Panik und der Zuschauer nicht

Wie typisch die Handlung von Stadt in Panik auch ist, man fragt sich immer wieder wohin das alles führen soll. Mit Murri der scheinbar ein Trauma hat und das verarbeiten muss. Immer wieder sehen wir seine Frau und sein Kind aber was ist passiert, was musste er mit ansehen? Das wird erst am Ende aufgelöst. Dabei baut das aber auch keine Spannung auf. Es ist der Grund dafür, dass er gerne schießt und Verbrecher tötet und auch zuschlägt. Dabei lernen wir ihn kennen, wie er fischt und auch einen Witz macht. Dazu bekommt er auch noch ein Team, was aber auch die meiste Zeit einfach nur da ist. Das Verbrechen löst sich so nebenbei, Polizeiarbeit wird gemacht, man schaut in ein paar Akten findet schnell eine Person, die helfen könnte und schon hat man das Rätsel gelöst und der Film ist vorbei.

Zwischendurch erleben wir ein paar Episoden wie Murri ein paar Verbrecher erledigt, man muss die dünne Handlung etwas strecken und dem Zuschauer etwas mehr bieten. Interessant wird es, wenn Laura und Murri sich näher kommen, das ist so typisch für das Jahrzehnt und dem Genre, dass man sich als Zuschauer fragt: Ernsthaft? Denn Beide fahren im Bus nach Hause und hier steigen ein paar Typen ein, die Probleme machen. Erst hält Laura Murri noch zurück, doch dann werden diese Typen verprügelt. Als dank nimmt Laura ihn mit in ihre Wohnung und dann fängt sie an sich aus zu ziehen vor ihm und verführt ihn so, weil er im Bus so männlich und stark war. Das ist wieder eine Moral, die sehr fragwürdig ist, gehört aber zu diesem Genre.

Auch die ganze Auflösung warum man diese eine Person mit genommen hat, wird schnell abgehandelt aber dann zeigt man uns Minuten lang, wie man den Plan versucht durch zuführen, dabei fällt hier sehr deutlich auf, wie gestreckt die Handlung für die Laufzeit des Films ist. Am Ende bekommt Murri auch eine Art Katharsis und man baut es so auf, dass es sicherlich Fortsetzung hätte geben können, wär der Film erfolgreich genug gewesen.

Action

Wie bei vielen Polizieschi Filmen zeigt man am Anfang eine aufwendige Actionszene, damit der Zuschauer dran bleibt. Hier sieht man aber im Vorspann wie eine Gruppe Verbrecher entkommt und dann werden Personen erschossen. Dann führt man Murri ein und dann gibt es die erste Actionszene eine Verfolgungsjagd, die wieder gut in Szene gesetzt wurden, ist, im Verlauf von Stadt in Panik kommen ein paar kleiner Actionszenen zum Einsatz, wahrscheinlich lag es daran das man nicht so viel Geld hatte. Man hat aber versucht das Beste daraus zu machen. So gibt es ein paar Schießereien und auch im Finale versucht man etwas wild rum zu ballern.

Viele Actionszenen sind härter, nimmt man den Faustkampf im Bus raus, der ist zwar sehr unterhaltsam und zeigt paar nette Stunts aber der restliche Film beschränkt sich auf Waffengewalt. Hier hatte man aber Geld für Effekte, so gibt es viele blutige Einschüsse. Auch ein paar Zeitlupen aufnahmen gibt es in den Actionszenen zu bewundern. So ist das Sterben hier etwas brutaler. Spannend wird es bei der Schießerei auf dem Friedhof. Das Finale wirkt dann eher, so als ob man nochmals den Western aufleben lassen wollte und man zeigt wie eiskalt Murri ist.

Optik

Wie immer bei vielen italienischen Produktionen drehte man Stadt in Panik auch ohne Ton, so konnte man die kleinen Ari Kameras besser einsetzen, das merkt man auch immer wieder bei der Kameraführung, vor allem bei den Actionszenen kommt das gut. Die Verfolgungsjagd wenn die Kamera auf dem Motorrad ist, so fährt man mit und ist hautnah dabei. Auch bei anderen Szenen nutzt man sie gut, vor allem bei den Schießereien, hier zeigt sich dann auch der Schnitt. Im Finale wirkt das alles mehr wie ein Western, wenn man nur die Füße sieht und durch Umschnitte die Personen, so erzeugt man auch etwas Spannung, denn man lässt uns als Zuschauer warten, was Murri gemacht hat. Das wirkt heute aber auch etwas fragwürdig. Diese Selbstjustiz die hier gefeiert wird auch in den Bildern.

Es gibt auch Schleichwerbung im Film, dieses Mal nicht der JB Whisky, sondern Marlboro Zigaretten, die immer wieder in die Kamera gehalten werden, einfach so. Die Nacktheit wirkt hier etwas gezwungen, man sieht keinen der Beiden an, ob das nun spaß macht. Murri schaut eh immer finster aber auch Laura scheint es nur zu tun, weil er vorher im Bus die Bösen verprügelt zu haben. Man hat diese Szene nur drin um etwas Nacktheit mit einzubauen, was ja auch ein Grund war, um ins Kino zu gehen.

Fazit:

Stadt in Panik ist ein unterhaltsamer Polizieschi, welcher auch einiges anderes machen will aber es nicht immer schafft. Man bekommt die typischen Genreszenen geboten, etwas Action und ein Finale was sich zieht, weil man es zu langsam erzählt.

Stadt in Panik

Movie title: Stadt in Panik

Director(s): Giuseppe Rosati

Actor(s): Maurizio Merli, James Mason, Silvia Dionisio, Raymond Pellegrin, Fausto Tozzi, Gianfilippo Carcano, Giovanni Elsner, Mario Novelli, Franco Ressel, Liana Trouche, Cyril Cusack, Loris Bazzocchi

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.3/10

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