Hongkong in den 60er Jahren, die Filmwelt war im Umschwung und die Shaw Brother Studios hatten zwar schon einige Hits, aber ein Film sollte das alles Ändern und einen Schauspieler zum Helden zu machen, bevor Bruce Lee kam. Die Rede ist von Das goldene Schwert des Königstigers, welcher vielen eher als The One Armed Swordsman bekannt ist und Wang Yu. Dieser Film von Chang Cheh war so erfolgreich, dass er über 1 Millionen Dollar einspielte, was damals sehr viel Geld war. Es war der Anfang von Filmen, die das Wuxia Genre zeigten. Was nur vier Jahre Später von Bruce Lee schon wieder geändert wurde. Dennoch zeigt der Film deutlich, welchen Stil Chang Cheh mag und auf seine Lehrlinge abfärben wird, wie John Woo. Dazu hat man mit Wang Yu einen der ersten Martial Arts Stars, welcher auch Jahre danach immer noch beliebt ist und heute eine Legende ist.

Die Handlung dreht sich um Fang Kang, welcher bei seinem Sifu lernt, er ist nur ein Diener, aber sein Vater rettet sein Meister einst das Leben. Fang hat immer noch das zerbrochene Schwert. Als Chi Pei-erh ihn zu einem Duell herausfordert und wie immer mit ihren Helfern gemein zu ihm ist, beschließt Fang die Schule zu verlassen, weil er denkt, er ist es nicht Wert. Doch in der Nacht wird er von Chi gestellt und sie schlägt ihm einen Arm ab. Er wird von Xiaoman gerettet und führt nun ein ruhiges Leben. Doch er kann nicht anders und fängt wieder an mit Training, durch ein halb verbranntes Lehrbuch was dem Vater von Xiaoman gehörte lernt er, wie er mit seinem linken Arm kämpfen kann. Seine Vergangenheit holt ihn aber auch wieder ein.

Wuxia ist ein Genre der Helden und bei Chang Cheh geht es so weit, dass die Helden bis zum tot kämpfen, eine Flucht gibt es nicht, egal wie schwer sie verwundet sind. Dazu kommt auch das Thema der Freundschaft und Bruderschaft und der Familie, das steht über alles. Was heute auch sehr deutlich danach schreibt, dass die Helden in seinen Filmen Homosexuell sind, laut Cheh ist es nur Bromance und für Frauen hat man keine Zeit.

Helden und Bruderschaft in Das goldene Schwert des Königstigers

Es ist dieses Konzept von Helden, Freundschaft und Bruderschaft was die Hongkong Actionfilme immer wieder durchzieht und auch in Hollywood angekommen ist. Chang Cheh hat es mit seinen Filmen begründet und bei Das goldene Schwert des Königstigers kann man es sehr deutlich sehen. Der Held Fang ist gefangen in dieser Welt, er kennt nichts anderes und seine Loyalität geht so weit, dass er sogar den Menschen hilft den ihm vorher geschadet haben. Doch alle Charaktere im Film machen dies, es gibt auch kein Hinterfragen, warum sie das tun müssen. Sie tun alles für ihren Meister und stürzen sich in den tot. Das wirkt auch immer etwas befremdlich, hier sieht man einen gebrochenen Mann, der nichts hatte außer der Kampfkunst und jetzt nur noch einen Arm hat. Er muss damit klar kommen und flieht aus der Welt und versucht ein neues Leben anzufangen.

Als Fang von Xiaoman gerettet wird, fängt er mit ihr ein neues Leben an, sie will eh nicht, das jemand kämpft, sie hat dadurch sehr viel leid erfahren. Man deutet an, dass Beide ein Paar sind, aber Cheh geht hier nicht weit und deutet alles nur an. Es passt nicht in diese Welt, Frauen sind zwar auch fähig zu kämpfen und sich der Loyalität zu ihrem Meister oder hier auch dem Meister unter zu ordnen wie die Männer aber als sexuelles Wesen werden sie nicht dargestellt. Sex existiert hier nicht, genauso wie das Konzept von Liebe. Für seine Familie oder seine Bruderschaft lässt Fang alles liegen und stehen. Auch für seine Ehre diese wird immer wieder angriffen, weil er einen Arm hat, halten ihn alle für schwach. Er muss das akzeptieren, doch will das nicht und sucht einen Weg, um wieder kämpfen zu können, denn nur dadurch ist er ein echter Mann. Durch das Buch von Xiaoman wird ihm geholfen und er bekommt unglaubliche Fähigkeiten und lernt mit einem Arm mit dem Schwert umzugehen.

