Der deutsche Genrefilm wird gern mal vergessen und das liegt auch daran, das wir aktuell im Kino nur mit schlimmen Til Schweiger Filmen oder welche von seinem Klon bombardiert werden. Dennoch gibt es immer noch welche und es gab auch welche, im Jahr 2000 war die Teenieslasher Welle zwar schon wieder fast vorbei, aber man kann ja immer noch auf den Zug aufspringen. Es war eh Zeit, dass im Mainstream Kino ein Slasher aus deutschem Lande kommt. So entstand Flashback – Mörderische Ferien, mit vielen Seriendarsteller und einem unbekannten Regisseur hinter der Kamera, war das Produkt geboren und man konnte sagen, auch wir können Horror, also wieder, die Welle an deutschen Genreproduktionen war damals noch etwas größer. Interessant ist aber eher, dass man sogar in kleinen Rollen bekannte Namen hat, wie Elke Sommer, die in zwei Mario Bava Filmen eine Rolle hatte. Auch sonst schwingt bei diesem deutschen Film auch der Hauch Giallo mit.

Die Handlung beginnt in der Vergangenheit, Jeanette Fielmann ist zwölf Jahre alt und muss mit ansehen, wie ein Killer in einem Kleid ihre Eltern mit einer Sichel umbringt. Nach zehn Jahren in einer Irrenanstalt darf sie endlich raus, sie soll ein paar Jugendlichen in den Sommerferien helfen besser zu werden in Französisch. Sie kommt in dem idyllischen Bergdorf an. Leon und seine zwei Schwestern empfangen Jeanette auch herzlich, doch irgendwas scheint nicht zu stimmen. Jeanette sieht auch den Killer wieder und die Scheuen scheint von jedem gemieden zu werden. Dann scheint auch der Killer im Frauenkleid zurück zu sein.

Willkommen im deutschen Slasher Film, man merkt sehr deutlich, dass man hier nicht alles zu ernst erzählen kann. Auf der anderen Seite sieht man Flashback – Mörderische Ferien auch an wann er entstand. Sexismus und stereotypisches Verhalten sind hier noch an der Tagesordnung. Diese kleinen Dinge passieren nur am Rande und gehören auch zu den typischen Genreelementen.

Flashback – Mörderische Ferien gibt sich sehr Genre typisch

Ein Genre lebt von bestimmen Mustern und Formeln, die man als Zuschauer auch erwartet und durch die wir erkennen, welches Genre ein Film ist. Man kann sie auch nutzen und so überspitzen, dass es eine Parodie wird. Als Wes Craven seinen Film Scream auf die Welt los lies, war es etwas dazwischen, die Figuren wussten von diesre Art von Filmen und unterhielten sich darüber, sie kannten die Muster und haben es dem Zuschauer erklärt. Das löste eine Welle von neuen Slasher Filmen los, welche auch irgendwann in Deutschland ankam. Doch wie schon erwähnt, im Jahr 2000 war diese Welle schon längst vorbei und es gab noch ein paar Nachwehen und es gab schon Parodien auf das Genre. Doch Flashback – Mörderische Ferien versucht auch einen anderen Weg zu gehen.

Die Handlung bietet zwar alle typischen Elementen eines Slasher, aber man lässt sich viel Zeit und irgendwann merkt man auch, dass man hier auch bei Giallo sich Elemente ausgeliehen hat. Denn Jeanette muss sich an etwas erinnern, was sie gesehen hat, es hat etwas mit dem Killer zu tun und die Morde sind nicht so typischer Slasherhaft. Zwar werden wir als Zuschauer belohnt, dass die nervigen Figuren sterben, aber irgendwas stimmt nicht. Zwischen drin wirkt der Film wie eine Komödie, nimmt Nachrichten Sendung aufs Korn und meint nicht alles so ernst, wie es wirkt. Dann schwingt aber die Stimmung wieder um.

