Der Martial Arts Film war so beliebt in den 70er Jahren, dass man in Hongkong ihn am Fließband produziert hat und es gibt unzählig Filme dieses Genre, dabei ist alles vertreten und man bekommt als Zuschauer dieselbe Genreformel geboten. Dabei lassen sich auch viele Perlen finden, aber auch welche die nicht so gut. Dennoch haben die Meisten ein gewisses Maß an Niveau, weil Film drehen war damals noch teuer und musste aufpassen, dass der Streifen den man produziert, auch wieder Geld einbringt, dazu verkaufte man sie auch ins Ausland. Einer dieser Filme ist Shaolin – Der Todesschrei des Panthers, welcher es sogar in die deutschen Kinos schaffte, ein echter Bahnhofskino Film. Der alles bietet was man von dem Martial Arts Genre erwartet. Also wird der Zuschauer nicht enttäuscht, doch bietet der Film mehr?

Die Handlung spielt in einem kleinen Ort irgendwann in der Vergangenheit, wahrscheinlich Ming Dynastie. Ein paar Menschen werden getötet und auch ein Geld Transport ausgeraubt. Die drei Diebe können entkommen. Als ein Fremder in die Stadt kommt und anfängt fragen zu stellen, denken die Dorfbewohner, dass es stummer Ochse war, ein Schmied, der seit zwei Jahren nicht redet. Er war einst auch in einem Überfall verwickelt und wurde von seinen Komplizen allein gelassen. Er erkennt die Methoden der Diebe wieder und denkt an seinen alten Komplizen, doch niemand will ihn glauben und zwei der Bande haben sich in eine der Kung Fu Schulen eingeschlichen und sich mit dem Bürgermeister angefreundet.

Der stumme Held in Shaolin – Der Todesschrei des Panthers ist gar nicht so stumm. Dazu gibt es die üblichen Abhandlungen von Rache und Loyalität. Hier versucht der Film dann uns den Helden sympathischer zu machen, weil wir wissen, das er nicht der Mörder ist. Das funktioniert bedingt. Die Martial Arts Einlagen sind gut gemacht aber irgendwie fehlt auch hier der letzte richtige überzeugende Schritt.

Der Held der kein Held sein will in Shaolin – Der Todesschrei des Panthers

Der Held in Shaolin – Der Todesschrei des Panthers will keiner sein, im Grunde will stummer Ochse nur seine Ruhe haben und als Schmied arbeiten, doch die Probleme holen ihn nach zwei Jahren wieder ein. Er muss sich aus seiner Rolle zwängen und wieder helfen, das tut er aber sehr widerwillig. Am Anfang wehrt er sich noch gegen die Anschuldigungen, die er immer wieder zu hören bekommt. Denn seine Vergangenheit kommt ans Tageslicht, dafür ist der Inspektor verantwortlich, der am Anfang auch noch verdeckt ermittelt. Das alles wird auch noch gut aufgebaut, doch im Verlauf des Films verliert man auch das Interesse daran, man baut weitere Zweige auf und vergisst andere. So bekommt man am Ende ein Wirrwarr aus Rache geboten, weil man dem Genre treu sein will.

Interessant ist dabei auch die Rolle der Frau, da wär die typische Frau, welche hier als Hure arbeite und dann noch die Tochter der Kampfkunstschule Meisters, sie ist auch die Stimme der Vernunft, die andere scheint Ochse zu mögen und ist immer bei ihm, arbeitet auch, doch das sehen wir nie. Außer als sie den Inspektor verführen will. Die Tochter die auch Kampfkunst kann, wird im Verlauf der Handlung von Shaolin – Der Todesschrei des Panthers immer wichtiger. Sie wird aber auch nicht sexuell dargestellt, die Guten im Film wollen keine Frau, sie wollen Freiheit und frieden und sind sich treu. Es gibt zwar keine Bruderschaft aber man kämpft dennoch, obwohl man nicht müsste.