Bei den Bösen sieht es genauso aus, auch sie kämpfen wegen der Loyalität zu ihrem Meister und gehen freiwillig in den tot. Das alles wirkt aber nicht so heldenhaft wie es die Macher gern hätten, hier und da merkt man sehr deutlich, wie dumm das alles ist. Das zeigen vor allem die beiden Handlanger, die Fang immer wieder angreifen und dann ihre gerechte Strafe bekommen. Interessant ist, dass wir das Gesicht des Bösen erst am Ende des Films sehen, sonst wird er immer von hinten gezeigt.

Action

Man sieht Das goldene Schwert des Königstigers sehr deutlich an, dass die Martial Arts Szenen noch sehr geprägt sind von der Peking Oper und ihrem Stil, was sich auch die ganze Martial Arts Welt von Hongkong durch zieht, selbst bei Jackie Chan kann man es deutlich erkennen. Hier ist es aber noch ein anderer. Man nutzt hier nicht die akrobatische Seite, sondern die, dass man als Zuschauer alles sehr deutlich sehen kann, was passiert. Das zeigen die Actionszenen im Film dann sehr deutlich, jeder Schwert hieb oder schlag wird sehr deutlich ausgeführt, das man genau erkennen kann, was passiert. Doch Chang Cheh probiert auch einiges neues in dem Film.

So gibt es ein paar Szenen, die sind so geschnitten, als ob man vorher auch ein paar Samuraifilme aus Japan geschaut hat. Hier passiert alles schnell und schon ist der Gegner tot oder hat keine Hand mehr. Auch muss einer der Charaktere seine Wunden verbinden und weiter kämpfen, denn ein aufgeben gibt es hier nicht. Im Verlauf von Das goldene Schwert des Königstigers zieht man auch ein paar unterschiedliche Schwertkampfstile. Das ist auch das Highlight des Films, denn man muss zeigen, dass ein Mann mit einem Arm anders kämpft, und agiert als jemand mit zwei Armen und das ist gelungen. Alles kommt im Finale zusammen und hier baut man dann auch Spannung auf, weil Fang vorher kaum in Erscheinung getreten ist mit seinem neuen Kampfstil, als Zuschauer ist man so noch im unklaren, ob das alles wirklich scheitert.

Optik

Wie fast üblich wurde auch Das goldene Schwert des Königstigers in Shawscope aufgenommen und in den Shaw Brothers Studios gedreht, das sieht man dem Film auch sehr deutlich an. Alles hat diese magisches, was nur ein Studio haben kann. Es wirkt auch sehr künstlich, wie eine andere Welt. Genau hier hinpasst auch die Handlung des Films. Es ist eine andere Zeit und alles ist etwas anders. Es geht los im Winter und dann in Frühling. Wir bekommen ein paar hübsche Sets geboten, vor allem dort von Xiaoman wohnt, eine kleine Farm mit Teich und ein paar Gänsen. Diese läuten auch beim umschnitt den Frühling an. Die Szenen im Winter am Anfang sind auch sehr stark, wenn Fang hier seinen Arm verliert. Dann erwacht seine Kampfkunst im Frühling und im Sommer ist er wieder Stark, das alles zeigen auch die Bilder.

Chang Cheh meint er hat bei diesem Film zum ersten Mal in Hongkong die Handkamera genutzt und das sieht man im Finale sehr deutlich, die kleinere Kamera, welche mobiler ist, liefert andere Bilder, also hier gibt etwas Wackelkamera zu bestaunen, es passt hier aber auch perfekt, wenn Fang gegen den Bösenanführer antritt und seiner Peitsche ausweicht, hier sieht man die Handkameraarbeit sehr deutlich. Die Actionszenen sind wie schon erwähnt immer so gefilmt, außer den paar Ausnahmen, dass man immer alles sehr genau erkennt, egal wo man steht, was an der Peking Oper liegt.

Fazit:

Das goldene Schwert des Königstigers ist ein toller Beginn von etwas ganz großen. Es machte das Wuxia Genre so berühmt, wie es heute ist, dazu wurde Wang Yu zum Superstar und der Film zeigt deutlich, wohin die Reise von Chang Cheh hingehen wird. Ein wichtiger Film für den Martial Arts Film, den man gesehen haben sollte.

Das goldene Schwert des Königstigers

Movie title: Das goldene Schwert des Königstigers

Director(s): Chang Cheh

Actor(s): Wang Yu, Pan Yin-Tze, Chiao Chiao, Huang Chung-Hsin, Tien Feng, Ku Feng, Liu Chia-Liang, Yang Chih-Ching, Chen Yan-Yan, Cheng Lei, Chao Hsiung, Hung Lau

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.4/10