Auch die Wendung am Ende von Flashback – Mörderische Ferien kann man erahnen, lässt den Zuschauer auch etwas zurück. Denn das Finale Girl was wir dann haben, sahen wir sehr selten im Film. Dies kann man zwar machen aber man baut keine Sympathie für sie auf, dafür ist die nächste Wendung dann interessant und passt zu einem Horrorfilm. Zwischen all dem, bekommt man als Zuschauer aber auch sehr deutlich die 00er geboten. Manche Sprüche und Szenen würde man heute ganz anders behandeln, interessant ist auch, dass die Teeniemädels damals schon an ihrem Handy waren und das ohne Pause.

Slasher, Giallo oder beides?

Wir haben es ja schon etwas kurz angerissen das in der filmischen Brust von Flashback – Mörderische Ferien zwei Herzen schlagen. Denn wenn Jeanette in dem Bergdorf in den Alpen ankommt, fühlt man sich an Dario Argentos Phenomena erinnert, es könnte sogar dieselbe Gegendsein wo der Film entstand, denn ein paar Orte kommen einen bekannt vor. Doch das ist noch nicht alles, immer wieder gibt es Kamerafahrten und Aufnahmen, die sehr deutlich an einem Giallo erinnern. Dazu die Punkte mit der Handlung und die Frage wer ist der Mörder, was Slasher und Giallo gemeinsam haben. Das nutzt man hier auch sehr deutlich. Dabei kommt dann eine Wendung, die aber nicht so recht passen will in den Slasher, eher noch in einem Giallo. Dabei bedient man sich aber auch bei Genreklassiker.

Die Morde im Film sind schon eher wie bei einem Slasher, es gibt hier keine typischen Elemente aus dem Giallo. Man hält sich bei der Gewalt auch nicht zurück und es wird immer wieder blutig. Die Frage ist auch, wann die Szene im Zug spielt, die wir sehen. Wann passierte das? Gehört es zur Vergangenheit oder passierte es im jetzt und deutet schon etwas an. Im Verlauf des Films wird es auch schwer, für den Zuschauer zu erahnen, wer der Killer ist, erst wenn sich der Verdacht verdeutlicht und man langsam merkt, dass etwas nicht stimmt, also noch mehr als es eh schon tut.

Optik

Sehr interessant bei Flashback – Mörderische Ferien ist, dass er im Cinemascope Format gedreht wurde, aber im Heimkino wurde er nur in 16:9 veröffentlicht, was schade ist. Denn bei den Bildern kann der Film wirklich Punkten. Man zeigt gute Horrorbilder und die Kamera ist auch immer wieder in Bewegung, so das man Tempo erzeugt, einzig bei ein paar Szenen wird alles dann zu kitschig, das gehört aber zur Handlung und passt dann auch etwas. Bei der Kamera merkt man auch sehr deutlich, dass Regisseur Michael Karen auch bei Giallo abgeschaut hat und das vor allem bei Argento. Der Kamerakrahn wird oft genutzt, was ein paar coole Einstellungen liefert, vor allem bei der Party. Interessant ist, dass man hier auf Sex und Nacktheit verzichtet und alles nur andeutet, etwas was beim Slasher sonst immer sehr Prominiet war.

Man sieht Flashback – Mörderische Ferien an, wann er gedreht wurde. Alles schreit noch nach ende 90er anfang der 00er, die Kleidung und vor allem die Handys, welche durch merkwürdige Hüllen verdeckt werden. Ansonsten wirkt das Bergdorf für diese Art von Film perfekt und man bekommt auch ein paar schicke Landschaftsaufnahmen.

Fazit:

Flashback – Mörderische Ferien ist ein unterhaltsamer Genrefilm aus Deutschland. Zwar hat er auch einige schwächen, doch der Mix aus Slasher und Giallo funktioniert gut. Auch das Finale ist interessant und anders, leider lässt die Wendung den Zuschauer auch mit ein paar unsympathischen Charakteren zurück. Ansonsten lohnt es sich diesen Film wieder zu entdecken.

Flashback - Mörderische Ferien

Movie title: Flashback - Mörderische Ferien

Director(s): Michael Karen

Actor(s): Valerie Niehaus, Xaver Hutter, Alexandra Neldel, Simone Hanselmann, Erich Schleyer, Katja Woywood, Fabian Zapatka, Christian Näthe, Michael Greiling, Nicola Etzelstorfer, Allegra Curtis, Elke Sommer

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.4/10