Am Ende geht es um Geld und die Gier, welche hier wichtiger ist als Freundschaft, dass macht uns der Film klar, aber auch das man so nicht weit kommt. Man versucht also immer eine Moral zu haben. Dabei ist der Schuldige immer, der schon mal im Gefängnis war und das zeigt Shaolin – Der Todesschrei des Panthers auch deutlich, wie kleingeistig die Dorfbewohner sind und einen Aufstand machen. Das funktioniert am Anfang noch, aber nach dem dritten Mal wird es nur noch peinlich.

Action

Die Martial Arts Action in Shaolin – Der Todesschrei des Panthers ist gut gemacht aber auch hier versucht man zu viel und vergisst am Ende alles wieder. Man baut stummer Ochse zwar auf, dass er niemanden mehr töten will, weil er deswegen auch schon Probleme hatte und verraten wurde und so im Knast landete. Doch dies scheint irgendwann vergessen, so nutzt er seinen Schrei dann und verprügelt die Bösen, das versucht bis zum Finale hinaus u zögern, vorher muss er sich immer mit Schülern der Kampfkunstschule anlegen oder der Tochter. Die darf auch immer wieder gut austeilen und auch einstecken, das geht so weit, dass sie im Finale wichtiger wird als der Hauptgrund, warum wir das sehen.

Interessant ist, dass es im Finale zwei Objekte gibt warum die Hauptcharaktere kämpfen. Eins ist die Geldkassette, welche hier wichtig wird und die entführte Person. So gibt man den Charakteren einen Grund für ihre Taten. Das führt zwar zu einem größeren Konflikt, baut aber nicht mehr Spannung auf, weil man immer wieder vergisst, dass die Helden auch mal etwas mehr einstecken müssen als sie es bekommen. Es gibt zwar kurze Situationen die so wirken, als ob sie verlieren können, aber hier fehlt die Bedrohung und das Überlegen sein des Gegners, in der nächsten Szene ist dieser schnell besiegt und das ohne große Mühe.

Optik

Wie fast üblich in den 70er Jahren wurde auch Shaolin – Der Todesschrei des Panthers im Cinemascope Format gedreht, das erzeugt große Bilder und man kann die Landschaft zeigen. Denn man hat hier an echten Orten gedreht, das merkt man , wenn in einer Szene einfach die Sonne kurz von einer Wolke verdeckt wird und das Licht sich ändert. Dazu scheint der Regisseur es zu lieben, das jemand ins Bild springt oder tritt, bei den Martial Arts Szenen sieht man das immer wieder, man nutzt auch sehr oft die subjektive Sicht um uns beide Gegner zu zeigen, wie ein Tritt in die Kamera dann umschnitt auf die andere Person wie sie den Tritt abbekommt. Das hilft der Action und ist eine nette Idee, wird aber auch zu oft benutzt. Ansonsten sind es die typischen Einstellungen, man zeigt die Action in langen Sequenzen und schneidet ab und an zu einer anderen Einstellung. Es gibt auch den berühmten Zoom.

Rein optisch kann man nicht genau sagen wann der Film spielt, es könnte Anfang des 20. Jahrhunderts sein oder wie schon vermutet auch die Ming Dynastie, die Outfits deuten das an, aber es gibt auch eine Szene wo eine Karre Gummireifen hat, welche es noch nicht so lange gibt, das könnte auch ein Filmfehler sein oder wie so oft ist es eine andere Realität und hier ist alles möglich.

Fazit:

Shaolin – Der Todesschrei des Panthers hat viele interessante Ansätze, die nicht immer komplett durch gezogen werden. Es gibt nette Martial Arts Einlagen die unterhalten können, auch hier gibt es ein paar optische Einfälle, welche aber zu oft genutzt werden. Am Ende bekommt man einen unterhaltsamen Film, dessen Handlung aber auch nicht immer weiß was sie wirklich will.

Shaolin - Der Todesschrei des Panthers

Movie title: Shaolin - Der Todesschrei des Panthers

Director(s): Wu Ma

Actor(s): Chin Kang, Nancy Yen, Lung Fei, Shan Mao, Addy Sung Gam-Loi, Ma Chi, Kuan Hung, Lei Chun, Tai Bo, Chin Ming, Wu Ma, Lee Fat-Yuen

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.3/10